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Anlegen mit ETFs: Eine gute Idee?

Anlegen mit ETFs: Eine gute Idee?

Mit der Investition in einen ETF kannst du langfristig und günstig in Aktien investieren und Vermögen aufbauen. Hier gibt’s Wissenswertes und Tipps für die Auswahl und das Anlegen in ETFs.

Viele Leute möchten gerne in den Finanzmarkt investieren, wissen aber nicht so richtig, wo sie anfangen sollen. Eine Möglichkeit, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren und endlich mit dem Investieren zu beginnen, sind ETFs.

Auf vielen Plattformen wird diese Anlagemöglichkeit angepriesen und hochgelobt. Besonders für Anfänger:innen scheint diese Anlageform gut zu passen. Aber stimmt das so? Was sind Vor- und Nachteile? Diesen und vielen weiteren Fragen zum Thema gehe ich auf den Grund.

Was ist ein ETF?

Ein ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds (engl. Exchange Traded Funds). Dieser bildet einen entsprechenden Markt nach, beispielsweise den DAX oder einen weltweiten Index wie den MSCI World. Ein ETF ermöglicht es dir in einen ganzen Markt zu investieren.

Beispiel: Mit einem ETF auf den DAX oder den MSCI World kannst du an der Marktentwicklung des entsprechenden Index partizipieren, ohne dass du alle Aktien einzeln selbst kaufen musst. Du kannst somit mit einem geringen Kapitaleinsatz in einen grossen Markt investieren.

Welche ETFs gibt es?

ETFs findest du zu fast allen Themen. Du kannst in ETFs auf Indizes investieren (MSCI World, S&P 500, DAX o.ä.), nachhaltige ETFs besparen (erneuerbare Energien, Wasser, Klimawandel o.ä.), auf bestimmte Branchen (Gesundheitswesen, Medien, Infrastruktur o.ä.) oder auch auf Regionen setzen (verschiedene Länder). Natürlich gibt es noch einige Möglichkeiten mehr. Immer häufiger werden auch Kryptowährungen abgebildet. Eine super Übersicht findest du hier.

Was spricht für ETFs?

  • Kosten: ETFs sind günstig. Nebst den üblichen Ordergebühren fällt die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs an sowie die Total Expense Ratio (TER). Dies sind u.a. die jährlichen Verwaltungsgebühren, Depotbankgebühren oder die Kosten für Werbung und Vertrieb des Produkts.  Die Kostenstruktur ist übersichtlich und leicht zu durchschauen. Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds müssen keine Manager:innen bezahlt werden und die Verwaltungsgebühren sind niedrig.
  • Diversifikation: Durch die Möglichkeit in eine Vielzahl von Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Ländern zu investieren, fällt das Klumpenrisiko weg. Dies ist aber nicht der Fall, wenn du in einen “Sektor-ETF” (Unternehmen aus der gleichen Branche) oder in einen sehr lokal aufgestellten ETF investierst.
  • Liquidität: Da ETFs an der Börse gehandelt werden – und nicht über Fondsgesellschaften – kann jederzeit während den Börsenöffnungszeiten gekauft und verkauft werden. Du kannst deine ETFs als jederzeit liquideren und kommst an dein Geld.
  • Transparenz: Die exakte Zusammenstellung des ETF und die Anlagestrategie kann jederzeit beim ETF-Anbieter eingesehen werden.
  • Sicherheit: ETFs gelten als Sondervermögen. Das heisst, dein investiertes Geld wird getrennt vom Kapitel des Unternehmens aufbewahrt. Im Insolvenzfall dürfen die Gläubiger nicht auf das Sondervermögen zugreifen und es ist kein Teil der Konkursmasse.

Was spricht gegen ETFs?

