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Reisen mit Kleinkindern – unsere Tipps und Tricks

Reisen mit Kleinkindern – unsere Tipps und Tricks

Nach fünf Jahren exzessivem Reisen mit Kleinkindern geben wir hier unsere wertvollsten Tipps und Tricks weiter. Wo und wie wohnen? Wie geht das mit dem Gepäck? Und wo kriege ich im Ausland einen Kindersitz fürs Auto her? Diese und viele mehr Fragen beantworten wir hier.

*Artikel enthält Affiliate-Links.*

Unsere Kinder sind jetzt etwas über vier und zwei Jahre alt. Das erste Mal als wir mit unserer Tochter verreist sind, haben wir die Weihnachtszeit auf Gran Canaria verbracht, als sie drei Monate alt war. Seitdem haben wir viele Reisen mit einem oder zwei Kindern unternommen.

Wir haben Roadtrips in ganz Europa gemacht, sind in schicken Hotels untergekommen, haben in einfachen Bungalows am Strand übernachtet, in Nachtzügen oder auf Matratzen am Boden geschlafen. Wir beschränken uns nicht auf eine Reiseart, sondern probieren alles aus. Auch mit zwei Kleinkindern. Zur Zeit sind wir alle in Ecuador.

Das Reisen mit kleinen Kids ist anders als alleine oder als Paar. Bereits im Vorfeld stellen sich viele Fragen, die man ohne Kinder nicht hat. Wir haben diese Fragen gesammelt und versuchen hier, unsere Tipps und Erfahrungen weiterzugeben. Mit vielen dieser Fragen haben wir uns selbst beschäftigt, andere sind an uns herangetragen worden und wieder andere haben wir z.B. in Gruppen auf Social Media gefunden.

Vorab möchte ich aber anmerken, dass unsere Antworten sehr individuell sind und auf unseren Erfahrungen beruhen. Für dich oder andere mag vielleicht nicht alles zutreffen. Wir hoffen dennoch, dass wir dir mit den einen oder anderen Dingen weiterhelfen können.

Reisen mit Kleinkindern – unsere Tipps und Tricks

Unterwegs mit Kindern: Manchmal nicht ganz so romantisch wie hier auf dem Bild.

Reiseziel

Vor allem steht natürlich die Wahl des Reiseziels. Wo wollen wir mit der ganzen Familie hin? Viele der Ziele die wir gerne bereisen möchten, scheiden schon mal aus. Dies aus Sicherheitsbedenken, mangelnder medizinischer Versorgung oder weil es einfach mit Kindern nicht machbar ist. Ich würde gerne den Kilimandscharo besteigen oder eine Tauchsafari auf den Lakkadiven machen. Das muss aber noch ein paar Jahre warten.

Vieles steht uns natürlich dennoch offen. Ein Reiseziel zu wählen, hängt in erster Linie von den Vorlieben der Familie ab. Was wollen wir erleben? Wieviel Luxus wünschen wir uns? Was wollen die einzelnen Familienmitglieder und wo können alle Kompromisse eingehen?

Folgende Fragen kannst du dir stellen:

  • Im eigenen Land oder ausserhalb?
  • Europa oder Übersee?
  • Englischsprechend oder nicht?
  • Welcher Stellenwert hat medizinische Versorgung?
  • Politische Stabilität des Landes?
  • Kinderfreundlichkeit

Bisher haben wir noch kein Land bereist, von dem wir anderen mit Kindern abraten würden. Es ist eher das Gegenteil der Fall. Wir hatten auf Reisen mit Kindern in allen Ländern sehr gute Erfahrungen. Besonders empfehlen können wir den Balkan, Costa Rica und Spanien.

Aber falls du nicht gerade aufs entlegenste Eiland oder in ein politisch sehr instabiles Land reist, ist mit Kleinkindern eigentlich alles viel einfacher machbar, als man sich das vorher vorstellt.

