Von Kamnik auf die Alp Velika planina

Für mich ist klar, dass ich auf meinem Slowenien Trip auch noch etwas anderes sehen will als nur Ljubljana. Den See Bled? Geht doch jeder hin. Etwas weniger bekannt, aber nur einen Katzensprung von der Hauptstadt entfernt, ist das Kleinstädtchen Kamnik. Da will ich hin. Und von dort dann in die Natur und Richtung slowenische Alpen, auf das Hochplateau Velika planina.

Kamnik liegt nur 30-40 Minuten von Ljubljana entfernt und ist auch gut per Bus zu erreichen. Das hübsche Städtchen gewinnt mehr und mehr and Bedeutung für Leute die in Ljubljana arbeiten, aber gerne etwas ländlicher wohnen. Daher ist in Kamnik für die gut 30’000 Einwohner doch auch immer wieder etwas los.

Kamnik, ein hübsches Städtchen in Slowenien.

Kamnik, ein hübsches Städtchen in Slowenien.

Die Stadt ist eine der ältesten slowenischen Städte und hat einen schönen, mittelalterlichen Stadtkern. Wie alle Orte in Slowenien, hat auch Kaminik einen deutschen Namen: Stein in der Oberkrain. Ein bisschen sonderbar. Genau wie bei Ljubljana, da gefällt mir der slowenische Name auch besser.

Einen wunderbaren Blick über Kamnik geniesse ich von der Kapelle St. Eligius. Die kleine Kapelle, die über der Stadt thront, wurde zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert erbaut. Interessant ist auch der Besuch des Franziskanerklosters, wo ich die Gottesgrabkapelle des Architekten Jožef Plečnik besichtigen kann und das eine riesige Bibliothek beherbergt. Wer Ruhe sucht und sich im Botanischen Garten erholen will, tut dies am besten im Volcji Potok Arboretum, dass über 3500 Spezien an Pflanzen beherbergt.

Sicht über Kamnik von der Kapelle aus.

Sicht über Kamnik von der Kapelle aus.

Am besten gefällt mir jedoch das rumschlendern in Kamnik. Die schöne mittelalterliche Stadt lädt zu gemütlichen Spaziergängen ein und bietet tatsächlich so richtig malerische Bilder. Während meines Stadtspazierganges kehre ich in Gasthäuser ein, wie in Pri Podki und lasse es mir kulinarisch gutgehen.

Kamnik besitzt einen sehr schönen Stadtkern.

Kamnik besitzt einen sehr schönen Stadtkern.

Überall gibt es idyllische Szenen zu finden.

Überall gibt es idyllische Szenen zu finden.

Kamnik habe ich aber nicht ganz ins Blaue hinaus gewählt. Die Stadt ist ein perfekter Ausgangspunkt um auf die Alp Velika planina zu gelangen, zu deutsch: Steiner Alpen. Dort befindet sich nämlich eine hochalpine Hirtensiedlung, die ich mir unbedingt anschauen will.

Als wir in Kamnik losfahren und Richtung Seilbahn fahren, giesst es wie aus Kübeln. Aber so richtig. Wir sind gar nicht so sicher ob das noch klappt, ob die Gondel überhaupt fährt. Aber wir haben Glück, sie bringt uns auf fast 1700 Meter über Meer. Als wir oben ankommen ist es zwar immer noch bewölkt, aber es regnet nicht mehr.

Die Alp Velika planina in Slowenien.

Die Alp Velika planina in Slowenien.

Die Alp erscheint so aber in einem ganz speziellen Licht. Ein ganz klein wenig mystisch sogar. Sonst kenne ich die Berge bei strahlendem Sonnenschein oder mit Schnee bedeckt. Jetzt durchziehen leichte Nebelschwaden die Luft und von den kleinen Bergseen dampft es, sobald die ersten Sonnenstrahlen darauf treffen. Einzig die Kühe grasen wie immer gemütlich vor sich hin.

Auf der Alp Velika planina, den Steiner Alpen.

Auf der Alp Velika planina, den Steiner Alpen.

Idyllisch grüne Blumenwiesen auf der Alp.

Idyllisch grüne Blumenwiesen auf der Alp.

