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Fliegen mit Kindern: Wirklich alles was du wissen musst (+ Checkliste)

Fliegen mit Kindern: Wirklich alles was du wissen musst (+ Checkliste)

Auf einer Flugreise mit (Klein)kindern gibt es ein paar Dinge zu beachten. Allerdings ist es auch viel einfacher, als zuerst angenommen. Wir haben alle Tipps und eine Checkliste zum Abhaken.

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Was war ich nervös vor dem ersten Langstreckenflug mit zwei Kleinkindern! Der ging mit einer ungeplanten Zwischenlandung auf der Dominikanischen Republik nach Costa Rica und verlief schlussendlich viel einfacher, als ich es mir zu erträumen vermochte.

Unsere Tochter ist heute fünf Jahre alt. Mit drei jungen Monaten ist sie das erste Mal in einem Flugzeug gesessen und mit uns nach Gran Canaria geflogen. Mit einer einjährigen Weltreise auf dem Buckel haben unsere beiden Kids schon einige Flüge hinter sich.

Mittlerweile sind wir in dieser Hinsicht Profis und wissen, welche Fragen und Ängste sich Eltern vor der ersten Flugreise stellen – oder einfach auch vor dem nächsten Flug.

In diesem Artikel gehen wir auf alle Fragen und Bedenken ein und verraten unsere Tipps und Tricks. Ausserdem haben wir bei einem langjährigen Blogleser nachgefragt, der als Flugbegleiter arbeitet – damit wir auch seine Erfahrungen einfliessen lassen können.

Am Ende des Artikels findest du eine umfangreiche Checkliste zum Download und abhaken.

Vor der Familienreise – das gibts zu tun

Auswahl Reisedestination

Zuallererst steht natürlich die Auswahl der Reisedestination an. Diese ergibt sich nach Vorlieben, Reisezeitraum und Reisedauer. Vielleicht hast du ja schon eine ganz konkrete Idee und weisst, wo es hingehen soll. Wenn nicht empfehle ich von Kontinent, zu Region, zu Land und allenfalls zur Insel runter zu brechen. So lassen sich rasch schöne Reiseziele finden.

Für Kurzstrecken könnte zum Beispiel Málaga eine spannende Destination sein, Portugal herhalten oder Montenegro in die nähere Auswahl kommen. Bei einem Langstreckenflug kann es natürlich die ganze Welt sein. Bangkok beispielsweise lässt sich super mit Kindern entdecken oder auch Ecuador und Malaysia.

Kurzstrecke vs. Langstrecke

Willst du mit Kind(ern) Kurz- oder Langstrecke fliegen? Beides ist unterschiedlich, aber gut machbar. Der Vorteil der Kurzstrecke ist logischerweise, dass der Flug rasch vorüber und die Zeit im Flugzeug absehbar ist. Da braucht es beispielsweise auch nicht so viel Unterhaltungsmöglichkeiten im Handgepäck.

Bei einem Langstreckenflug hingegen machen unter Umständen andere Spiele für die Kinder Sinn. Es lässt sich eher fast „häuslich“ einrichten und gemütlich machen.

Nachtflug vs. Tagflug

Ein grosser Unterschied bei Langstrecken ist die Auswahl eines Nachtfluges oder eines Fluges tagsüber. Wenn sich ein Nachtflug anbietet und die Abflugs- und Ankunftszeiten sinnvoll sind, würde ich immer einen Nachtflug wählen. Die Kinder können bereits im Pyjama ins Flugzeug und dort im Normalfall mehrere Stunden schlafen.

Manchmal sind jedoch nur tagsüber Flüge verfügbar. Auch dies ist möglich und keinesfalls schlecht. Von den vielen Eindrücken werden die Kids auch oft müde und schlafen ein.

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Mit der ganzen Familie fliegen – so gehts.

Direktflug vs. Umstieg

Ich habe lange dafür plädiert, mit Kindern nur einen Direktflug zu buchen. Das macht auch Sinn, da es die Reisezeit massiv verkürzt. Als wir nach Costa Rica geflogen sind und dafür extra einen Direktflug gebucht haben (die Flugzeit beträgt 12 Stunden), war ich erst gar nicht glücklich, als ungeplanterweise eine Zwischenlandung in der Dominikanischen Republik eingeschoben wurde.