Reisestil

Jede Reise hat ein unterschiedliches Ziel. Manchmal sind wir kürzer unterwegs, reisen viel und schauen uns ein ganzes Land an. Auf anderen Reisen – wie auf unserer aktuellen Langzeitreise – geht es eher darum, einen Ort zum Niederlassen zu finden. Wir suchen uns Orte, an dem wir mindestens ein paar Wochen bleiben können.

Wir haben recht schnell bemerkt, dass wir keine Städte brauchen. Wir suchen nach Ruhe und Natur und fühlen uns am wohlsten, wenn wir aufstehen und direkt ins Meer hüpfen können. So können wir Erwachsenen in Ruhe arbeiten und die Kinder haben mit dem Strand einen riesigen Sandkasten und können den ganzen Tag machen, was sie wollen.

So sehr ich Grossstädte mag, mit Kindern können wir davon nicht profitieren. Bei Aufenthalten in Städten lassen wir oft Dinge aus, die wir uns gerne ansehen möchten. Museumsbesuche, Restaurants und lange Abende auf dem Hauptplatz fallen aus. All das, was Städte eigentlich zu bieten haben, davon profitieren wir mit Kleinkindern nicht. Eine Ausnahme sind da eher kleinere und übersichtliche Städte die gut zu Fuss zu erkunden sind, wie z. B. Ljubljana, Bern oder Vilnius. Was du und deine Familie braucht, werdet ihr bestimmt auch schnell herausfinden.

Ein weiterer grosser Unterschied beim Reisen mit Kindern ist die Geschwindigkeit. Alles geht viel langsamer vonstatten.  Haben wir als Paar eine mittelgrosse Stadt in drei Tagen von A-Z gesehen, dauert dasselbe mit Kindern mindestens eine Woche. Die Geschwindigkeit einer Reise oder bei der Erkundung eines Ortes nimmt rapide ab, was eine grosse Umstellung bedeutet.

Heute nehmen wir uns ein bis maximal zwei Programmpunkte pro Tag vor. Alles andere führt zu Frustration. Wir haben uns auch damit abgefunden, dass wir nicht mehr alles sehen können. Die Kids brauchen immer wieder Pause, haben Hunger, wollen schlafen oder spielen oder wollen einfach so nicht mitmachen. Oder sie wollen eine halbe Stunde der Schnecke am Strassenrand zuschauen, anstatt weiterzulaufen. Was dann? Man lässts halt sein. Daran führt kein Weg dabei und anfangs waren wir diesbezüglich oft frustriert, mittlerweile aber daran gewöhnt.

Reisen mit Kleinkindern – unsere Tipps und Tricks

Kinder brauchen immer wieder Pausen und Zeit für sich.

Reiseart

Es gibt Familien die radeln durch fremde Länder oder solche, die sind sogar zu Fuss unterwegs und ziehen die Kinder in einem Anhänger mit. Wir sind da eher klassisch unterwegs und können dementsprechend von Flug-, Zug- und Autoreisen berichten.

Flug

Eine Flugreise ist immer ein Erlebnis und wer das erste Mal mit Kleinkindern für einen längeren Flug plant, zerbricht sich im Vorfeld über vieles den Kopf. Ich hatte vor dem ersten Langstreckenflug mit Kindern fast ein bisschen Angst, aber es lief problemlos. Hier unsere Tipps:

Flugzeiten: Die Abflugs- und Ankunftszeit gewinnt bei einer Reise mit Kleinkindern an Bedeutung. Während ich alleine die unmöglichsten Stopover und Umstiege geplant habe, versuche ich nun die Flugzeiten  dem Schlafrhythmus der Kinder anzupassen. Das ist manchmal ein Ding der Unmöglichkeit und wir wägen immer wieder günstige Flüge gegen perfekte Flugzeiten ab. Meistens gewinnt dann die Bequemlichkeit und wir wählen den Flug mit den besten Zeiten, der wiederum teurer ist.

Bei Langstreckenflügen sind Nachtflüge besonders praktisch, so dass die Kinder (theoretisch) schlafen können und sich der Jetlag in Grenzen hält.

