Entlang des Skutarisees in Montenegro

Die Aussicht auf den Fluss Crnojević und den Skutarisee ist atemberaubend. Selten habe ich so eine wundervolle Fernsicht gehabt. Ansonsten ist kein Mensch da. Ich habe gerade einen dieser ganz speziellen Flecken Erde gefunden.

Montenegro ist einfach wunderschön!
Montenegro ist einfach wunderschön!

Die Entscheidung für Montenegro haben wir nicht einmal sehr bewusst gefällt, sondern ist den Flugverbindungen zu schulden. Aber wir sind dankbar dafür, denn das Land bietet eine Fülle an Schätzen die es zu entdecken gibt. 

Während es uns an den Stränden kaum gefällt – in den Sommermonaten sind diese hoffnungslos überfüllt – interessiert sich ansonsten kaum jemand für das Inland. Das machen wir uns zunutze und verbringen ein paar Tage am Skutarisee (auch Shkodrasee oder Skadarsee genannt).

Hier quartieren wir uns in einem Haus ein, das von einer netten Familie vermietet wird. Und es sollte eine der schönsten Unterkünfte sein, die wir je via Airbnb (Das ist ein Affilitate-Link!) gebucht haben. Sie liegt ganz in der Nähe des Skutarisees, in einem kleinen Dorf Namens Limljani.

Unser temporäres Zuhause in Limljani.
Unser temporäres Zuhause Limljani.
Ein Steinhaus mit eigenem Pool haben wir bei Airbnb gefunden.
Ein Steinhaus mit eigenem Pool haben wir bei Airbnb gefunden.
Wie kann man so eine Aussicht topen?
Wie kann man so eine Aussicht topen?

Hier, mitten auf dem Land, hören wir nur Tiere. Entweder sind es Vögel die pfeifen, Hunde die bellen oder die Katzen vom Nachbarn, die ums Haus streunern. Oder wilde Schildkröten im Gebüsch. In dem wunderschönen Steinhaus fühle ich mich in meine Kindheit im Tessin zurückversetzt. Wenn ich einen Fuss auf die Terrasse setze und die Landschaft vor mir sehe, erinnert es mich an Kuba. Aber ich stehe in Montenegro! Wunderbar! So eine schöne Aussicht durfte ich noch kaum mal in einer Unterkunft geniessen! Wir unternehmen kleine Spaziergänge in der Umgebung und können uns kaum sattsehen an der blühenden Natur um uns herum.

Nachbars Garten....
Nachbars Garten….
...und Nachbars Katzen.
…und Nachbars Katzen.
Solch eine Aussicht dürfen wir geniessen!
Solch eine Aussicht dürfen wir geniessen!
In Limljani, Montenegro.
In Limljani, Montenegro.
Schönes Montenegro!
Schönes Montenegro!

Bootsfahrt auf dem Skutarisee

In Virpazar, dem nächst grösseren Örtchen, da gibt es eine ganz besondere Attraktion: Bootsfahrten. Der Skutarisee liegt im Grenzgebiet von Montenegro und Albanien. Zu Montenegro gehören etwa 2/3 der Fläche, welche zum Nationalpark erklärt wurde. Mit 48 Kilometer Länge und 14 Kilometer Breite ist der See der grösste auf der Balkanhalbinsel.

Es werden verschiedene Touren angeboten, mit denen wir den See erkunden können. Mehr als eine halbe Stunde können wir uns aber mit unserer Kleinen nicht vorstellen. Ihr Bewegungsdrang ist einfach zu gross um stundenlang auf einem Boot festzusitzen. 

Bereit für die Bootsfahrt auf dem Skutarisee.
Bereit für die Bootsfahrt auf dem Skutarisee.

Währen der halben Stunde schippern wir auf dem Skutarisee herum und staunen wie idyllisch sich die Gegend präsentiert. Seerosen blühen auf dem Wasser, die Sonne scheint angenehm warm und durch die Fahrt des Bootes weht uns eine leichte Brise um den Kopf. So wunderschön ist es hier!

Unterwegs zum Skadar Lake in Montenegro.
Unterwegs zum Skadar Lake in Montenegro.
So wunderschön präsentiert sich der Skutari See.
So wunderschön präsentiert sich der Skutari See.
Fahrt auf dem Skutarisee in Montenegro.
Fahrt auf dem Skutarisee in Montenegro.

