Sparen

Sparen als Familie – wie geht das?

Sparen als Familie – wie geht das?

„Wie soll ich mit Kindern überhaupt sparen können? Am Ende des Monats ist nie Geld übrig!“ Wir zeigen dir, wie du trotz Kind und Kegel deinen Sparzielen näherkommst.

Geld sparen ist eigentlich gar nicht so schwierig. Hier und da mal auf neue Kleider verzichten, etwas weniger auf den Putz hauen und schon sind ein paar Hundert Franken mehr auf dem Konto.

Sind Kinder da, sieht das Ganze schon wieder anders aus. Plötzlich muss die Versicherung für mehrere Personen bezahlt werden. Der Kühlschrank ist – kaum aufgefüllt – schon wieder leer. Und der Einkauf der Winterschuhe kostet plötzlich ein halbes Vermögen. Ende Monat bleibt nichts mehr auf dem Konto und du fragst dich, wie bitte du jetzt auch noch Geld sparen sollst?

Was deine Kindheit damit zu tun hat

Wenn du anfängst dich mit Geld zu beschäftigen, wirst du zu allererst über deine eigenen Gedanken stolpern. Deine Glaubenssätze hindern dich in den meisten Fällen daran, dass du auch mit Familie Geld sparst. Was in deinem Kopf, in deinem Unterbewusstsein, vorgeht, entscheidet massgeblich, ob und wieviel Geld du zur Verfügung hast. Nicht Anlagestrategien, Fachwissen oder die Höhe deines Einkommens sind ausschlaggebend, sondern wie du mit dir selbst über Geld sprichst. Und das wiederum hat meistens damit zu tun, wie du aufgewachsen bist.

Ich selbst bin in einer Familie der Mittelschicht aufgewachsen. Wir hatten immer genug. Dennoch bin ich mit Aussagen wie „Das können wir uns nicht leisten.“, „Geld wächst nicht auf den Bäumen.“ oder „Wir sind doch nicht reich.“ aufgewachsen.

Mit diesen Aussagen bin ich gross geworden und ich habe sie ungefiltert übernommen. Das ist soweit auch ganz normal und das geht uns allen so. Schliesslich ahmen wir das Leben unserer Eltern, unserer Vorbilder nach, so gut wir können. Solche Glaubenssätze geben uns Sicherheit und zeigen uns eine Richtung im Leben.

Erst sehr spät im Leben ist mir bewusst geworden, wie sehr ich nach diesen Glaubenssätzen handle und wie sie mein Leben bestimmen. Ich habe angefangen, diese Leitlinien auseinander zu nehmen und genauer anzuschauen.

Und was hat das jetzt mit dem Sparen zu tun? Alles. Ich bin damit aufgewachsen, dass man als Familie immer knapp bei Kasse ist. Jedenfalls, dass man meinte, es sei so und sich niemand erlaubt hat, Geld zu haben. Und ich habe es so übernommen. Dazu gehört auch die Überzeugung, dass man als Familie nicht sparen kann, weil dann das Geld knapp ist.

Ich habe mein Unterbewusstsein dahingehend konditioniert, dass ich der Überzeugung war, dass auch ich mit zwei kleinen Kindern nicht sparen kann. Vorher habe ich das mit Bravour gemacht, aber sobald ich schwanger war, war in mir die Überzeugung da, dass jetzt Schluss mit der grossen Sparrate ist. Ich habe folgende Sachen zu hören bekommen und ungefiltert übernommen:

„Babysachen anschaffen kostet ein Vermögen.“, „Warte nur bis sie grösser sind, dann bezahlst du nur noch für Hobbys und Ausflüge.“ oder „Als Eltern bezahlt man mindestens xy (nenne beliebige Summe an Geld) bis das Kind gross ist.“

Klar, Kinder haben kostet Geld. Aber wieviel Geld sie kosten, kannst du durchaus steuern. Ich habe mich mich erst einmal mit diesen Aussage und Glaubenssätzen beschäftigt. Danach habe ich mir ein finanziell sorgenfreies Leben erlaubt und es wurde Realität. Die Gedanken formen die Wirklichkeit.Sparen als Familie – wie geht das?