Gepäck: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Das gilt auch mit Kindern, gerade auch, weil man da immer wieder versucht ist, mehr als nötig einzupacken. Am besten nach dem ersten Packen nochmals alles auspacken und auf die Hälfte reduzieren.

Flugsicherheit: Kleinkinder bis zwei Jahre brauchen im Flugzeug keinen eigenen Sitz und können auf dem Schoss der Eltern mitreisen. Dies ist jedoch sehr unsicher, das Kind ist bei Turbulenzen eigentlich gar nicht gesichert. Die zusätzlichen Gurte – genannt Loop Belts – schaden dem Kind im Notfall mehr, als dass sie dieses schützen. Aus diesem Grund empfehlen wir für Babys die Mitnahme einer Babyschale, welcher zertifiziert fürs Flugzeug ist. Der Sitzplatz kostet zwar extra, aber es ist für Kind und Eltern sicherer und gemütlicher. Gerade bei einem Langstreckenflug kann das Kind so bequem schlafen.

Sobald unsere Kinder zu gross für die Babyschale waren (ab ca. 1 Jahr), haben wir den Fly Safe Cares-Gurt mitgebracht. Dieser schützt unsere Kinder durch ein Rückhaltsystem bei Turbulenzen besser, als nur der normale Hüftgurt im Flugzeug. Der Gurt ist für Kinder zwischen 10 und 20 Kg und bis zu einer Grösse von einem Meter geeignet. Egal welches Alter, wir haben für unsere Kinder immer einen eigenen Sitzplatz gebucht.

Druckausgleich: Bei Babys und Kleinkindern wird empfohlen, diese während dem Start und der Landung zu stillen, resp. ein Fläschchen zu geben. Durch das Schlucken löst sich der Druck im Ohr. Älteren Kindern kann man zu dieser Zeit ihre Trinkflasche oder einen Kaugummi geben.

Unterhaltung: Auf Flugreisen haben unsere Kids nahezu freien Zugang zu ihren Lieblingsserien auf dem Tablet. Ausserdem haben wir jeweils einen eigenen Rucksack mit Spielsachen dabei. Es bieten sich Malsachen, Stickerbücher, TipToi und ev. das Lieblingsspielzeug wie Autos oder Plüschtier an. Natürlich haben wir auch allerlei Esssachen mit dabei (Trockenfrüchte, Nüsse, Reiswaffeln, Riegel u.ä.).

Reisen mit Kleinkindern – unsere Tipps und Tricks

Auto oder Vanreisen

Als unsere Tochter noch unter Zwei war, haben wir einige Roadtrips mit ihr gemacht. Leider ist danach die Reiseübelkeit aufgetaucht und seitdem vermeiden wir Autofahren. Natürlich sind wir dennoch hin und wieder auf Autofahrten angewiesen, um von Ort zu Ort zu kommen. In Spanien, Albanien, Montenegro und der Schweiz haben wir aber einige Roadtrips unternommen.

Vom Leben im Van waren wir nicht so begeistert wie sonst viele Familien. Welche Gründe das hatte, kannst du in diesem Erfahrungsbericht nachlesen.

Unsere Roadtrips per Auto waren aber immer sehr einfach und unkompliziert. Auto mieten, Kind reinpacken und losgehts. Auch Sardinien haben wir so erkundet und können es nur weiterempfehlen. Die Flexibilität ist gross und zu entdecken gibt es vieles.

Zugreisen

Wir sind grosse Zugfans. Oft suchen wir uns die Reiserouten anhand von Bahnstrecken aus. Der grosse Nachteil ist natürlich, dass man so auf bestimmte Orte beschränkt ist und in abgelegene Orte kaum kommt. Denn die Weiterreise mit dem Bus fällt – zumindest bei uns – aus bekannten Gründen aus. Ausserdem sind die meisten Länder gar nicht per Bahn zu bereisen, weil es schlichtweg kein Streckennetz gibt.