Der wohl schönste Aussichtspunkt in Montenegro

Am nächsten Tag gehen unsere Erkundungen weiter und wir fahren von Virpazar nach Rijeka Crnojevica. Dieser eine Aussichtspunkt will ich einfach sehen. Ich habe Bilder davon in Reiseführern und im Internet gesehen und trotzdem scheint kaum jemand zu wissen, wo genau das liegt. Nach einiger Recherche habe ich es dann doch rausgefunden und wir fahren eine wunderbare Strecke in die Hügel von Montenegro. Schon ein paar Kilometer weiter legen wir den ersten Stopp ein, da die Aussicht viel zu schön ist um einfach weiterzufahren. Wir schauen auf Virpazar und den Skutarisee herunter, das flache Land vor uns, die Strasse scheint wie in einer einzigen Linie durchs Land angelegt zu sein.

Der erste Aussichtspunkt unterwegs.
Der erste Aussichtspunkt unterwegs.
Einfach wunderschön!
Einfach wunderschön!

Auf der Strasse nach Rijeka Crnojevića meistern wir ein paar kritische Manöver, als wir andere Autos kreuzen. Die Strasse ist eng und kurvenreich. Die Gegend ist ziemlich verlassen, am Wegesrand zeigen sich vereinzelte Gaststätten mit Aussichtsterrasse und Cevapcici im Angebot. Viele von ihnen sind auch geschlossen.

Nach einer gewissen Zeit sind wir uns auch gar nicht sicher, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Als wir in Rijeka Crnojevića ankommen wissen wir nicht, in welche Richtung wir fahren sollen. Den Rijeka Crnojevića ist ein kleines Dorf und alle die wir fragen wissen nicht, was wir von ihnen wollen. Wie denn auch? Wir wissen auch nicht so genau wie wir unsere Frage stellen sollen. Sollen wir nach einem Aussichtspunkt fragen? Englisch spricht hier niemand. Also fahren wir einfach weiter und weiter. Nach einer weiteren Kurve dann plötzlich: Tadaaaaaa….. Hier stehen wir mitten auf der Strasse und sehen auf die Schlaufe des gleichnamigen Flusses nieder.

Sicht in Rijeka Crnojevića.
Sicht in Rijeka Crnojevića.
Dafür lohnt sich die Anfahrt!
Dafür lohnt sich die Anfahrt!

Träge fliesst er durch die Natur, die von hier oben fast unberührt aussieht. Weit und breit ist nichts zu sehen. Keine Häuser, keine Industrie, nur ein einzelnes Boot lässt sich Richtung Skutarisee mittragen. Die Sicht hier lässt sich nur mit Superlativen beschreiben, obwohl ich davon nicht viel halte. Aber es ist tatsächlich eine der schönsten Aussichten die ich jemals geniessen durfte.

Unterwegs in den Hügeln von Montenegro.
Unterwegs in den Hügeln von Montenegro.

Der ganze Ausflug nach Rijeka Crnojevića lohnt sich tausendmal. Bereits die Fahrt dahin ist wunderschön und am Ziel lässt es sich nur staunen. Die Strasse führt weiter durch die Hügellandschaft, bis dann irgendwann die Hauptstrasse nach Podgorica erreicht wird. Wir wollen aber zurück und machen unterwegs Halt im Restaurant Sindon. Das liegt zwischen dem Dorf und dem Aussichtspunkt und wird von einer netten Familie geführt. Hier erleben wir wieder einmal die ausserordentliche Gastfreundschaft des Balkans. Alle freuen sich, als wir mit einem Baby auftauchen. Die Gastgeber schleppen eine Matratze an, einen Korb voller Spielsachen und ihre beiden Kleinkinder kümmern sich um unsere Kleine. Wir im Gegenzug bestellen Gang um Gang und lassen es uns gut gehen. 

Wer freundliche Menschen kennenlernen will oder sogar noch mit Familie reist, dem kann ich den ganzen Balkan wärmstens empfehlen! Es gibt kaum einen Ort auf der Welt wo ich mich dermassen willkommen gefühlt habe wie hier! Ach übrigens, mittlerweile findet sich in Google Maps den Eintrag „Aussicht auf die Seen“. So findest du diesen Punkt auf der Karte ganz einfach.

