Thailand

Bangkok entdecken: Thonburi-Tour entlang der Khlongs

Bangkok entdecken: Thonburi-Tour entlang der Khlongs

Eine geführte Tour durch Bangkok mit Kleinkindern? Wir haben’s getestet und als Familie das unbekannte Bangkok in Thonburi entdeckt.

*Dieser Artikel enthält Werbung, da wir die auf die Tour eingeladen wurden.*

„Sawasdee kha, ich heisse Audrey und zeige euch heute Bangkok von einer Seite, die ihr bestimmt noch nicht kennt.“ So werden wir morgens um acht Uhr in der Lobby unseres Apartments begrüsst. Wir sind vorfreudig gespannt, was uns heute erwartet.

Einerseits freuen wir uns auf das Programm und darauf, eine Seite von Bangkok zu entdecken, die wir noch nicht kennen. Es geht nämlich nach Thonburi, auf die andere Seite von Thailands Hauptstadt. Der Fluss Chao Phraya fungiert als natürliche Stadtgrenze für Tourist:innen und auch bei mir braucht es den 4. Besuch Bangkoks, um es endlich dahin zu schaffen.

Andererseits sind wir gespannt, wie dieser Tag wird, da wir mit zwei Kleinkindern unterwegs sind. Wir machen selten bei geführten Stadtbesichtigungen mit und schon gar nicht mit Kindern. Das Programm ist für sie in der Regel zu langweilig und zu starr. Aus diesem Grund haben wir eine Privatführung gebucht und bereits im voraus angemeldet, dass wir Kleinkinder dabeihaben und uns wünschen, dass wir das Programm bei Bedarf anpassen können. Auch die Länge ist nicht ganz ohne, es sind rund sieben Stunden veranschlagt.

Mit der Fähre über den Chao Phraya

Mit dem Taxi fahren wir zum Sathon Pier. Da wir pünktlich um acht Uhr losfahren, hören wir auch gleich die Nationalhymne, die jeden Morgen um diese Zeit gespielt wird und bei der alle Thais stillstehen.

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Es kann losgehen!

Vom Pier aus dauert es nicht lange, bis wir mit dem Taxiboot auf der gegenüberliegenden Flussseite vor dem prunkvollen Einkaufszentrum Iconsiam anlegen. Audrey, unser Guide, verschont uns mit Jahreszahlen und Angaben von Herrschern, die seit Jahrhunderten begraben liegen. Viel mehr erzählt sie aus dem täglichen Leben und auch zu den Miet- und Grundstückspreisen gibt sie uns umfassend Auskunft. Wir sind doch sehr überrascht, als wir erfahren, dass ein Apartment in einem dieser Hochhäuser bis zu einer Million kostet. Auch ganz „normale“ Apartments kosten bereits ein kleines Vermögen.

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Mit dem Boot gehts über den Chao Phraya.

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Das Iconsiam ist ein pompöses Einkaufszentrum.

Wir laufen um das pompöse Einkaufszentrum herum, entlang wunderschönen Wandmalereien, die das alltägliche Leben der Thais und teils auch ihre Geschichte aufzeigen. Der Kontrast zur Mall ist gross, aber dennoch fügt sich alles schön zusammen, da die Wandmalereien hochwertig und stilistisch abgestimmt daherkommen.

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Wandmalereien in Bangkok.

Es geht nur kurz entlang der Strasse und schon stehen wir mitten im Klong San Markt. Dieser Markt ist für und von Einheimischen und Besuchende verirren sich kaum hierher. Wie überall sind unsere Kinder der Hit, alle lachen ihnen zu und schenken ihnen beim Vorbeigehen eine Kleinigkeit.

Für uns ist es an der Zeit endlich die lang ersehnten Mangostin zu kaufen, Früchte, die wir nur aus Asien kennen. Sie schmecken herrlich! Und wir greifen weiter zu: Würstchen im Teig, frittiertes Schweinefleisch mit Klebereis, Kokosküchlein und solche aus Reismehl und frische Fruchtsäfte. Seit wir in Bangkok sind, essen wir nonstop, es werden an jeder Strassenecke Leckereien angeboten.

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Auf zum Klong San Markt in Bangkok.

Wir kaufen ein auf dem Klong San Markt.

Wir kaufen ein auf dem Klong San Markt.

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Endlich wieder Mangostin.

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Schöne Einblicke am Klong San Markt.

Die beste Nudelsuppe von Thonburi

Wir nehmen unsere kleine Wanderung durch Thonburi in Angriff. Unser Ziel ist ein zweites Frühstück, welches dieses Mal nicht aus Brot und Müsli besteht, sondern aus thailändischer Nudelsuppe. Entlang enger Gassen, vorbei an thailändischen, ebenerdigen Wohnungen, interessanten Geschäften und Garküchen und nach dem Bestaunen eines grossen Warans, erreichen wir die anvisierte Nudelküche.

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Unsere Tour durch Thonburi geht weiter.

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Einblicke in ein ganz anderes Bangkok.

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Tuk-Tuks überall.