Viel zu beachten gibt es ansonsten auch hier nicht. Einsteigen und los geht’s. Auch im Zug reist es sich am einfachsten mit leichtem Gepäck. Wir haben immer Essen und Spielzeug dabei und bevorzugt suchen wir einen Familienwagen auf. In der Schweiz sind diese sensationell und sogar mit einem richtigen Spielwagen mit Rutsche ausgestattet.

Im Sommer 2021 haben wir mit der ganzen Familie eine zweiwöchige Zugreise durch Slowenien unternommen. Mit dem Nachtzug sind wir von Zürich nach Jesenice gefahren und von dort dann im ganzen Land mit dem Zug. Diese Reise war ein tolles Erlebnis und empfehlen wir unbedingt zum Nachreisen. Schon nur das Schlafen im Zug ist für Kinder ein spannendes Erlebnis.

Reisen vor Ort

Dies ist von Land zu Land sehr unterschiedlich. Wir mieten ein Auto, fahren mit dem Zug oder bewegen uns mit Shuttles vorwärts.

Autos mieten wir über die gängigen Seiten wie billiger-mietwagen oder schreiben auch mal die Agenturen direkt an. Kindersitze sind meistens für einen anständigen Preis verfügbar.

Wenn möglich, sind wir auch mal mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, aber für Reisestrecken ist es mit Kleinkindern eher unpraktisch, da wir zu viel Gepäck dabeihaben.

Zur Zeit reisen wir zusätzlich mit Surfboard und Buggy, es gibt also einiges zu schleppen. Aus diesem Grund – und auch aus Bequemlichkeit – reisen wir meistens mit privaten Shuttles, da in Südamerika kaum Züge verfügbar sind. Selbstverständlich hat das seinen Preis und ist nicht mit einem öffentlichen Bus zu vergleichen. Für uns ist es aber das bequemste und passendste Transportmittel, zumal wir lange an einem Ort bleiben und uns selten fortbewegen.

Thema Kindersitz: Wer mit Baby reist, kann eine Babyschale mitnehmen. Das passt fürs Flugzeug, Auto und vielleicht sogar für den Kinderwagen.

Anders sieht es aber aus, wenn man vor Ort mit dem Taxi oder einem Shuttle unterwegs ist. In den meisten Ländern gibt es da keinen Kindersitz. Die Kinder sitzen einfach auf die Rückbank, schnallen sich an und gut ist. Wir nehmen für unsere Kinder in diesem Fall nicht extra Kindersitze mit.

Ganz neu gibt es jetzt mit dem WhizRider eine Art Gurtsystem für unterwegs, damit die Kids auch im Taxi entsprechend gesichert sind. Wir habens aber noch nie getestet.

Unterkünfte

Was früher eher weniger Bedeutung hatte und mit Kindern super wichtig ist, sind die Unterkünfte. Ab und zu übernachten wir in Hotelzimmern. Meistens ist das vor oder nach einem Flug oder wenn wir sonst irgendwo eine Art Zwischenübernachtung haben. Zimmer für 4 Personen können teuer werden. Wenn es z.B. nur für eine Nacht oder zwei ist lohnt es sich nachzufragen, ob man ein grösseres Zweierzimmer haben kann und für die Kinder eine grosse Matratze auf den Boden. Hat bei uns auch schon funktioniert.

Ansonsten ist es mit Kleinkindern immer von Vorteil ein Apartment oder eine Wohnung zu mieten. Der einfachste Grund dafür ist der Platz und die Küche. Die Kids brauchen Platz zum Spielen und hungrig sind sie die ganze Zeit, somit ist für längere Aufenthalte eine Küche ein Muss. Vielfach finden wir dies über Airbnb. Das betrifft vor allem die Städte, in denen wir immer ein Apartment mieten.

An ruhigeren Orten übernachten wir oft in Bungalows oder Guesthouses, die zwar oft vom Zimmer her kleiner sind, aber drum herum viel Platz bieten. Sei es, dass sie direkt am Strand liegen oder einen grossen Garten haben. Hauptsache die Kids haben genug Platz um sich zu bewegen, denn wenn nicht, ist es nicht mehr lustig und wir gehen uns auf die Nerven.