Natürlich schauen wir uns auch noch Rijeka Crnojevića selbst an. Es ist ein seltsames, kleines Dorf mit verfallenen Gebäuden. Es wohnen Leute hier und irgendwie gibt es auch öffentliche Terrassen mit Bestuhlungen von Restaurants, diese sind jedoch alle leer. Ein paar Kinder baden im Fluss. Insgesamt scheint man hier Touristen zu erwarten, aber es sind keine da. So ganz erschliesst sich mir der Ort nicht. Trotzdem hat er irgendwas und fasziniert mich. Besonders die kleine Brücke ist ein Hingucker. Ich weiss nicht so recht ob ich hier gerne ein paar Tage bleiben würde um meine Ruhe zu haben und weg von allem zu sein oder ob es eher gruselig einsam wäre.

Die Brücke von Rijeka Crnojevića.
Die Brücke von Rijeka Crnojevića.
Insgesamt ist der Ort jedoch eher verlassen.
Insgesamt ist der Ort jedoch eher verlassen.
Auf dem Land in Montenegro.
Auf dem Land in Montenegro.

Wir fahren also zurück nach Limljani und geniessen dort die Einsamkeit auf dem Land. Wir überblicken das grüne, fruchtbare Tal, freuen uns über die vielen Tiere und geniessen ein Bad in unserem hauseigenen Pool. 

Zurück in Limljani geniessen wir die Natur.
Zurück in Limljani geniessen wir die Natur.

Die Gegend um den Skutarisee – oder wie ich viel lieber sage: um den Skadar Lake – ist für uns das Highlight in Montenegro. Ein ausserordentlicher Flecken Erde über den ich nur schönes zu berichten weiss. 

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Und wann erkundest du Montenegro?

5 Kommentare

  • Montenegro Experte Michael sagt:

    Ein toller Bericht über eine der schönsten Stellen in Montenegro! Wenn es euch mal wieder hier her verschlägt – der Süden des Landes mit den Altstädten in Bar und Ulcinj ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

  • Step sagt:

    Das klingt auch sehr schön, Montenegro ist auch auf meiner Liste, wobei ich mir manchmal die Frage stelle, was eigentlich nicht auf meiner Liste ist 😉

    Ich befinde mich augenblicklich dafür im Nachbarland Montenegros und hab nun endlich ein paar freie Tage nutzen können, um mir zumindest mal einen kleinen Einblick von Albanien zu verschaffen, deine Artikel waren zu einladend 😉 Der erste Eindruck ist jedenfalls sehr positiv…..

  • Step sagt:

    So….heute habe ich diesen Artikel zum Anlass genommen und bin deine Route nachgefahren…..Rijeka Crnojevica (wirklich ein wenig sehr morbid), waren dann bei dem echt legendären Aussichtspunkt (mittlerweile werden auch hier einzelne Busse angekarrt – in dem Fall eine Gruppe Schweizer aber noch in überschaubarem Ausmaß), dann haben wir zu Mittag im Sindon Halt gemacht – wo wir sehr freundlich bei Prsut, Käse und Sopska Salat bedient wurden, allerdings auch hier in ausgezeichnetem Englisch.

    An der Küste sind wir ebenfalls deinem Tipp gefolgt und haben uns in Perast niedergelassen – mit Abstand der netteste Ort, der noch die richtige Balance zwischen Tourismus und einheimischem Leben findet und von Bausünden verschont ist. Mit dem Rest der Küste wurden wir auch nicht so glücklich – die Betonklötze und der Höllenverkehr sind eher abstoßend.

    In Summe wusste ich genau, dass ich mich auf deine Tipps verlassen kann – unsere Geschmäcker sind halt doch meist ähnlich :-)) In dem Fall also danke für die tolle Recherche vor Ort, die ich gleich mal ausgenutzt habe :-)))

    • Wow, das ist ja echt schön zu hören, dass ihr meinen Artikel zum Anlass genommen habt und ihn „nachgereist“ seid. Auch freut es mich sehr, dass ihr auch im Sindon wart, ich fands echt Klasse dort. Da wird mir meine Verantwortung als Bloggerin wieder mal bewusst. Ich werde mich weiterhin immer sehr bemühen, die ehrlichsten und authentischsten Tipps weiterzugeben. Weiterhin viel Vergnügen und spannende Entdeckungen beim Reisen.

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