Sardiniens Norden: Von Stintino nach Palau

Die Strände der Costa Smeralda, Gigantengräber aus längst vergangenen Zeiten und vorgelagerte Inseln, die mit bogenförmigen Buchten locken – so präsentiert sich der Norden Sardiniens. Aber kann er die Versprechen halten?

Der Norden Sardiniens ist der Teil der Insel, der wohl am meisten besucht wird. Der Flughafen in Olbia ist nicht weit entfernt, die Fähre aus Korsika legt hier an und die Costa Smeralda lockt mit ihrem schönen Namen, dem sie mehr als gerecht wird. Demzufolge gibt es in der nördlichen Hälfte der Insel sehr viel zu sehen und zu erleben.

Stintino – Das alte Fischerdorf

Wir starten ganz in der nordwestlichen Ecke, in Stintino. Das kleine Dorf hat nur knapp 1700 Einwohner. Ehemals lebten die Bewohner der Halbinsel von Stintino von der Fischerei, heute hat die Reisebranche Einzug gehalten und in den Sommermonaten quillen Strände und Feriensiedlungen hier förmlich über. Einmal mehr plädiere ich an dieser Stelle für das Reisen in der Nebensaison. Wir haben im Mai alles für uns alleine – Unterkünfte, Strände, Restaurants. Die wenigen anderen Reisenden geniessen diesen Fakt wohl genau so, denn was im Sommer hoffnungslos überfüllt ist, erleben wir völlig naturnah.

Der Hafen von Stintino.

Der Hafen von Stintino.

Stintino ist ein idyllisches Dorf auf Sardinien.

Stintino ist ein idyllisches Dorf auf Sardinien.

Strand von Stintino.

Strand von Stintino.

In dieser Gegend finden wir Strände, die wir andernorts höchstens im Katalog entdecken. Und genau deswegen ist Stintino als Urlaubsparadies wohl auch so bekannt.

Der Strand La Pelosa mit seinem Torre

Der wohl bekannteste Strand ist La Pelosa. Er gehört für mich zu den Highlights auf Sardinien. Der Strand fällt flach ab und der Sand ist ganz fein und erinnert mich an die Karibik. Wie überall auf Sardinien ist das Wasser glasklar und wir sehen bis zum Grund.

Die Vorbereitungen für die Saison laufen, in den Beachbars wird gehämmert und geputzt und wir sind noch die einzigen am Strand – wie fast überall im Mai. Das Besondere an diesem Strand ist die Lage im äussersten Nordwesten mit dem Torre della Pelosa, einem ehemaligen Wachturm. Durch die vorgelagerten Inseln ist der Strand von den Stürmen des offenen Meeres geschützt und perfekt zum Baden.

Der Strand La Pelosa mit seinem Torre.

Der Strand La Pelosa mit seinem Torre.

Mein Lieblingsbild aus Sardinien.

Mein Lieblingsbild aus Sardinien.

Im Frühling blüht die Dünenlandschaft bei La Pelosa.

Im Frühling blüht die Dünenlandschaft bei La Pelosa.

Der Strand Punta su Turrone

Auf diesen Strand sind wir per Zufall aufmerksam geworden. Durch ein Viertel mit Ferienwohnungen hindurch, auf einer Anhöhe, finden wir hier einen wunderbaren Ausblick. Der Strand ist nur ganz klein und aus Kies und kann so nicht mit den spektakulären Stränden der Insel mithalten.

Hier ist aber alles sehr natürlich gehalten und wir gelangen nur zu Fuss zum Strand, in dem wir den Hügel über ein unbefestigtes Strässchen hintergehen. Besonders schön hier ist die Aussicht entlang der Küste. Ebenso ist dies die perfekte Seite der Halbinsel um den Sonnenuntergang zu geniessen.

Aussicht auf dem Weg nach Punta su Turrone.

Aussicht auf dem Weg nach Punta su Turrone.

Weg zum Strand Punta su Turrone.

Weg zum Strand Punta su Turrone.

Der Strand Le Saline

Der Strand an dem wir am meisten Zeit verbringen, ist Le Saline. Wie an vielen Stränden findet sich auch hier ein ehemaliger Wehrturm, ein Torre. Der Strand ist mehrere Kilometer lang und geht nahtlos in den Strand Ezzi Mannu über.

Der Strand Le Saline auf Sardinien.

Der Strand Le Saline auf Sardinien.

Die Gegend ist naturbelassen und am oberen Ende finden wir zwei Beachbars, an denen wir auch essen können. Der Strand besteht aus kleinen Kieselsteinchen, auf denen wir auch problemlos laufen können, da sie durch das Salz des Meeres alle rund sind. Ein herrlicher Strand! Direkt dahinter finden sich mehrere kleine Seen, die der Gegend einen ganz speziellen Hauch verleihen.