Dadurch hat sich zwar die Reisezeit verlängert, aber wir konnten uns beim Zwischenstopp gut die Beine vertreten und die Kinder wie die Verrückten die Gänge entlang rennen. Es hat sich herausgestellt, dass so ein Zwischenstopp gar nicht so schlimm ist.

Falls du einen Flug mit Zwischenlandung planst achte darauf, dass die Aufenthaltsdauer nicht zu lange ist, aber eben auch nicht zu kurz. Je nachdem musst du Gate wechseln, was je nach Grösse des Flughafens einiges an Zeit kosten kann. Wir planen solche Aufenthalte oft zur Mittagszeit, so dass wir 3-4 Stunden Zeit haben und gemütlich essen können.

Dokumente

Ausweis

Weit vor der Reise musst du checken, ob die Reisepapiere aller Familienmitglieder aktuell sind. Haben alle einen Reisepass? Ist er noch gültig? Wie lange noch? Die meisten Länder schreiben vor, dass der Reisepass noch mindestens sechs Monate gültig sein muss.

Vollmacht

Wenn du als Mutter oder Vater ohne die andere sorgeberechtigte Person mit deinem Kind ins Ausland reist, ist eine Vollmacht notwendig. Die meisten Länder akzeptieren eine formlose Reisevollmacht, in manchen Ländern muss diese aber notariell beglaubigt sein. Die Botschaft des Reiselandes kann dir Auskunft geben.

Wichtig: Diese Reisevollmacht des anderen sorgeberechtigten Elternteils muss in jeder Konstellation vorhanden sein, egal ob in Konkubinat, verheiratet, geschieden etc. Beim ADAC findest du Musterschreiben für Einverständniserklärungen und Vollmachten.

Eine Reisevollmacht ist auch notwendig, wenn du mit Kindern verreist, die nicht deine eigenen sind, z. B. wenn Freund:innen deiner Kinder mitkommen oder du mit deinem Patenkind verreist.

Unterschiedliche Nachnamen

Das Reisen mit unterschiedlichen Nachnamen kann ebenso zu Problemen führen. Auch aus diesem Grund ist eine Reisevollmacht bei einer Alleinreise von Vorteil. Zu diesem Thema empfehle ich den Artikel von Koeln Format, der zwar schon ein paar Jahre alt ist, die Situation jedoch verdeutlicht. Sehr informativ sind die vielen Kommentare unter dem Artikel die zeigen, dass die Autorin keinenfalls die einzige Betroffene ist.

Da es leider oft keine verbindlichen Regelungen gibt, nehmen wir immer alles mit, ganz egal ob wir zusammen mit Kindern oder jemand alleine mit Kindern reist: Vollmacht, Sorgeentscheid, Geburtsurkunde, Heiratsurkunde. Ebenfalls ist es nicht verkehrt, dass der daheimbleibende sorgeberechtigte Elternteil zum Zeitpunkt der Ausreise der restlichen Familienmitglieder telefonisch erreichbar ist, um allfällige Nachfragen zu beantworten.

Gepäck

Gepäcksanspruch für Kinder

Für Kinder unter 12 Jahren mit eigenem Flugticket gelten dieselben Gepäckregelungen wie für Erwachsene. Für Kinder unter zwei Jahren gibt es eventuell eigene Bestimmungen der Airline.

Zusätzlich werden für Kleinkinder ein Kinderwagen, Buggy, Kindersitz oder ein Reisebett akzeptiert und als zusätzliches Gepäck aufgegeben.

Grundsätzlich empfehle ich so wenig Gepäck wie möglich mitzunehmen und so viel wie nötig. Ich packe für die Kinder alles zusammen, lege es aus und danach wird alles auf die Hälfte reduziert. Eine Erfahrung aus jahrelangem Reisen mit Kindern ist: Du brauchst das alles nicht! Wirklich nicht! Mit leichtem Gepäck reist es sich einfacher.

Pro-Tipp: Packe nicht einen Rucksack oder Koffer pro Person, sondern teile alles auf. Also von allen Personen ein Set Kleider in jedes Gepäckstück packen. Wenn ein Gepäckstück verloren geht, haben trotzdem alle noch etwas dabei. Ansonsten fehlt von einer Person einfach alles.