Die praktische Seite

Natürlich ist mit netten Gedanken noch nichts gespart. Da braucht es schon auch konkrete Schritte. Diese kannst du aber in der Regel nur unternehmen, wenn du dein Mindset betreffend Finanzen änderst und dir erlaubst, Geld zu sparen und sorgenfrei zu leben. Das Sparen wird auch einfacher, wenn du ein konkretes Ziel hast. Grundsätzlich ist es schön, wenn man weiss, dass man mit dem angesparten Geld ein paar Monate überbrücken könnte – im Fall der Fälle. Aber natürlich sind auch Ziele wie eine grössere Investition, eine Weltreise oder eine Weiterbildung super, um ein Sparziel zu haben.

Ganz praktisch gibt es eine Unmenge an Tipps, wie du auch mit einer Familie und Kindern eine anständige Summe zusammensparen kannst. Bald gibt es hier auf dem Blog viele, viele konkrete Spartipps. Vorher möchten wir dir aber 5 grundsätzliche Regeln mit auf den Weg geben.

Die wichtigste und 1. Regel: Bezahle dich immer zuerst!

Das heisst nichts anderes, als dass du einen Sparbetrag pro Monat festlegst und diesen auf dein Sparkonto überweist, sobald du deinen Lohn bekommst. Am besten am selben Tag. Noch besser als diesen Betrag auf das Sparkonto zu legen ist natürlich, mit diesem Geld sinnvolle Investitionen zu tätigen. Dazu später mehr, erstmals geht es darum, diesen Betrag immer gleich zur Seite zu legen.

Dein Sparvorhaben steht und fällt damit, ob du das immer gleich zu Beginn des Monats machst oder am Ende schaust, wieviel noch übrig bleibt. Und wir wissen ja alle: eigentlich bleibt nie etwas übrig. Deshalb immer direkt bei Lohneingang die Sparrate sichern. Diese rührst du danach nicht an, egal wie knapp der Monat ausfällt und welche Ausgaben unerwartet auftauchen. Das ist sehr wichtig und mit dieser so einfachen Regel kannst du auch als Familie sparen.

Regel Nummer 2: Zahle deine Schulden ab.

Anders formuliert heisst das: Kaufe nur, was du dir auch leisten kannst. Also wirklich nur das, was du auch direkt bezahlen kannst.

Hast du es bist jetzt nicht so gehalten und hast Schulden, ist der erste Schritt, dass du diese los wirst. Zahle alle deine Schulden zurück, so dass du finanziell (und auch im Kopf) wieder frei bist. Dann heisst es erstmal durchatmen und geniessen, aber eben nicht mit der nächsten Shoppingtour, sondern zum Beispiel mit einem Spaziergang im Wald.

Und natürlich: Häufe keine neuen Schulden an. Es gibt nur ganz wenige Ausnahmen, in welchen Fällen Schulden “sinnvoll” sind. Konsumkredite gehören nicht dazu. Wenn du dir was kaufen willst, dann nur, wenn du es direkt bezahlen kannst. Ansonsten musst du erst darauf sparen.

Regel Nummer 3: Tracke deine Ein- und Ausgaben

Du kannst nur vernünftig sparen, wenn du deine Ein- und Ausgaben kennst. Ich habe mich lange dagegen gewehrt genau Buch zu führen, weil es aus meiner Sicht keinen Sinn gemacht hat.