Wir laufen ca. 40 Minuten, bis wir von der Gondelstation zur Hirtensiedlung kommen. Jedes Jahr von Juni bis September bewohnen die Hirten die Hüttensiedlung auf der Velika planina. Die Hütten sind charakteristisch gebaut und mit Pinien-Schindeln gedeckt. Auch ein kleines Kirchlein hat es hier. Es wurde im Zweiten Weltkrieg von deutschen Soldaten niedergebrannt und 1988 durch die Initiative der Hirten am selben Standort wieder aufgebaut.

Die Hüttensiedlung der Hirten auf der Alp Velika planina.

Die Hüttensiedlung der Hirten auf der Alp Velika planina.

Auch eine Kirche gibt es auf der Velika planina.

Auch eine Kirche gibt es auf der Velika planina.

Eine der ältesten Hütten ist zu einem kleinen Museum umfunktioniert worden. Das will ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Als ich eintrete, bin ich begeistert. Die Hütte ist zwar ultra klein, aber genau so, wie sie vor dem Zweiten Weltkrieg gewesen ist. Sehr schön wird das Leben der Hirten dargestellt, ich kann 1:1 nachfühlen wie es gewesen sein muss, hier zu leben. Von dieser Alm kommt auch der Trnić Hartkäse und im Museum sind die Instrumente zur Verzierung dessen auch zu sehen.

Museum in einer der ältesten Hütten in der Siedlung.

Museum in einer der ältesten Hütten in der Siedlung.

So haben die Hirten früher gelebt.

So haben die Hirten früher gelebt.

Traditionelle Schuhe der Hirten in den slowenischen Alpen.

Traditionelle Schuhe der Hirten in den slowenischen Alpen.

Werkzeug um den Trnič Käse zu verzieren.

Werkzeug um den Trnič Käse zu verzieren.

Ganz in der Nähe der Hirtensiedlung, gibt es auch Unterkünfte für Touristen. Diese fügen sich perfekt in die Umgebung ein, sind sie doch genau so wie die Hirtenhütten gebaut, aber einfach mit allen Annehmlichkeiten, die Urlauber so wollen.

Auf halbem Weg zwischen Gondelstation und der Hirtensiedlung, lässt es sich auch wunderbar speisen. Das Restaurant Jurški dom bereitet typische Speisen zu, hier bietet sich eine gute Gelegenheit, in die Kulinarik Sloweniens einzutauchen.

Sicht über die Hüttensiedlung der Hirten auf der Velika planina.

Sicht über die Hüttensiedlung der Hirten auf der Velika planina.

Auf der Alp Velika Planina lässt es sich wunderbar Wandern. Es gibt ein gut ausgebautes Netz an Wegen. Ebenso werden Mountainbikefahrer glücklich, diese können die Hochebene problemlos per Bike erkunden. Dieser Ausflug ist sogar als Tagesausflug von Ljubljana möglich. Die Distanzen in Slowenien sind überschaubar und gerade deswegen, lässt sich in diesem wunderbaren Land innert kürzester Zeit so vieles entdecken.

Was ist dein Slowenien-Ausflugs-Tipp?

Ich bedanke mich bei VisitLjubljana und Kamnik Tourismus für die Unterstützung meiner Reise. Wie immer kannst du aber sicher sein, dass ich hier ausschliesslich meine eigene Meinung vertrete.

5 Kommentare

  • Step sagt:

    sieht ja wirklich sehr idyllisch aus! als ausflugstipp in slowenien kann ich noch das soca tal beisteuern, das ist relativ urig und rauh. erreicht man über eine recht abenteuerliche bergstrasse durch den triglav nationalpark……gruss diesmal aus der slowakei, einem ebenso kleinen und recht unbekannten land europas…….

    • Sarah sagt:

      Wow, ich hab mir grad Bilder vom Soca Tal angesehen. Das sieht ja wunderschön aus, danke für den Tipp! Ein super Grund, bald wieder nach Slowenien zurückzukehren! Dir viel Spass in der Slowakei!

      • Manu sagt:

        …und je nachdem zu welcher Zeit man dort ist, ist im Soca Tal / Tolmin auch noch richtig viel los (letzte Woche zB das Metaldays Festival mit 12.000 Besuchern 😉 )

  • […] des Landes ist aber eindrücklich und es lohnt sich, dies zu erkunden. Ich habe nämlich auch die Alm Velika Planina besucht und dort bei den Hirten vorbeigeschaut und – wie könnte es auch anders sein – […]

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