Es ist heiss, der Schweiss rinnt in Strömen an uns runter und die Kinder fangen an zu nörgeln. Der Stopp kommt wie gerufen. Und die Nudelsuppe ist einfach nur köstlich. Wir würzen sie zwar mit drei Teelöffeln weniger Chili als James, unser zweiter Guide, aber für unser Schärfeempfinden stimmt es so.

Wir sind erstaunt, mit welch grossem Enthusiasmus unsere Kinder die Suppe schlürfen und auch die Essstäbchen ausprobieren. Die Ältere kann mit ebendiesen gut umgehen und meint, dass sie eigentlich eine Thailänderin sei. Der Kleine rollt die Nudeln mit seinen 2.5 Jahren noch etwas eigenwillig auf, aber beide lieben die Suppe.

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Nudelsuppe für die Kinder.

Durian im königlichen Park

Nachdem wir alle unsere Suppe aufgegessen haben und die Kinder auch hier wieder mit Süssigkeiten verwöhnt werden, setzen wir unsere Tour fort. Wir lernen einen Teil von Bangkok kennen, den wir alleine nie erkundet hätten. Es fällt mir auf, dass es hier viel ruhiger ist als in der Innenstadt, fast ein bisschen wie in einer Nebenstrasse einer Kleinstadt. Überall winken uns Thais zu und vergehen fast vor Freude an unseren Kindern.

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Frisch gestärkt geht es weiter.

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Überall gibt es Spannendes zu entdecken.

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Bangkok, Thonburi

Und plötzlich stehen wir wieder vor einem Markt. Wir sind schon etwas später dran und einige der Stände sind bereits geschlossen. Für diese Asienreise habe ich mir fest vorgenommen, dass ich endlich wieder einmal die Stinkefrucht Durian probiere. Zu lange ist es her und ich kann mich nur noch an den sehr strengen Geruch erinnern. Ich fasse mir ein Herz und erzähle Audrey davon, die natürlich gleich begeistert zum nächsten Marktstand läuft und ein abgepacktes Stück Durian kauft.

Im Princess Mother Memorial Park ist es dann soweit. Ich probiere endlich wieder einmal von der Stinkefrucht. Ein wenig muss ich mich schon überwinden, da sie wirklich furchtbar eklig riecht. Ich will schon abwinken als ich merke, dass Durian eigentlich ganz lecker schmeckt. Es wird wohl nie meine Lieblingsfrucht werden, aber so furchtbar wie sie stinkt, ist sie dann doch nicht. Sie bleibt wohl nur den Mutigen vorbehalten!

Der Park ist klein, aber ein richtiges Juwel. Unglaublich ruhig, fast keine Menschen und sehr schön gestaltet. Wenn du in dieser Gegend bist, solltest du ihn auf keinen Fall verpassen und hier eine längere Pause einlegen.

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Im Princess Mother Memorial Park.

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Im ganzen Park gibt es hübsche Ecken zu entdecken.

Portugal im Kudi Chin Viertel

Vorbei am chinesischen Chao Pho Suea Schrein, erreichen wir den Wat Prayun. In diesem buddhistischen Tempelkomplex kommen vor allem die Kinder auf ihre Kosten: im Tempelteich dürfen sie Schildkröten füttern, was sie natürlich total begeistert. Es ist toll, dass während des Tages immer mal wieder kindgerechte Pausen eingebaut sind.

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Der chinesische Tempel.

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Der Wat Prayun in Thonburi.

Neben einem chinesischen und einem buddhistischen Tempel folgt jetzt eine katholische Kirche. Wir betreten damit das Viertel Kudi Chin (oder Kudeejeen), welches wahlweise als katholisches oder als portugiesisches Viertel bekannt ist. In dieser Gegend leben so viele Glaubensgemeinschaften zusammen, wie fast nirgendwo sonst in Bangkok, erklärt uns Audrey.

Diese Gegend ist definitiv eine der schönsten und überraschendsten, welche ich bisher in Bangkok erleben durfte. Die portugiesischen Einflüsse sind unverkennbar und mit der thailändischen Lebensart gemischt, ergibt sich ein ganz besonderer Mix. Insbesondere die engen, gepflegten Gassen mit den alten Holzhäusern beeindrucken mich.

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Bootsanlegestelle im Viertel Kudi Chin.

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Einblicke.

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Das Viertel Kudi Chin, ein etwas anderes Bangkok.

Im Thanusingha Shop kaufen wir im Vorbeigehen von den leckeren „Farang Kudeejeen“, kleine Küchlein mit portugiesischem Einfluss, welche als Delikatesse gelten und hier seit Generation hergestellt werden. Obwohl die Gassen ansonsten leer sind, bildet sich vor dem Laden eine kleine Schlange.

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Farang Kudeejeen

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Kaffeehaus

Die Tour ginge hier zu Fuss weiter. Unsere Kinder sind aber langsam müde und quengeln. Kein Problem für Audrey und James, sie bestellen kurzerhand ein Tuk-Tuk vom Restaurant, bei dem wir zum Essen angemeldet sind. Keine fünf Minuten später steht dieses hier und bringt uns zum Khlon Mon, einem Flussarm des Chao Phraya. Dort essen wir mit Sicht auf den Fluss und auf die vorbeifahrenden Boote sehr leckeres und authentisches thailändisches Essen.