Packwürfel

Packwürfel* werden überall hochgelobt und als unverzichtbar hingestellt. Wer plant alle paar Tage weiterzuziehen und immer wieder ein- und auspackt, ist mit Packwürfeln gut beraten. Wenn du aber für zwei Wochen in ein Ferienhaus gehst und dort nicht immer wieder ein- und auspackst, sind Packwürfel verschwendetes Geld. Es kommt also ganz auf die Reiseart drauf an.

Handgepäck

Der wohl wichtigste Teil beim Reisen mit Kindern ist das Handgepäck. Hier rein gehören (natürlich nur bei Bedarf):

  • Ersatzklamotten für den Flug und für einen Tag an der Destination
  • Windeln
  • Feuchttücher
  • Tragetuch*
  • Snacks und Knabbereien für den Flug
  • Minimale Notfallmedizin (Pflaster, Wundschutzcreme, Fiebermesser, Nasenspray, ev. speziell benötigte Medikamente*)
  • Spielsachen und Unterhaltung
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Blick aus dem Fenster.

Spielsachen

Was kommt mit ins Flugzeug? Das hängt natürlich ganz vom Alter des Kindes ab und ist sehr individuell. Hier ein paar grundsätzliche Vorschläge:

Verpflegung

Ich empfehle unbedingt, genügend Knabbereien mitzunehmen. Manchmal dauert es zu lange für Kinder bis das Essen serviert wird, sie mögen es nicht oder sie haben schon vorher Hunger. Nüsse, Trockenfrüchte, Müsliriegel und etwas Süsses passt immer gut. Am besten auf Schokolade verzichten, da es nur schmierige Hände gibt.

Sitzsystem

Für Kinder ab zwei Jahren muss ein eigener Sitzplatz gebucht werden. Vorher können sie auch auf dem Schoss der Eltern mitfliegen.

Diese Praxis ist nicht ganz ungefährlich, da der Loop Belt, die Gurtverlängerung für die Kinder, als nicht besonders sicher betrachtet wird. Dieser kommt bei Start und Landung zur Anwendung und bei einem allfälligen Durchstarten sind Kinder damit mehr gefährdet als gesichert. Dummy-Tests haben gezeigt, dass bei einem Unfall der Kopf des Erwachsenen auf den Hinterkopf des Kindes aufschlägt und der Loop Belt in den weichen Unterleib des Kindes einschneidet, was schwere innere Verletzungen zur Folge haben kann.

Daher empfehlen wir immer für Kinder einen eigenen Sitzplatz zu buchen. Als Baby reisen sie am besten in der mitgebrachten Babyschale, die fürs Flugzeug zertifiziert sein muss, und wenn sie dieser entwachsen sind, auf einem eigenen Sitzplatz.

Für Kinder, die zu gross für die Babyschale sind, haben wir uns den Kids Fly Safe Cares-Gurt zugelegt, der bei einem Notfall oder einem Startabbruch den Druck auf den Körper des Kindes verteilt und damit keine Schäden hinterlässt.

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Der  Kids Fly Safe Cares-Gurt

Fly LegsUp

Dieses Vorrichtesystem ist eigentlich nichts Anderes als eine Art Sack, der am Aufklapptisch am Vordersitz befestigt wird. Dort rein kommt dann ein aufblasbares Kissen, welches als Sitzverlängerung dient. Damit können die Füsse hochgelegt werden oder für Kinder dient es so als Bett.

Auf den meisten Flügen haben unsere Kinder auch so auf dem Sitz geschlafen, ohne Fly LegsUp. Wir haben sie aber auf einem Nachtflug installiert, was nicht ganz ohne ist. Eigentlich sollte die Installation selbsterklärend sein, mit dem begrenzten Platz im Flugzeug und allenfalls fragenden oder quengelnden Kindern kann es ganz schön nervenzehrend sein. Wir empfehlen auf jeden Fall, sich das Ganze vorher in Ruhe anzuschauen. Alternativ gibt es bei Amazon günstigere Alternativen*.

Vorabend Check-In

Falls möglich empfehlen wir den Vorabend Check-In am Flughafen. In den meisten Fällen kann das Gepäck bereits 23 Stunden vor Abflug aufgegeben werden, was den Reisetag dann einiges entspannter gestaltet. Einfach direkt zur Sicherheitskontrolle und zum Gate, ohne zuerst noch lange in der Schlange mit Gepäck stehen zu müssen.

