Wo liegt denn eigentlich Ljubljana?

Als ich in die Stadt mit dem wunderschönen Namen reise, sind die Reaktionen gemischt. Einige geraten ins totale Schwärmen und können sich kaum bremsen. Wie schön Ljubljana sei, wie hip und cool und was ich dort alles machen müsse.

Vom grössten Teil jedoch ernte ich Fragezeichen. Wo denn das jetzt genau liege, wollen die wissen, die sich getrauen zuzugeben, dass sie keine Ahnung haben. Ah, in Slowenien. Aber wo ist denn jetzt bitte sehr Slowenien. Wahrscheinlich irgendwo im Osten, oder? Um das zu klären, hier eine Karte:

Das kleine Land liegt zwischen Österreich und Kroatien und teilt sich die Grenze auch mit Italien und Ungarn. So weit weg liegt Slowenien also gar nicht. Der Flug ab Zürich dauert nur eine Stunde. Norddeutschland ist weiter entfernt.

Einerseits entdecken zwar immer mehr Reisende das hübsche Land, dennoch ist die Anzahl derer die keine Ahnung haben wo Slowenien liegt, viel grösser. Meine Begleitung bei der Wanderung in die slowenischen Berge, eine Bergführerin und Journalistin, erzählt mir von den Reaktionen von Touristen, die ihr Radiosender gesammelt hat. Von „Gibt es hier überhaupt Internet?“ bis hin zu „Ist Slowenien sehr gefährlich? Gibt es denn immer noch Krieg?“ ist alles mögliche vorhanden. Zur Info: Slowenien war während 10 Tagen in die Jugoslawienkriege involviert, als sich das Land 1991 von Jugoslawien unabhängig erklärt hat. Also vor weit über 20 Jahren. Soviel dazu, was in den Köpfen hängenbleibt.

Ljubljana, eine tatsächlich wunderschöne Stadt.

Ljubljana, eine tatsächlich wunderschöne Stadt.

Aber zurück zu meinem Slowenientrip. Ich freue mich riesig, denn nach Ljubljana wollte ich schon immer mal. Schon oft bin ich am Flughafen in Zürich an den Gates vorbeigelaufen und sobald ich Ljubljana angeschrieben sah musste ich mich zwingen, dort nicht einzusteigen. Der Name dieser Stadt hört sich einfach traumhaft an, nicht wahr? Dieser wird übrigens lub-li-ana ausgesprochen, heisst übersetzt „geliebte Stadt“ und wird auf Deutsch ganz unspektakulär Laibach genannt. Ich mag Ljubljana viel besser.

Das erste was mir auffällt in der Stadt, ist der Drache. Dieser prangt auf Postern, ziert Trinktassen und wird als Schlüsselanhänger verkauft. Als ich dann auf einer Brücke Drachen sitzen sehe (die Brücke heisst natürlich Drachenbrücke), muss ich einfach wissen, was es damit denn auf sich hat.

Der Drache von Ljubljana, Wahrzeichen der Stadt.

Der Drache von Ljubljana, Wahrzeichen der Stadt.

Auf der Homepage von VisitLjubljana finde ich die Legende:

Ljubljana soll vom griechischen mythologischen Helden Jason gegründet worden sein, der dem König Aietes das Goldene Vlies raubte und anschlieSSend mit seinen Gefährten, den Argonauten, auf dem Schiff Argo über das Schwarze Meer sowie auf der Donau und Save bis zum Fluss Ljubljanica flüchtete.
Dort zerlegten die Argonauten das Schiff und transportierten es auf dem Landweg bis zum Adriatischen Meer, wo sie es wieder zusammenbauten und nach Griechenland zurückkehrten. Auf dem Weg zum Meer machten sie bei der Quelle des Flusses Ljubljanica Halt an einem groSSen See und Moor, wo ein Ungeheuer lebte. Jason kämpfte mit dem Ungeheuer und tötete es. Dieses Ungeheuer soll der Drache von Ljubljana gewesen sein, der heute das Stadtwappen von Ljubljana ziert, wo er auf dem Burgturm stehend abgebildet ist.

Die Standseilbahn fährt von der Stadtmitte zur Burg von Ljubljana.

Die Standseilbahn fährt von der Stadtmitte zur Burg von Ljubljana.

Da mache ich mich auch gleich auf um die Burg zu sehen. In der Stadt ist sie allgegenwärtig, von überall her sieht man sie über Ljubljana thronen. Rauf gehts mit der Standseilbahn, die mitten in der Stadt losfährt und binnen einigen Minuten zur Burg rauf führt. Oben angelangt, bietet sich ein wundervoller Ausblick über die Stadt, besonders von der Burgmauer. In der Burg können verschiedene Ausstellungen und Touren besucht werden. Runter gehts zu Fuss, ein schöner, kurzer Weg durch ein Wäldchen, dass immer wieder schöne Aussichten bietet.

Aussicht von der Burg über die Stadt Ljubljana.

Aussicht von der Burg über die Stadt Ljubljana.

Auf dem Weg zur Burg von Ljubljana.

Auf dem Weg zur Burg von Ljubljana.

Zurück in der Stadt führt der Weg fast direkt auf den zentralen Marktplatz. Hier herrscht ein reges Treiben, es riecht gut und das Auge wird von farbenfrohen Bergen von Früchten und Gemüse verwöhnt. Ich schlendere gemütlich über den Markt, schaue dem Treiben zu, als ich vor einem Automaten stehenbleibe. Ein Milchautomat? Genau. Habe ich vorher noch nie gesehen. Wer also mitten in der Nacht das dringende Verlangen nach einem Glas frischer Vollmilch verspürt, läuft einfach schnell zum 24/7 Automaten auf dem Marktplatz. Auch schön.