  • Kein Mitspracherecht: Dadurch, dass du in einen ETF investierst und nicht die Aktie eines Unternehmens direkt kaufst, hast du kein Mitspracherecht am Unternehmen. An einer Versammlung hast du also kein Stimmrecht.
  • Kontrahentenrisiko bei Swap ETFs: Bei einem Swap-ETF kauft der Anbieter die Aktien nicht 1:1 sondern lässt sich die Abbildung des Indizes von einer anderen Bank zusichern. Das potentielle Risiko besteht hier, dass die Partnerbank pleite geht. Jedoch darf der SWAP-Teil des ETFs maximal 10 Prozent betragen und oft verlangen die ETF-Anbieter noch zusätzliche Sicherheiten der Partnerbank um dieses Risiko zu eliminieren. Das Risiko ist minimal.
  • Unterstützung eines Oligopols: Es gibt einige Gesellschaften, die ETFs anbieten. Dennoch landen die Meisten bei BlackRock (iShares), Vanguard und State Street (SPDR). Diese wenigen Anbieter beherrschen den Markt durch ihr Volumen. In der Theorie führt das zu steigenden Preisen für Anleger:innen. In der Praxis sind die Gebühren über die letzten Jahre jedoch immer tiefer geworden.

Welche Summe muss ich dafür aufwenden?

Das tolle an ETFs ist, dass so ziemlich alle ohne grosses finanzielles Polster investieren können, Sparplänen und Online-Brokern sei Dank.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, dass du schuldenfrei bist und einen Notgroschen angespart hast. Danach kannst du dich ans Investieren machen. Oder aber: Du kannst auch schon in einen ETF investieren, wenn du noch am Notgroschen ansparen bist. Je nach Broker kannst du schon mit ein paar wenigen Franken pro Monat investieren. Du benötigst keine tausende von Franken um loszulegen. Dies ist einer der Gründe, warum sich ETFs für Anfänger:innen an der Börse eignen. Du kannst ohne grosse Hürden loslegen.

Wieviel du schlussendlich investieren willst, hängt ganz von deiner finanziellen Lage ab. Schön ist es natürlich, wenn du monatlich ein paar hundert Franken abzweigen und in einen oder mehrere ETFs investieren kannst. Du bist aber auch mit 20.- pro Monat dabei. Hauptsache du kommst in die Gänge und lässt dein Geld nicht auf dem Sparkonto versauern.

Mit welchem Anlagehorizont ist es sinnvoll in einen ETF zu investieren?

Grundsätzlich: Je länger, desto besser. Viele Leute – auch wir – nutzen ETFs um für das Alter zu sparen. Wir legen mit einem Horizont von 30 Jahren an und werden dieses Geld bis dahin nicht anfassen (höchstens bei einer allfälligen Umschichtung ein paar Jahre vor Bezug). Ergo investieren wir Geld, dass wir nicht jetzt oder in den nächsten Jahren brauchen. Zudem handeln wir nach einer klaren Strategie.

Anlegen mit ETFs: Eine gute Idee?

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Für wen lohnt sich eine Investition in einen ETF?

ETFs sind perfekt für Einsteiger:innen in der Finanzwelt. Sie sind einfach zu verstehen, transparent gehalten und sind bereits mit kleinen Einlagen zu besparen. Als Anlagehorizont werden meist mindestens 10 Jahre genannt, besser noch 15-20 Jahre. Ein ETF kann jederzeit verkauft werden und ist damit liquide. Wir empfehlen ETFs fürs Alter zu besparen und Geld anzulegen, dass mittel- bis langfristig nicht benötigt wird.

Wo investiere ich in einen ETF?

Einen ETF kaufst du am besten NICHT bei deiner Hausbank. Dafür gibt es viel einfachere und günstigere Methoden. Am einfachsten fährst du mit einem Online-Broker. Dort kannst du Gebühren und Sparpläne vergleichen und den für dich besten Anbieter wählen.

In der Schweiz sind Sparpläne für ETFs nicht so etabliert wie beispielsweise in Deutschland. Ebenso kann man als Schweizer:in nicht bei allen Online-Brokern ein Konto eröffnet werden. Aus diesem Grund hatten und haben wir unsere ETFs bei der DKB und der Consorsbank. Gestartet sind wir bei der DKB, später haben wir unsere ETFs zur Consorsbank umgezogen. Dort konnten wir problemlos ein Gemeinschaftsdepot für uns eröffnen. Es gibt günstigere Varianten, für uns ist es aber die Passendste.