Reisen mit Kleinkindern – unsere Tipps und Tricks

Eine offene Unterkunft mit grossem Garten ist uns sehr wichtig.

Daher ist die Wahl der Unterkunft für uns sehr zentral und eines der wichtigsten Kriterien jeder Reise.

Wir sondern meistens bei Airbnb und booking.com vor und schreiben oft die Gastgeber persönlich an. So lässt sich oft ein guter Preis aushandeln. Sehr viel läuft aber auch über Social Media, seien das Telegram-Gruppen, Facebook-Marketplace oder Instagram. Gerade auf Instagram suche ich vor einer Reise über den gewählten Ort alles aus und entdecke immer wieder Unterkünfte, die nicht auf den gängigen Plattformen zu finden sind.

Meistens ist es aber gar nicht so einfach, eine passende Unterkunft zu finden. Die wenigsten sind auf Familien ausgelegt und oftmals werden horrende Preise verlangt. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich vor Ort alles einfacher organisieren lässt. Nachfragen, ob man eine Matratze mehr haben kann, den Preis verhandeln etc. Das alles geht vor Ort am besten.

Betten: Die Frage nach den Betten spielt mit Kindern plötzlich auch eine Rolle. Als wir zu dritt mit Baby unterwegs waren, haben wir jeweils für ein Babybett angefragt. In den meisten Fällen war das kein Problem und wenn es nicht verfügbar war, hat unsere Tochter bei uns im Bett geschlafen.

Mit zwei Kleinkindern brauchen wir jeweils zwei Einzelbetten für sie oder ein Doppelbett, dass sie sich teilen. Allerdings sind in vielen Unterkünften Stockbetten vorhanden, wozu unsere Kinder noch zu klein sind. Da improvisieren wir oft uns nehmen die obere Matratze auf den Boden. Wir schieben auch gerne mal Betten herum, damit der Kleinste an der Wand schlafen kann und so nicht aus dem Bett fällt.

Wir haben auch schon einen Rausfallschutz ausprobiert. Das sind aufblasbare Plastikbalken, die man unter das Fixleintuch legen kann. Wir waren aber einigermassen enttäuscht, da sie sehr schnell Luft verloren haben.

Essen

Dieses Thema ist viel unkomplizierter, als man vielleicht denken mag. Viele Kinder gehen durch Phasen, in denen sie nur bestimmte Dinge essen – oder eben nicht. Wir hatten auch die „Pasta ohne Sauce aber immer mit Käse“-Phase. Glücklicherweise gibt’s das überall. Unterwegs lernen die Kids viele Lebensmittel kennen, die sie zu Hause wohl nicht so schnell kennengelernt hätten und dann liebgewinnen.

Babys sind ein eigenes Thema. Solange sie gestillt werden oder ein Fläschchen erhalten, ist das Essen auf Reisen kein Thema. Milchpulver ist überall erhältlich, höchstens die gewohnte Marke nicht. Bei uns gab es nie Akzeptanzprobleme mit der fremden Marke. Bei einer Reise von zwei bis drei Wochen haben wir das Milchpulver von zu Hause mitgenommen.

Daheim haben wir Babybrei meistens selbst gekocht. Auf Reisen ist das natürlich nicht so einfach, vor allem, wenn man wirklich auf Reisen ist und nicht für längere Zeit an einem Ort bleibt. Hier sei gesagt: Babybrei im Glas gibt’s überall. Jedenfalls überall dort, wo man mit einem Baby so hinreist. Manchmal sind die Gläschen aber nicht im Supermarkt zu finden, sondern nur in der Apotheke. Diese Erfahrung haben wir beispielsweise in Albanien gemacht. Das findet man vor Ort aber schnell raus.

Reisen mit Kleinkindern – unsere Tipps und Tricks

Brei im Gläschen gibts eigentlich überall.