Aber als wir ein paar Monate jede Ein- und Ausgabe getrackt haben, haben wir durchaus noch Sparpotenzial gefunden, mit dem wir so nicht gerechnet haben. Deine Finanzen kannst du heutzutage einfach mit einer App tracken. Du führst Buch über alle deine Einnahmen und Ausgaben, kannst alle Ausgaben verschiedenen Kategorien zuordnen und bekommst am Ende des Monats ein hübsches Diagramm. So wird veranschaulicht, welches deine grössten Ausgabenposten sind und wo es Sparpotenzial gibt. Einen umfassenden Testbericht über verschiedene Apps gibt’s bald hier auf dem Blog!

Zusätzlich ist es sinnvoll, dass ihr als Familie eine genaue Auflistung eurer Finanzen erstellt. Wie viel Geld ist eigentlich da? Vergesst nicht Rentenfonds, Säule 3a (Schweiz) und allfällige Mietzinsdepots einzurechnen. Zusammen mit dem Ausgabentracking habt ihr damit eine genaue Übersicht über eure Finanzen.

Regel Nummer 4: Stoppe den Shoppingwahnsinn.

Shopping.

Hör.Einfach.Auf.Damit.

Du brauchst das alles nicht. Hast du nicht schon einen Schrank voller Schuhe, zehn Hemden und fünf Jeans? Oft sind es ja Kleider, die wir unnötig kaufen. Bei manchen sind es auch Technikgadgets. Von der unglaublichen Ressourcenverschwendung fange ich gar nicht erst an zu reden. Verzichte auf Shoppingtouren und wende diese Zeit lieber dafür auf, dich um deine Finanzen zu kümmern. Oder mit deinen Liebsten zu verbringen. In den meisten Fällen kompensieren wir mit einer Shoppingtour oder einem Einkauf etwas. Wir versuchen mit Frust- oder Belohnungskäufen unbefriedigende Gedanken zu kaschieren oder uns für den mühsamen Tag zu belohnen. In diesem Fall ist es an der Zeit tiefer zu blicken und das eigentliche Bedürfnis auszumachen.

Natürlich musst du ab und zu etwas ersetzen oder neu kaufen. Wenn du aber bewusst lebst, dann minimieren sich deine Einkäufe drastisch. Das betrifft nicht nur Bekleidung, sondern eigentlich alles, was du so kaufst.

Versuche einmal für einen Monat auf Einkäufe zu verzichten, die über die alltäglichen, dringend benötigten Dinge wie Essen hinausgehen. Wenn du etwas kaufen willst warte eine Woche. Brauchst du es dann immer noch, kannst du über die Anschaffung nachdenken.

Anstatt morgens einen Kaffee beim Bäcker zu holen, trinkst du ihn zu Hause bevor du aus dem Haus gehst. Anstatt ein kaputtes Haushaltsgerät zu entsorgen und neu zu kaufen, versuche es zu reparieren. Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten auf diesem Weg Geld zu sparen. Grundsätzlich sparst du am einfachsten wenn du deine Einnahmen erhöhst oder deine Ausgaben minimierst. Sparen als Familie – wie geht das?

Vielleicht hört sich das für dich jetzt krass an? Ist es nicht, ganz ehrlich. Seit ich nichts mehr kaufe was ich nicht unbedingt brauche, vermisse ich gar nichts in meinem Leben. Eher im Gegenteil. Es hat mein Leben besser gemacht, da ich weniger Dinge besitze, um die ich mich kümmern muss. Ich habe mehr Zeit für Dinge die ich gerne mache und für Personen die ich gern habe. Für mich ist dieser Punkt einzig ein Plus, denn es ist kein Verzicht, sondern ein Zugewinn. Und ich weiss ja, dass ich durch das Sparen das Geld habe, mir alles kaufen zu können, wenn ich denn unbedingt wollte.

Regel Nummer 5: Investiere das gesparte Geld

Nachdem du deine Schulden abbezahlt, einen Sparbetrag festgelegt hast und dich selbst immer bei Lohneingang bezahlst, kannst du endlich damit anfangen, genau dieses Geld zu investieren.