Gepäckabholung durch SBB

Falls du nicht in der Nähe des Flughafens wohnst, kannst du am Vortag dein Gepäck mit der SBB von einem Bahnhof an den Flughafen fahren lassen oder es sogar von zu Hause abholen lassen. Vereinfacht die Anreise auch sehr.

Am Flughafen – das sind unsere Tipps

Check-In

Wie bereits erwähnt sind wir Fans vom Vorabend Check-In. Es nimmt so viel Stress raus am Reisetag. Falls du das aber nicht machst halte Ausschau nach einem Familienschalter. Dort kannst du mit kleinen Kindern bevorzugt einchecken. Vielfach wirst du auch schon hingewunken, wenn die Kinder auf sich aufmerksam machen.

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Check-In am Flughafen

Sicherheitskontrolle

Die läuft als Familie eigentlich genau gleich ab wie ansonsten auch. Gut zu wissen ist, dass so viel Babynahrung mitgeführt werden darf, wie für den Flug benötigt. Das beinhaltet Milchpulver, Wasser in Thermosflaschen, Brei in Gläschen, Saft, Tee oder was auch immer ihr benötigt.

Diese Dinge werden bei der Sicherheitskontrolle alle streng kontrolliert. Bei uns ging das aber jedes Mal fix. Wenn du das Handgepäck mit diesen Dingen zusammenpackst stelle sicher, dass du all die zusätzlichen Flüssigkeiten so einpackst, dass du sie sofort griffbereit hast und separat aufs Band legen kannst. Damit erleichterst du dir und den Leuten an der Sicherheitskontrolle das Leben.

Auch der Buggy wird zusammengeklappt und kommt separat aufs Band.

Durch den Scanner müssen eigentlich alle Personen separat. Bei einem Baby geht oft ein Elternteil vorab, holt sich dann das Baby, dass währenddessen vom zweiten Elternteil gehalten wird, damit dieser dann durch den Scanner geht. Das Baby wird ganz kurz abgetastet. Bei Alleinreisenden mit einem Baby wird Hilfe von den Beamt:innen angeboten.

Unsere Kinder hatten in einem gewissen Alter Angst, alleine durch den Scanner zu gehen. Wir konnten dann trotzdem mit ihnen zusammen durch, weil die Beamt:innen ein Auge zugedrückt haben.

Familienbereich und Spielplätze

In grossen Flughäfen gibt es ab und zu einen Familienbereich, in dem es Mikrowellen und Wickelstationen mit einem kleinen Spielbereich für Kinder gibt. Am Flughafen Zürich findest du z. B. im Terminal E einen solchen Bereich, der wirklich praktisch ist.

Oft gibt es irgendwo einen kleinen Spielplatz. Falls du längere Zeit an einem Flughafen bist, zum Beispiel bei einem längeren Stop-Over, dann lohnt es sich, vorher auf der Website des Flughafens in Erfahrung zu bringen, ob und wo es Plätze für Kinder gibt.

Buggy

Der Buggy gehört zum Freigepäck für ein Kind. Dieser wird beim Check-In als Gepäcksstück gekennzeichnet und du kannst ihn bis direkt vor den Einstieg ins Flugzeug mitnehmen. Dort wird er dann von Mitarbeitenden des Flughafens direkt ins Flugzeug eingeladen.

In der Regel steht er beim Ausstieg wieder da. Es kann aber auch vorkommen, dass du ihn erst mit dem restlichen Gepäck bei der Sperrgepäckausgabe wiederbekommst. Das hängt etwas von der Airline und dem Zielflughafen ab.

Im Flugzeug – das musst du wissen

Einstieg

Oft wird empfohlen als Letzte einzusteigen und die Kinder bis zum Schluss auszupowern. Wir nehmen das Angebot aber immer dankbar an, wenn wir zu den Ersten gehören, die ins Flugzeug können. Wir können uns dann schon mal einrichten, sind sicher, dass wir das Handgepäck in der Nähe verstauen können und falls es Probleme wegen Sitzplätzen oder sonst etwas geben sollte, bleibt genügend Zeit dies zu lösen und es bricht keine Hektik aus.

Der Einstieg und all die Menschen sind spannend und unterhalten die Kinder gut. Heutzutage ist es ja auch nicht mehr so, dass die Einstiegszeit stundenlang dauert, sondern das verläuft fix.

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Ab ins Flugzeug und auf zu neuen Abenteuern!