Medizinische Versorgung

Die grösste Angst von jedem Elternteil auf Reisen ist wohl, dass das Kind unterwegs ernsthaft krank wird und keine ärztliche Versorgung vorhanden ist.  Diese Sorge kennen wir gut, ist aber meistens übertrieben, denn:

  • In den Ländern, in denen du mit deinem Kind reist, gibt es auch ärztliche Versorgung. Keine Eltern reisen mit Kleinkindern in die entlegensten Erdteile oder in Krisenländer.
  • Meistens passiert nichts Schlimmes.

Wichtig ist eine entsprechende Versicherung für die Reise. Zusätzlich empfehlen wir, dass du im vornherein checkst, wo das nächstgelegene Krankenhaus liegt und welche Ärzt:innen es vor Ort gibt.

Wir haben die ganze Familie bei der BDAE krankenversichert. (Affiliate-Link)

Reiseapotheke

In unserer Reiseapotheke haben wir alle Standardsachen dabei. Das heisst, ein Erste-Hilfe-Set mit Verbänden, Druckpflastern, Pflastern, Wundsalbe, zusätzlich für die Kinder Fiebermesser, Fiebersaft und –zäpfchen. Wenn wir speziell etwas brauchen, kaufen wir es vor Ort. Apotheken haben wir bisher wirklich überall gefunden, oft auch in den kleinen Dörfern.

Spielsachen

Welche Spielsachen man auf Reisen mitnimmt, ist natürlich sehr individuell und vom Alter der Kinder abhängig. Sinn macht das Lieblingsspielzeug oder Schmusetier und Sachen, die leicht zu transportieren und vielseitig einsetzbar sind.

Bei uns sieht das für eine Langzeitreise und Kinder mit zwei und vier Jahren so aus:

  • Malbuch und Stifte
  • Stickerbuch
  • TipToi Bücher und Stifte
  • Puzzles
  • Stapelspiel
  • UNO-Karten
  • Lieblingsbücher
  • Spielzeugautos

Unterwegs kaufen wir je nachdem etwas nach, so zum Beispiel Sand- und Wasserspielzeug, wenn wir für längere Zeit am Meer oder an einem Ort mit Pool sind.

Interessant zu sehen ist aber, dass das meiste Spielzeug unterwegs für etwas ganz anderes gebraucht wird. In diesem Alter sind Rollenspiele hoch angesagt und aus einem Buch wird ein Teller, der TipToi zum Löffel und die Malstifte sind plötzlich Salat, so dass man Restaurant spielen kann.

Spielplätze und Gemeinschaftszentren

Wer Kleinkinder hat, kennt die Bedeutung von Spielplätzen. Man liebt oder hasst sie, meist ist es eine Mischung aus beidem. Gerade in Städten oder an einem Ort mit wenig Platz sind sie Gold wert. Kleinkinder brauchen Bewegung und müssen sich austoben, jedenfalls unsere.

Die App Playground-Buddy hat uns schon oft gerettet und sie funktioniert weltweit, egal ob in Slowenien oder in Ecuador. Super einfach zu bedienen, zeigt sie immer die nächsten Spielplätze an. So sind wir auch schon in einigen interessanten Hinterhöfen gelandet. Beim Reisen mit Kleinkindern gehört die unbedingt dazu. Ausserdem kann man mit ein paar Klicks ganz einfach die entdeckten Spielplätze hinzufügen.

Es gibt auch in vielen Ländern Gemeinschaftszentren für Familien. Auf der Website des entsprechenden Ortes findest du sie meistens schnell. Ansonsten die Gemeinde anschreiben oder auf Instagram suchen.

Reisen mit Kleinkindern – unsere Tipps und Tricks

Wir landen immer mal wieder auf Spielplätzen.