Anfangs macht es natürlich Sinn, dass ihr euch ein Polster auf dem Sparkonto anlegen könnt. So hast du immer Geld zur Verfügung, falls ein Notfall eintritt. Wie hoch dein Polster sein soll, ist sehr individuell. Ich persönlich schlafe gut wenn ich weiss, dass ich die nächsten 8-10 Monate finanziell überbrücken könnte, falls alles schief läuft. Bei dir sind das vielleicht drei Monate oder aber auch 12 Monate.

Alles was über den entsprechenden Betrag hinausgeht, kannst du investieren. Du kannst auch beides parallel machen, Hauptsache du hast keine Schulden mehr. Aber du kannst auch dein Polster anlegen und gleichzeitig investieren, halt beides mit kleineren Beträgen. Hauptsache, es geht vorwärts, die Gesamtsumme bleibt schlussendlich dieselbe.

Die Veränderung beginnt jetzt

Das sind fünf Schritte die du gehen kannst, die das Leben von dir und deiner Familie grundlegend verändern werden. Es ist ein ganz schönes Stück Arbeit, das alles zu berechnen und aufzustellen und es wird dich einige Zeit beschäftigen. Ich versichere dir aber: Es lohnt sich. Es ist eine Auseinandersetzung mit Geld, deinem Mindset und ein Zusammenspannen mit deinem/deiner Partner:in. Ihr werdet zusammen Ziele definieren und die Familienfinanzen ganz anders angehen. Was auch nicht ausser acht zu lassen ist, dass mit dieser Auseinandersetzung mit den letzten Tabus in Sachen Finanzen gebrochen werden. Denn die existieren immer noch, auch innerhalb Partnerschaften und Familien.

Wenn du dann schuldenfrei bist, deine Einnahmen und Ausgaben kennst und endlich mit Investieren beginnen kannst, hast du schon sehr viel erreicht und an deiner Beziehung zu Geld gearbeitet. Ab jetzt bist du finanziell so gut aufgestellt, dass du dich nur noch auf das Investieren konzentrieren kannst. Gehen wir diesen Schritt auch zusammen? Mehr dazu folgt in den nächsten Monaten auf diesem Blog.

Verrätst du deine besten Tipps um Geld zu sparen?

Sarah Über die/den Autor/in

Früher als soloreisende Backpackerin, bin ich heute am liebsten mit der ganzen Familie unterwegs. Ich lebe, reise und arbeite auf der ganzen Welt und geniesse es, Jürgen und unsere Kids immer mit dabei zu haben. Mein Herz schlägt für Hawaii, Kryptowährungen und Schokoladeneis. Mein Ziel ist finanzielle Unabhängigkeit für mich und meine Familie.

6 Kommentare

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    Valerie Sieber
    27. März 2021 um 20:33

    Für uns ist euer Beitrag nichts neues.. Können das alles bestätigen 😊🙏 das mit dem weniger kaufen auch. Es ist Einstellungssache.. Mich erdrücken zu viele Dinge.. Materielles ist echt überbewertet in unserer Geselschaft.. Unabhängigkeit davon macht wahnsinnig frei!! Klar gibts ein paar Dinge an denen man hängt..
    Unsere spartipps.. Hmm
    Jährliche vergleiche der Versicherungen Krankenkassen.. Macht viel aus aber ist vielen zu mühsam 😏😉
    Viel selber machen.. BROT BACKEN.. zb.. aber auch allgemein wenig Fertigprodukte kaufen.. Gesünder und billiger. Wenig Fleisch essen.. Besser für Tier und Umwelt und auch für den Geldbeutel.. SECOND HAND für die Kids oder Teure gute erhaltene Stücke wenn fertig gebraucht wieder zu Geld machen..
    Das Geld gut investieren in wertige langlebige Produkte als trash der schnell kaputt ist…
    Allgemein selbst hand anlegen.. Wenn im Haus was kaputt ist oder die Winterräder beim Auto drauf müssen👌..bei Do it yourself kann man echt krass viel Geld sparen und lernt was dazu.. 😊😉