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Unsere Sicht beim Essen auf den Fluss.

Mit dem Boot zum grossen Buddha

Unsere letzte Etappe führt uns mit dem Boot entlang der Khlongs (Wasserstrassen) bis zum grossen sitzenden Buddha des Wat Paknam Phasi Charoe. Wir biegen mit dem Boot in einen weiteren Kanal ein und plötzlich sitzt er da, 64 Meter hoch und golden glänzend schaut mich die Buddhastatue an.

In seiner ersten Version gibt es diesen Tempel bereits seit 1610. In Bangkok war er lange Zeit nur den Einheimischen bekannt. Mit dem Fertigstellen der grössten Buddha-Statue der Stadt im Jahr 2021, wird dieser Platz in den nächsten Jahren bestimmt in einigen Reiseführern Einzug halten und nicht mehr ganz so unbekannt sein.

Wir können nicht den ganzen Tempel besichtigen. Zum einen sind die Kinder zu laut, zum anderen werden für einen verstorbenen Mönch rituelle Zeremonien durchgeführt, welche wir nicht stören wollen. Das sonore Murmeln breitet sich über die Tempelanlage aus und taucht diese in eine besonders anmutige Stimmung.

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Mit dem Boot entlang der Khlongs.

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Smile

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Warane unterwegs

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Wasserkreuzung

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Und plötzlich sitzt er vor uns!

Unsere Gedanken zur Tour für Entdecker:innen

Wir fahren die letzte halbe Stunde auf dem Wasser zurück zum Sathon-Pier, wo wir am Morgen gestartet sind. Die Häuser an den Wasserstrassen ziehen an uns vorbei, immer wieder gemischt mit Tempeln, mal chinesische, mal buddhistische. Ein schöner Abschluss unserer Tour um zu reflektieren, was wir heute alles gesehen und erlebt haben.

Wir haben Bangkok auf eine ganz neue Art kennengelernt und der Name der Tour hat nicht zu viel versprochen. Auf dieser Tour für Entdecker:innen kommen auch Bangkokbesuchende auf ihre Kosten, die nicht das erste Mal in der Stadt sind. Sie führt abseits der üblichen Pfade an Orte, die wir alleine nie gefunden hätten.

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Tour entlang der Wasserstrassen.

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Die Skyline von Bangkok kommt immer näher.

Audrey und James sind in gewissenhafter Thai-Manier auf unsere Wünsche eingegangen, ohne das wir sie überhaupt aussprechen mussten. Es war, als hätten sie unsere Gedanken gelesen. Ruhig und wissend haben sie Fahrgelegenheiten organisiert, wenn die Kinder nicht mehr Laufen mochten oder Pausen vorgeschlagen, wenn sie quengelig wurden. Die Tour hat eigentlich noch mehr auf Lager, wir haben nicht alles erlebt, was vorgesehen wäre. Aber unsere Guides haben die Route auf unseren Wunsch dort gekürzt wo nötig, damit wir alle das beste Erlebnis haben.

Wir hätten es mit den beiden nicht besser treffen können und wir sind dankbar, dass wir diesen Tag erleben durften. Vielen Dank!

Hast du auch schon eine geführte Tour durch Bangkok gemacht? Wie fandest du sie?

Disclaimer: Wir wurden auf diese Tour von Green-Mango eingeladen, welche deutschsprachig Touren in Bangkok anbieten. Unsere Meinung wird davon nicht beeinflusst. So oder so sind wir begeistert von der Tour.

Über die/den Autor/in

Früher als soloreisende Backpackerin, bin ich heute am liebsten mit der ganzen Familie unterwegs. Ich lebe, reise und arbeite auf der ganzen Welt und geniesse es, Jürgen und unsere Kids immer mit dabei zu haben. Mein Herz schlägt für Hawaii, Kryptowährungen und Schokoladeneis. Mein Ziel ist finanzielle Freiheit für mich und meine Familie.

2 Kommentare

  • Step
    7. Juli 2022 um 20:20

    Khlong Tour durch Thonburi hab ich 2 Mal gemacht, und um ehrlich zu sein ist es auch das, was mir von Bangkok am besten gefallen hat…ansonsten bin ich nicht so ein Fan der thailändischen Hauptstadt, die mir zu laut, zu dreckig und zu anstrengend ist, weil man dauernd aufpassen muss, dass man nicht übers Ohr gehauen wird. Thonburi war angenehm anders und sehr sehenswert….

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    • Sarah
      8. Juli 2022 um 16:17

      Ich finde Bangkok Klasse und mag die Stadt voll gerne. Es hat sich einiges geändert in den letzten 10 Jahren. Gefühlt ist die Stadt sauberer geworden, laut ist sie aber immer noch.
      Es ist auch ganz anders, wenn ich mit meiner Familie rumlaufe, als ich alleine war. Kaum jemand will mir etwas andrehen oder so. Es ist echt ein ganz anderes Reisen so!

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