Good to know

  • Nimm für die Kinder keine Kleider mit, die irgendwo weiss drin haben. Auch nicht weisse Streifen. Die Waschmaschinen sind meistens schlecht und Flecken gehen nie mehr raus. Je farbiger (oder dunkler), desto besser.
  • Bei unserer ersten Reise mit Baby nach Gran Canaria, hatten wir ein Wurfzelt für Babys dabei. Fanden wir bei der Bestellung gut, haben es aber nie gebraucht. Für uns war es unnötig.
  • Fussstütze fürs Flugzeug: Dort könnten sich die Kinder auch hinlegen und schlafen. Lohnt sich definitiv nur für einen Langstreckenflug in der Nacht. Tagsüber haben wir das nie gebraucht.
  • Wir haben für beide Kids eigene Kopfhörer dabei, dass sie in Ruhe Hörspiele hören können, wenn wir unterwegs sind.
  • Windeln und Feuchttücher gibt’s überall.

Special: Langzeitreisen

Heimweh

Manchmal vermissen wir alle die Heimat oder die gewohnte Umgebung. Auch unsere Kinder vermissen ab und zu ihre Freund:innen. Deswegen sind auch schon Tränen geflossen, aber glücklicherweise hält sich das alles in Grenzen. In diesem Alter sind sie immer noch am liebsten da, wo die Eltern sind.

Wir halten aber engen Kontakt mit ihren Freund:innen, schreiben Karten, schicken Videos und machen Videochats. So können sie auch immer wieder von ihren Erlebnissen erzählen und ihre Liebsten sehen.

Und wenn das gerade nicht möglich ist, beispielsweise wegen der Zeitverschiebung, dann reden wir darüber und erklären, dass dieses Gefühl völlig ok ist. Trotz aller schönen und spannenden Erlebnisse unterwegs ist es ok, wenn man gerade lieber bei der liebsten Freundin sein oder mit dem Freund im Park fangen spielen möchte. Heimweh zu haben oder jemanden zu vermissen ist total ok. Wenn wir das so kommunizieren, diese Gefühle annehmen und die Kids fest umarmen, ist nach ein paar Minuten alles wieder ok.

Familienzeit

Viele Familien die auf Langzeitreise sind, waren schon vorher viel zusammen und mindestens ein Elternteil – meist die Mutter – hat die Kids Vollzeit betreut. So ist jedenfalls unser Eindruck von den Reisefamilien, die wir getroffen haben.

Wir waren in der Schweiz beide zu 80 % ausser Haus berufstätig und ich zusätzlich Selbstständig als Bloggerin. Unsere Kinder haben an drei Tagen die Woche die Kita besucht und waren total happy damit. Dementsprechend war es für uns alle eine Umstellung, dass wir plötzlich 24/7 aufeinander hockten. Zugegeben, wohl mehr für uns, als für die Kinder.

Aber wir haben einiges an Eingewöhnungszeit gebraucht um damit klarzukommen, dass wir keine freie Minute mehr haben. Immer, wirklich immer ist jemand da. Das kann schon auch sehr belastend sein. Natürlich haben wir uns immer wieder freie Zeit geschenkt für einen Spaziergang am Strand oder ähnliches. Aber mehr als ein paar Stunden war es eben doch nie.

Nach ein paar Wochen haben wir uns gefunden und auch an die Situation gewöhnt. Aber unterschätzen sollte man diesen Wechsel nicht, wenn man sich das nicht gewohnt ist. In schwierigen Phasen hilft das Wissen, dass sich bald einmal alles zusammenfügen wird.

Auf Reisen ist grundsätzlich alles intensiver, was für die positiven sowie auch für die negativen Seiten gilt. Wenn man sich nervt, dann richtig. Es gibt dann auch nicht schnell ein Entfliehen. Demnach macht das auf einer Langzeitreise auch vieles mit einem. Wir haben intensiver über unser Familienleben nachgedacht, wie wir miteinander umgehen und was wir verbessern wollen. Wichtig ist, dass du das nicht als Problem, sondern als Chance siehst.

Alltag

„Was macht ihr eigentlich den ganzen Tag?“ Das werden wir oft gefragt, denn die meisten können sich den Alltag auf einer Langzeitreise nicht so wirklich vorstellen. Kurz: leben.