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    • Sarah
      Sarah
      27. März 2021 um 21:58

      Liebe Valerie, danke für deine Rückmeldung. Ich kann mir vorstellen, dass ihr schon das Meiste von diesen Vorschlägen umsetzt. Super! Selber machen ist immer ein Top-Ratschlag. Gerade als Familie ist ein wirklich einfacher Tipp wie “Brot backen” viel wert. Wer jeden Tag 2-3 Franken für Brot spart, hat Ende des Monats einiges beisammen. Natürlich ist es nicht allen möglich jeden Abend noch Brot zu backen, auch mir nicht. Wenn aber irgendwie möglich, summiert sich das schon. Selber machen ist top!

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    helga
    27. März 2021 um 22:27

    Liebe Sarah
    es fängt wirklich alles im Kopf an.
    Ich habe viele Jahre teure Reisen unternommen (was ich nicht missen möchte), wöchentlich Klamotten online geshoppt, ich war ein richtiges Insta-Opfer und habe alle möglichen Gimmicks und Gadgets bestellt. Gespart habe ich wenig (auch ohne Kinder 🙂
    Aber es kommt eine Zeit, wo man sich fragen muss, braucht man das alles? Nein – natürlich nicht. Aber man muss sich vom Konsum frei machen. Das ist nicht einfach.

    Bei mir hat erst ein Schicksalsschlag dazu geführt. Seither spare ich fast 50% meines Einkommens und habe einen Finanzblog erstellt, der meine Entwicklung in Sachen Sparen, Investieren (ETF/Aktien) und Side-Hustles dokumentiert.
    Es hilft auch, einen konkreten Sparbetrag vor Augen zu haben (zb. ich will bis 2022 –> 30`000 CHF gespart haben). Das motiviert sehr.

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    • Sarah
      Sarah
      28. März 2021 um 10:16

      Liebe Helga, super, dass du auch diesen Weg eingeschlagen hast. Gell, es ist mega spannend das Ganze. Ich habe mir noch nie etwas aus Shopping gemacht, daher macht mir das “nicht kaufen” wirklich überhaupt nichts aus. Eine Sparrate von fast 50% ist sensationell! Mit Familie ist das schwer machbar, da schon die Kitakosten für zwei Kinder mehr als die Miete betragen… Das ist eigentlich auch der Hauptgrund und ein riesiger Posten – eigentlich der Grösste – im Familienbudget. Wir sind aber laufend dran zu optimieren und haben jetzt gerade wieder Bestandesaufnahme des Budgets gemacht und optimiert. Und ja, ein konkretes Ziel zu haben hilft sehr. Da weisst du dann genau, in welche Richtung es geht und was noch fehlt.

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    Step
    28. März 2021 um 11:18

    Na was das betrifft, ist es ganz einfach. Jetzt, wo man nicht reisen und nicht essen und trinken gehen kann, merke ich, dass trotz viel weniger Einkommen (Kurzarbeit) am Monatsende mehr Geld übrig bleibt. Meine einzigen Kreditkartenausgaben sind Supermarkt und Bäcker, hin und wieder noch Apotheke oder Drogerie. That’s it. Dafür brauche ich nicht mal eine App (hab ich auch direkt mit meiner CC verlinkt) – das sehe ich direkt mit einem Blick auf meine Abrechnung.