Wir empfehlen nach guten Erfahrungen beide Banken für ETF Sparpläne weiter. Hier gibt’s mehr Infos zur DKB (Affiliate-Link) und hier zur Consors Bank.

Welchen ETF soll ich auswählen?

Das hängt ganz von dir ab und in was du investieren willst. Was ist dir wichtig? Mit was identifizierst du dich?

Meistens wird der MSCI World als erster und bester ETF empfohlen. Dieser Weltaktienindex umfasst Aktien der 1.600 grössten börsengehandelten Unternehmen aus den Industrieländern. Damit partizipierst du an all diesen Unternehmen. In den MSCI World investierst du am besten thesaurierend, d.h. dass deine Erträge nicht ausgeschüttet, sondern gleich weder investiert werden. Ergänzend wird meist noch ein ETF auf den MSCI EM (Emerging Markets) empfohlen, im Verhältnis 70:30. So haben auch wir unsere Investitionen in ETFs gestartet.

Wir haben mit unterschiedlicher Gewichtung in insgesamt in vier verschiedene ETFs investiert, welche wir die nächsten 30 Jahre besparen.

Kann ich das Geld meines Kindes in einen ETF anlegen?

Ja, kannst du. Es gibt zwei Möglichkeiten:

  1. Du eröffnest ein Depot auf den Namen deines Kindes und zahlst das Geld dort ein. Wenn es volljährig ist, wird das Depot auf das Kind übertragen.
  2. Du eröffnest ein Depot auf deinen Namen und bezahlst das Geld deines Kindes dort ein. Das ist unsere Lösung, weil wir selber bestimmen wollen, wann wir unseren Kids das Depot übertragen. Wir erziehen sie zwar zu finanzieller Selbstständigkeit, dennoch wissen wir jetzt nicht, was in 20 Jahren ist. Vielleicht sind sie ja auch erst mit 25 soweit ein Depot zu verwalten und verantwortungsvoll mit diesem Geld umzugehen.

So oder so ist es sinnvoll das Geld des Kindes – zumindest zum Teil – auf diese Weise anzulegen, anstatt es auf dem Sparbuch versauern zu lassen.

Fazit

Das Anlegen in ETFs ist in den letzten Jahren sehr populär geworden. Es bietet einen einfachen Einstieg in die Finanzwelt, da kaum Hürden vorhanden sind. Ausserdem kannst du mit minimalem Budget anfangen zu investieren. Es ist eine Anlageform, die für alle geeignet ist.

Nichts desto Trotz will ich hier erwähnen, dass du an der Börse partizipierst. Niemand kann dir einen Gewinn garantieren oder sagen, was in 30 Jahren ist. Ein Risiko besteht immer. Und nocheinmal: Investiere (auch in ETFs) nur Geld, dass du entbehren kannst.

Informiere dich. Lerne. Do your own resarch.

Weiterführende Quellen

Es gibt tausende Erklärungen und Empfehlungen zu ETFs im Netz. Für weiterführende Informationen zum Thema empfehlen wir

Diese beiden Seiten bieten seriöse und differenzierte Infos zu dieser Anlageform. Hier findest du auch vertieftes Wissen dazu.

Bist du auch schon in ETFs investiert oder zögerst du noch?

Achtung: Das ist keine Anlageberatung. Wir geben hier nach bestem Wissen und Gewissen unsere Erfahrungen und Meinungen wieder und vermitteln vertrauenswürdige und unabhängige Quellen. Eine Investition ist jedoch deine eigene Entscheidung und soll gut überlegt sein. Investiere nur in das, was du auch wirklich verstehst und mit Geld, dass du auch wirklich hast. Wir übernehmen keine Haftung für deine Investitionen.

Über die/den Autor/in

Früher als soloreisende Backpackerin, bin ich heute am liebsten mit der ganzen Familie unterwegs. Ich lebe, reise und arbeite auf der ganzen Welt und geniesse es, Jürgen und unsere Kids immer mit dabei zu haben. Mein Herz schlägt für Hawaii, Kryptowährungen und Schokoladeneis. Mein Ziel ist finanzielle Freiheit für mich und meine Familie.

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