Ganz oft sind die Tage viel weniger spektakulär, als man so annimmt. Auf einer zweiwöchigen Reise hat man oft ein Programm, erkundet viele Ecken eines Landes und erlebt jeden Tag unterschiedliches.

Auf einer Langzeitreise haben wir meistens eine Bleibe von mehreren Wochen oder Monaten und unser Alltag sieht nicht viel anders aus, als „zu Hause“ auch. Wir arbeiten abwechslungsweise online an unseren Projekten, währen der andere Elternteil mit den Kindern etwas unternimmt. Anstatt in Zürich auf den Spielplatz, gehen wir an den Strand und bauen eine Sandburg. Anstatt dass wir den Bauernhof besuchen, machen wir einen Spaziergang im Dschungel und beobachten Affen. Aber wir kochen, putzen und waschen wie zu Hause auch und etablieren vor Ort einen Alltag.

Wir unternehmen auch mal spezielle Dinge, besuchen Orte oder Sehenswürdigkeiten, arbeiten weniger und machen mehr frei. Und: wir können uns das alles so einteilen, wie es für uns passt.

Treffen mit anderen Reisefamilien

Gerade am Anfang unserer Reise haben sich die Kinder sehr über andere deutschsprachige Kinder gefreut. Mit ihnen zu spielen war für sie einfach, da sie dieselbe Sprache gesprochen haben. Wir haben auch immer etwas Ausschau gehalten für deutschsprachige Familien.

Viel öfters haben wir aber englisch- oder spanischsprachige Kinder getroffen. Mit der Zeit haben unsere Kids einiges an Englisch aufgeschnappt und können sich mittlerweile einigermassen verständigen. Sie haben auch gelernt mit Kindern zu spielen, deren Sprache sie nicht verstehen. Jetzt spielt es für sie keine grosse Rolle mehr, welche Sprache die anderen Kinder sprachen.

Unsere Erfahrung ist, dass alle Familien mit Kleinkindern auf der Suche nach Connections mit anderen Reisefamilien sind. Nicht nur wegen möglicher Spielgefährt:innen für ihre Kinder, sondern auch Zwecks Austausch, da das Reisen mit Kleinkindern doch andere Herausforderungen mit sich bringt. Dazu gibt es verschiedene Gruppen auf Facebook:

Am meisten Vernetzung finden wir aber via Instagram, indem wir anderen Reisenden, resp. Reisefamilien folgen und sie anschreiben, wenn wir in derselben Gegend sind.

Reisen mit Kleinkindern – unsere Tipps und Tricks

Reisen mit Kindern.

So oder so, das Reisen mit Kindern ist toll. Es ist genau das, was ich mir immer gewünscht habe. Die Kids erleben so unendlich viel und lernen Dinge, an die zu Hause nicht einmal zu denken wäre. Da fliessen auch besonders viele soziale Aspekte mit rein.

Aber das Reisen mit Kindern ist auch eine grosse Herausforderung. Es braucht viele Nerven, viel Verständnis, viel Liebe und es gibt unendlich viele Learnings.

Alles in allem würde ich auf diese Zeiten, egal ob auf Urlaubsreisen oder auf Langzeitreisen, nie verzichten wollen. Wir sind unendlich dankbar, dass wir in der Lage sind, unseren Kindern die Welt zu zeigen und sie dieses Geschenk auch annehmen.

Vor welchen Herausforderungen stehst du, wenn du mit deinen Kindern auf Reisen bist?

Über die/den Autor/in

Früher als soloreisende Backpackerin, bin ich heute am liebsten mit der ganzen Familie unterwegs. Ich lebe, reise und arbeite auf der ganzen Welt und geniesse es, Jürgen und unsere Kids immer mit dabei zu haben. Mein Herz schlägt für Hawaii, Kryptowährungen und Schokoladeneis. Mein Ziel ist finanzielle Freiheit für mich und meine Familie.

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