Fliegen mit krankem Kind

Falls ein Kind ernsthaft krank ist, also eine Mittelohrentzündung, Fieber oder ähnliches hat, dann würde ich auf das Fliegen verzichten oder mindestens der/die Ärzt:in konsultieren und das Kind gründlich durchecken lassen. In Zeiten einer weltweiten Pandemie ist das Fliegen vielleicht sogar untersagt und es könnten Probleme bei der Einreise auftreten, auch wenn Quarantäne heute in den meisten Ländern kein Thema mehr ist.

Mit Kindern empfiehlt es sich jedenfalls eine Reiserücktrittsversicherung abzuschliessen, da gerade in jungem Alter doch immer mal wieder eine Krankheit dazwischenkommen kann.

Bei einem leichten Schnupfen oder Husten steht einer Flugreise jedoch nichts im Wege. Mit einem Nasenspray kann etwas Linderung verschafft werden und die Beeinträchtigung sollte sich im Rahmen halten.

Druckausgleich bei Kindern

Auch Kinder spüren bei Start und Landung den Druck auf den Ohren und sind je nach Alter noch nicht fähig – oder nur begrenzt – einen Druckausgleich herbeizuführen. Vorab: der Druck ist an sich nichts Schlimmes, höchstens etwas unangenehm. Oft stecken das Kinder auch besser weg als Erwachsene. Unsere Kinder hatten beispielsweise noch nie ein Wort darüber verloren und sich nichts anmerken lassen.

Kleinkindern kannst du bei Start und Landung zu trinken geben, am Schnuller nuckeln lassen (falls sie einen benutzen) oder es mit Kaugummis oder Bonbons probieren.

Bei Babys wird bei Start und Landung Stillen oder ein Fläschchen empfohlen, so dass sie schlucken und damit den Druck ausgleichen können. Auch ein Schnuller kann helfen.

Fläschchen warm machen

Fliegst du mit Baby und braucht dieses bei Start oder Landung ein Fläschchen, kannst du es einfach im Flugzeug mit mitgebrachtem warmem Wasser anrühren. Wenn du aber kein warmes Wasser dabei hast – hatten wir z. B. nie – kannst du die Flugbegleiter:innen fragen, ob sie dir das Fläschchen kurz warm machen. Sie wärmen es dann auf.

Das ist jedoch von ihrer Seite aus keinenfalls ein Muss und je nach Stress beim Boarding haben sie auch keine Zeit dafür. Wir wurden mit dieser Bitte auch schon abgewiesen, aber hey, ein Baby kann das Fläschchen auch mit kalt angerührter Milch trinken.

Unterhaltung

Kleinkinder müssen während einem Flug irgendwie unterhalten werden. Was also einpacken? Bei der Rubrik Handgepäck findest du schon ein paar Ideen für Spiele, die du zur Beschäftigung einpacken kannst. Oft gibt es vom Flugpersonal ein Geschenk wie z. B. ein Malbuch und Stifte, was auch immer wieder eine schöne Überraschung ist.

Gold wert ist für uns die Anschaffung der Kopfhörer* für beide Kinder. Damit können sie ungestört Serien schauen oder Geschichten hören. Gerade für Kleinkinder gibt es in der Bordunterhaltung oft nichts oder nur ein, zwei Folgen von Serien, die sie vielleicht gar nicht mögen. Daher laden wir auf unsere Handys und Tablets vor jedem Flug viele Folgen der aktuellen Lieblingsserie und Hörspiele runter. Darauf haben sie dann fast unbegrenzt Zugriff. Auch wenn das bei uns ansonsten nicht der Fall ist, finden wir, dass ein Flugzeug nicht der richtige Ort ist für pädagogisch wertvolle Wasweissich-Spiele, sondern hier – zum Wohle aller – unbegrenzte Screen-Zeit erlaubt ist.

Egal ob deine Kinder auf dem Handy Spiele spielen, Serien schauen oder Hörbuch hören – bitte immer mit Kopfhörer, denn alle drum rum möchten das nicht auch mitanhören müssen. Gegenseitige Rücksichtnahme ist das A und O und genauso wie Reisende die ohne Kinder unterwegs sind, Verständnis für eine gewisse Unruhe oder Lautstärke aufbringen müssen, sollten Eltern für eine möglichst ruhige Umgebung sorgen.

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Viel Screen-Time während dem Flug.