Nicht ganz Brasilien, aber Sardinien!

Nicht ganz Brasilien, aber Sardinien!

Le Saline, ein herrlicher Strand!

Le Saline, ein herrlicher Strand!

Unvergessliche Momente auf Sardinien.

Unvergessliche Momente auf Sardinien.

Kieselsteine am Strand von Le Saline, Sardinien.

Kieselsteine am Strand von Le Saline, Sardinien.

Von Stintino nach Palau

Nach einigen Tagen zieht es uns in die gegenüberliegende Ecke der Insel, nach Palau, in die Nähe der Costa Smeralda. Hier sollen angeblich die Reichen und Schönen nächtigen und wir sind gespannt, ob wir einen Unterschied zum Rest der Insel feststellen können. Das Navi berechnet uns 2.5 Stunden Fahrzeit. Wir sind dann aber trotzdem 3.5 Stunden unterwegs. Dies weil im Inland gebaut und umgeleitet wird und wir uns zusätzlich noch einen kurzen Verfahrer leisten.

In Palau sind wir erst einmal völlig hin und weg von unserem Ferienhaus, dass uns von Interhome zur Verfügung gestellt wird. Es befindet sich etwas vor dem Ort Palau, in Porto Rafael, was erhöht auf einem Hügel liegt. Hier werden wir mit atemberaubender Aussicht verwöhnt. Von unserer Terrasse sehen wir auf die Bucht von Palau, das Meer, die Isla Maddalena und bei klarem Wetter fast bis nach Korsika. Die Ferienwohnung ist geräumig, schön eingerichtet und der grosse Garten rund herum ist perfekt für unsere Kleine. Sie kann einfach raus und losrennen, hat genügend Platz zum Spielen und kann sich so richtig austoben.

In dieser Siedlung finden wir unsere Ferienwohnung.

In dieser Siedlung finden wir unsere Ferienwohnung.

Hier fühlen wir uns wohl!

Hier fühlen wir uns wohl!

Sogar ein Pool gehört dazu!

Sogar ein Pool gehört dazu!

Während ich noch vor einigen Jahren überall übernachten konnte und es mir eigentlich egal war, wie das da ausgesehen hat, sind meine Ansprüche mit der Zeit doch etwas gestiegen. Heute weiss ich ein entsprechendes Hotel zu schätzen oder bin froh, wenn ich eine gut ausgerüstete Ferienwohnung betreten kann. Mittlerweile geht es nicht mehr nur um mich, auch der Rest meiner Familie, welche mich üblicherweise begleitet, muss sich wohl fühlen. Alle Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen, ist da manchmal gar nicht so einfach. In dieser Ferienwohnung aber, da könnten wir auch gut mal eine Woche oder zwei bleiben.

Die Sicht von unserer Dachterrasse.

Die Sicht von unserer Dachterrasse.

Weitere Angebote von Interhome findest du auf ihrer Website.

Unser Beispiel: Ein 1-wöchiger Aufenthalt im 3-Sterne-Ferienhaus „Le Rocce“ in Palau, kostet ab CHF 575.- (inkl. Endreinigung sowie ERV-Rücktrittsversicherung). Buchbar nicht nur im Internet, auch per Telefon 0840 84 88 88 oder per E-Mail info@interhome.ch.

Wir haben uns vieles vorgenommen für diese Gegend. Einige Strände wollen wir besuchen, die Gigantengräber sehen, die Isla Maddalena mit dem Auto umrunden oder die kleinen Dörfer an der Costa Smeralda ausfindig machen. Wie so oft soll es anders kommen. Unsere Tochter wird plötzlich mit Reiseübelkeit bestraft, so dass wir das Autofahren auf ein Minimum beschränken. Deswegen fallen einige unserer Vorhaben ins Wasser. Ich kann dir dennoch ein paar Tipps für die Gegend mitgeben.

Ein Besuch der Isla Maddalena

Du wirst kaum um diesen Ort herumkommen: Die Isla Maddalena. Hier rauf konzentriert sich der ganze Tourismus und die Insel ist die Hauptattraktion der Gegend. Du kannst mit der Fähre auf die Insel fahren und diese dort mit dem Auto erkunden. Oder du kannst eine der vielen Tagestouren per Boot unternehmen, die verschiedene Inseln des Archipels anfahren. So kriegst du eine schöne Übersicht und lernst auch gleich noch verschiedene kleine Inseln kennen.

Da wir aus obgenannten Gründen nun doch nicht wie geplant die ganze Insel ansehen und die schönsten Strände davon ausfindig machen können, schippern wir mit der Fähre einfach zur gleichnamigen Hauptstadt der Insel. Bereits die Fähre ist sehr voll, ist doch der Mai einer der beliebtesten Monate für Bustouristen. So ist auch die Fähre rasch bis zum letzten Platz besetzt.