Auf dem Marktplatz von Ljubljana steht ein 24/7 Milchautomat.

Auf dem Marktplatz von Ljubljana steht ein 24/7 Milchautomat.

Ein verführerisches Angebot auf dem Markt in Ljubljana.

Ein verführerisches Angebot auf dem Markt in Ljubljana.

Ein schöner Spaziergang führt Richtung Bahnhof, in das Viertel Metelkova. Was einst ein Kasernenkomplex der Jugoslawischen Volksarmee war, ist heute ein autonomes kulturelles Zentrum. Hier gibts ganz viel Kunst, Kultur und Musik, ebenso findet sich hier das bekannte Hostel Celica, wo man in ehemaligen Gefängniszellen übernachten kann.

Kunst im Viertel Metelkova in Ljubljana.

Kunst im Viertel Metelkova in Ljubljana.

Nicht verpassen: Das Viertel Metelkova in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana.

Nicht verpassen: Das Viertel Metelkova in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana.

Überhaupt lohnt sich ein längerer Spaziergang durch die Stadt, denn Ljubljana ist, wie der Name bereits vermuten lässt, schön. Die Stadt ist klein, aber fein. Mit nur etwas über 270’000 Einwohnern lässt sich alles gemütlich zu Fuss erkunden. Die Architektur, ganz besonders die Altstadt und die vielen Brücken, ist wunderschön. Es gibt unzählige Cafés, Museen und kulturelle Veranstaltungen. Ganz besonders im Sommer ist Ljubljana toll, da zu dieser Zeit der mediterrane Charme zur Geltung kommt.

Die wohl bekannteste Häuserfassade in Ljubljana.

Die wohl bekannteste Häuserfassade in Ljubljana.

Die Stadt ist bekannt für viele Brücken.

Die Stadt ist bekannt für viele Brücken.

Hübsche Fassaden in der Altstadt von Ljubljana.

Hübsche Fassaden in der Altstadt von Ljubljana.

Das wahrscheinlich schönste ist der Abend am Flussufer des Ljubljanica zu sitzen und einer der vielen günstigen Cocktails zu schlürfen. Ljubljana im Licht des Sonnenuntergangs zu erleben, ist ganz besonders toll.

Am Flussufer in Ljubljana.

Am Flussufer in Ljubljana.

Hier lässt es sich wunderschön die Stimmung geniessen.

Hier lässt es sich wunderschön die Stimmung geniessen.

An Ljubljanas Flussufer.

An Ljubljanas Flussufer.

Da Ljubljana richtig hip geworden ist und sich die Stadt wohl zu einer der nächsten Trenddestinationen entwickeln wird, gibt es auch immer mehr coole Hostels. Und in einem davon kann ich übernachten: Dem Hostel Tresor. Und gleich vorneweg – es ist tatsächlich eines der besten Hostels in denen ich je war. Und ich war in unzähligen Hostels.

Zimmer im Hostel Tresor in Ljubljana.

Zimmer im Hostel Tresor in Ljubljana.

Mal ganz abgesehen von allem anderen, ist das Hostel mitten in der Stadt. Also wirklich mittendrin. Zentraler geht’s einfach nicht mehr. Ein Schritt raus und ich bin mitten in der Fussgängerzone im Stadtzentrum. Das Hostel ist in einer früheren Bank untergebracht und hat dessen Atmospähre zwar total verändert, aber übernimmt das Konzept des Geldes. Jedes Zimmer ist nach einer Währung, teils nach alten europäischen Währungen, benannt und in einem früheren Bankraum untergebracht.

Hostel Tresor: Meine Empfehlung für Ljubljana.

Hostel Tresor: Meine Empfehlung für Ljubljana.

Die frühere Empfangshalle ist heute ein Begegnungsort und im ehemaligen Tresor im Keller, wird das leckere Frühstück serviert. Aber es ist nicht nur das Konzept, dass Spass macht. Das Hostel ist sauber, es dringt kein Lärm in die Zimmer, Steckdosen sind mehr als genug vorhanden und das WLAN läuft perfekt. Alles was ich für eine entspannte Nacht benötige, ist garantiert. Zudem sind die Angestellten super freundlich und helfen mir auch bei allen aussergewöhnlichen Fragen und Anliegen. Ich bin begeistert – und komme garantiert wieder!

Ljubljana, die nächste Trendcity in Europa.

Ljubljana, die nächste Trendcity in Europa.

Ljubljana ist tatsächlich ein kultureller Hotspot. Gerade während den Sommermonaten läuft unglaublich vieles. Das schöne an der Stadt ist auch, dass ich immer nur ein paar Gehminuten brauche, bis ich im Grünen bin, beispielsweise im Tivoli Park.

Es lassen sich auch ganz einfach Ausflüge in das Land unternehmen. Slowenien ist nur halb so gross wie die Schweiz und hat gut 2 Millionen Einwohner. Die Vielfalt des Landes ist aber eindrücklich und es lohnt sich, dies zu erkunden. Ich habe nämlich auch die Alm Velika Planina besucht und dort bei den Hirten vorbeigeschaut und – wie könnte es auch anders sein – mich mit Sloweniens Kulinarik auseinander gesetzt.

Wie ist deine Meinung zu Ljubljana?

 

**Vielen Dank an Visit Ljubljana und Hostel Tresor, die mich bei dieser Reise unterstützt haben. Wie immer kannst du sicher sein, dass meine Meinung davon nicht beeinflusst wird.**

7 Kommentare

Leave a Comment