Wickeln

Falls dein Kind Windeln benötigt, ist die Toilette der richtige Ort um zu wickeln und auch um die vollen Windeln zu entsorgen. Was irgendwie selbstverständlich sein sollte, wurde mir dennoch von besagtem Flugbegleiter erzählt, dass dies immer wieder mal ein Problem darstellt. Also bitte nicht einfach auf dem Sitz wickeln.

Quengeln, weinen, Unwohl sein

Was, wenn das Kind während des Flugs doch weint? Das ein Kind (oder meistens Baby) den ganzen Flug schreit ist zwar eher selten, die Möglichkeit ist aber durchaus da. Gerade bei Babys oder sehr kleinen Kindern habe ich es schon ein paar Mal erlebt, dass Mitreisende sie nicht beruhigen konnten. Was da hilft? Ruhe und Verständnis. Ich weiss, dass das einfacher gesagt als getan ist und ich wäre definitiv die, die genau das sehr schlecht wegstecken würde als Mutter.

Sind es andere Kinder, habe ich jedoch vollstes Verständnis dafür. Ein liebevoller Blick zu den Eltern oder noch besser ein, zwei Worte des Verständnisses helfen in dieser Situation sehr. Wer als Elternteil das Gefühl bekommt, dass Verständnis da ist und nicht alle nur genervt sind, kann das auch besser abfedern, ruhiger werden und somit auch das Kind besser beruhigen.

Bei der Ankunft – so gehts am schnellsten

Family Assistance buchen

Es gibt bei Ankunft an vielen grossen Flughäfen die Möglichkeit, einen „special VIP-Transfer“ zu buchen. Da wartet dann direkt am Gate schon jemand auf dich, der dich durch das ganze Ankunfts-Prozedere lotst und dich direkt zu allen VIP Schaltern bringt. Wir haben diesen Service jedoch noch nie in Anspruch genommen.

Buggy

Falls du mit Buggy unterwegs bist, kriegst du diesen im Normalfall direkt beim Ausstieg aus dem Flugzeug zurück. In eher seltenen Fällen wird er auch als Sperrgepäck beim Baggage Claim entladen. Dann findest du ihn auf einem separaten Rollband was mit „Oversized Baggage“ angeschrieben ist. Das ist dort, wo auch Sportgeräte wie Surfboards oder Skis entladen werden.

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Oversized Baggage wie ein Buggy oder ein Surfboard.

Familienschalter an der Passkontrolle

Fast immer wirst du bei der Passkontrolle bevorzugt behandelt, wenn du mit Kindern unterwegs bist und das ist der grosse Vorteil beim Reisen mit Kleinkindern. Während alle anderen vielleicht ein bis zwei Stunden warten müssen, kannst du mit deinen Kindern direkt an den Sonderschalter und gleich einreisen.

Oft wirst du schon rausgewunken und hingeleitet, wenn das Bodenpersonal die Kinder sieht. Wenn nicht, halte Ausschau nach einem Familienschalter, oft mit „Family“, „special needs“ oder ähnlichem angeschrieben oder frage beim Bodenpersonal nach.

Anreise in die Stadt

Wir raten auf jeden Fall zu einem privaten Transfer, also mit Taxi in die Unterkunft am Zielort zu fahren. Wenn du z. B. einen öffentlichen Transfer buchst oder mit dem Bus in die Stadt fährst, kann das je nach Stadt nochmals Stunden dauern, was du dann nicht gebrauchen kannst.

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Blick auf das Flugzeug

Nun sollten eigentlich keine Fragen mehr offen sein zur Flugreise mit Kindern. Oder habe ich doch etwas vergessen? Dann her mit deiner Frage in der Kommentarfunktion.

Willst du noch mehr zum Reisen mit Kindern wissen? Hier gibt’s unsere Tipps und Tricks zum Reisen mit Kleinkindern.

Und zu guter Letzt wie versprochen die Checkliste für das Fliegen mit Kindern.

Wie sind deine Erfahrungen beim Fliegen mit Kindern?

Über die/den Autor/in

Früher als soloreisende Backpackerin, bin ich heute am liebsten mit der ganzen Familie unterwegs. Ich lebe, reise und arbeite auf der ganzen Welt und geniesse es, Jürgen und unsere Kids immer mit dabei zu haben. Mein Herz schlägt für Hawaii, Kryptowährungen und Schokoladeneis. Mein Ziel ist finanzielle Freiheit für mich und meine Familie.

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