Mit der Fähre von Palau nach La Maddalena.

Mit der Fähre von Palau nach La Maddalena.

Auf der Insel angekommen, machen wir uns auf in die Altstadt. Diese ist kleiner als ich erwartet habe und der erste Ort Sardiniens, der so richtig voller Touristenkitsch ist. Hier wird in den Gassen alles verkauft, was irgendwie keiner will und es doch immer wieder gibt: Schlüsselanhänger, Kühlschrankmagnete, Kaffeetassen oder Tragetaschen mit dem Namen der Stadt. Und das ist eigentlich immer ein ziemlich treffendes Indiz für das Touristenaufkommen, was mir auf La Maddalena bereits in der Nebensaison zu viel ist.

Die Flaniermeile von La Maddalena.

Die Flaniermeile von La Maddalena.

Es reiht sich Laden an Laden.

Es reiht sich Laden an Laden.

Ein kleiner Spaziergang durch die Gassen offenbart aber trotzdem hübsche Einblicke. Farbenfrohe Hinterhöfe, ein kleiner Fischerhafen und verwinkelte Strassen mit versteckten Restaurants. Etwas suchen lohnt sich doch immer wieder.

Schöne Hinterhöfe...

Schöne Hinterhöfe…

...in hübschen Gassen.

…in hübschen Gassen.

Ein paar Schritte abseits der Hauptstrasse lohnen sich immer wieder.

Ein paar Schritte abseits der Hauptstrasse lohnen sich immer wieder.

Die Insel ist bestimmt schön und es gibt ganz sicher auch viele sehenswerte Strände – ich kann es nur vermuten. Aber da Sardinien mit herrlichen Stränden in allen Grössen, Formen und Farben gesegnet ist, ist meiner Meinung nach der Ausflug auf La Maddalena kein Muss.

Der Fischerhafen auf La Maddalena.

Der Fischerhafen auf La Maddalena.

Auf der Insel La Maddalena.

Auf der Insel La Maddalena.

Der Bärenfelsen

Wahrzeichen der Region ist der Capo d’Orso, der Bärenfelsen. Er ist vom Meer aus bereits von weitem zu sehen und war lange Zeit eine Orientierungshilfe für Seefahrer. Der speziell geformte Felsen ist das Wahrzeichen des Nordens.

Um ganz oben zu stehen und den Blick über das Archipel schweifen zu lassen, müssen wir Eintritt bezahlen. Die kurze Strecke den Hügel hinauf ist gut und sicher ausgebaut, Infotafeln am Wegesrand klären über Flora und Fauna auf. Oben angekommen geniessen wir den Rundumblick und können bis nach Korsika sehen. Ein wunderschöner Ausblick und einer, der zu meinen Highlights Sardiniens gehört.

Unterwegs zum Bärenfelsen in Palau.

Unterwegs zum Bärenfelsen in Palau.

Wunderbare Aussichten auf das Maddalena-Archipel.

Wunderbare Aussichten auf das Maddalena-Archipel.

Der Capo d'Orso auf Palau, Sardinien.

Der Capo d’Orso auf Palau, Sardinien.

Der Ferienort Palau

Palau selbst ist ein ehemaliges Fischerdorf, dass heute alle touristischen Wünsche erfüllen kann. Es gibt Boutiquen, Souvenier-Shops, viele Restaurants und Eisdielen und natürlich den Fährhafen zur Isla Maddalena.

Dennoch ist Palau immer noch ein gemütliches Plätzchen. Hier ist nichts zu spüren von bonzenhaftem Reichtum. Wir verbringen viel Zeit auf dem grossen Spielplatz, schlendern durch die kleinen Geschäfte und sitzen in den Kaffeebars, wo wir gemütlich einen Schwatz mit den Betreiberinnen halten.

Strand bei Palau, Sardinien.

Strand bei Palau, Sardinien.

Der Norden Sardiniens ist wunderschön. Aber wo auf dieser Insel ist es das eigentlich nicht? Hier finden wir alles was das Touristenherz begehrt, aber für mein Empfinden schon fast ein bisschen zu viel. In der Nebensaison ist es perfekt, aber während den Sommermonaten möchte ich nicht hier sein. Zu viele Leute, zu viele Angebote. Aber jetzt in der Vorsaison: Perfekt! Und ja, die Versprechen können tatsächlich eingehalten werden.

Hast du jetzt auch Lust gekriegt Sardinien zu bereisen? Dann gibts hier noch viel mehr Inspiration:

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Hast du Sardiniens Norden auch schon bereist? Wo hat es dir am besten gefallen?

Offenlegung: Interhome hat uns während unserer Sardinien Reise mit Ferienwohnungen unterstützt. Vielen Dank.

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