    Unnötige Dinge habe ich nie gekauft. Mein Laptop wird gerade 10, solange er läuft und alles so halbwegs kann, ersetze ich ihn auch nicht. Meine Wanderschuhe haben sich jetzt nach 10 Jahren aufgelöst, also ersetze ich sie durch gute, die wieder mindestens so lange halten. Handy hab ich auch meist an die 5 Jahre, bis eben das Betriebssystem nicht mehr upgedated werden kann und die meisten Apps dann nicht mehr funktionieren. Kleidung kaufe ich, wenn es notwendig ist, habe meistens 2 Jeans und 3 Paar Alltagsschuhe im Einsatz, meine Winterjacke ist 10 Jahre alt und sieht immer noch gut aus – man kann ja etwas Zeitloses kaufen und darauf Acht geben. Meine Trekkingjacke war sehr teuer, top Qualität und hält auch nach 8 Jahren immer noch. Auto habe ich seit 10 Jahren keines mehr (braucht man nicht wenn man mitten in Wien lebt), und auch mein Fahrrad das ich einmal jährlich ordentlich zum Service gebe, ist heuer 13. Usw usf….das Alles ist für mich kein Opfer – aber auch Typ-Sache, weil diese Dinge für mich persönlich nichts bedeuten – das sind funktionale Sachen, die man hat weil man sie braucht, aber nicht, weil sie mir jetzt irgendeine besondere Freude machen.

    Der fixe Sparbetrag geht auch im Dauerauftrag auf ein Fondskonto.

    Geld gebe ich nur für Dinge aus, die mir echt Freude machen – und da knausere ich dann aber auch nicht. Das sind bei mir einfach gut Essen und Trinken gehen und Reisen. Wenn ein Bier an der Oper in Oslo 10 EUR kostet, ist mir das dann wieder egal, denn das Flair und die Aussicht in dem Moment, wo man im Hafen sitzt, genießen zu können, ist mir das in dem Moment dann wert, da es für mich Lebensfreude bedeutet. Und auch wenn die Schweiz für uns extrem teuer ist, sitzt man bei einem Käsefondue in einem gemütlichen Chalet, ja, dann gönne ich mir auch dieses. Auch im teuren Australien war ich einmal täglich Abendessen – weil das für mich der krönende Abschluss eines schönen Urlaubstages ist. Es ist eine Frage der Prioritäten.

    Andere essen nur Billig Junkfood und brauchen dafür jedes Jahr das neueste Handy oder die angesagteste Designer Jeans. Nicht gerade der ressourcenschonendste Lifestyle – und da habe ich auch Glück, dass mir diese Dinge nichts bedeuten.

    Ich sage immer – wenn man für etwas Geld ausgibt, dann müssen sie einen persönlichen Mehrwert bieten. Für mich persönlich ist der Grund, Geld auszugeben und eben dieser Mehrwert, mir ein Stück Lebensfreude damit zu leisten. Ich hoffe, die beiden Dinge, die für mich in die Kategorie Lebensfreude fallen, kehren bald wieder in mein Leben zurück. Denn im Moment ist es dann doch eher so – kaum Ausgaben, aber auch kaum Freude. Da beneide ich manchmal Freunde, deren Glück es ist, sich um ihren Garten zu kümmern oder Bücher zu lesen und die dafür jetzt viel Zeit haben. Das kostet auch wenig oder gar nichts und ist deren Stück Mehrwert und Lebensfreude. Leider für mich jetzt nicht die Dinge, die mir weiterhelfen.

    Jedenfalls muss für mich das Mehrwerterlebnis beim Geldausgeben immer im Mittelpunkt stehen. Ich hoffe, es kommt auch für mich wieder.

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    • Sarah
      Sarah
      29. März 2021 um 20:36

      Lieber Step, ich halte es eigentlich wie du. Ich gebe zwar kaum Geld aus für alltägliche Dinge, da es mir einfach nichts bedeutet. Daher ist Sparen für mich auch so einfach. Reisen, gut essen und spannende Erlebnisse sind die Dinge, die für mich zählen. Dafür gebe auch ich gerne Geld aus. Ich frage mich dann immer: “Denke ich in 20 Jahren daran zurück?”. An die tolle Ballonfahrt schon, nicht aber an die fünfte Jeans in meinem Schrank. Daher sind für mich die Prioritäten auch klar. Für solche Erlebnisse oder Reisen gebe ich dann auch gerne einen Teil meines dafür gesparten Geldes aus. Ich führe extra ein “Reisekonto”, wo ich speziell Geld für Reisen und einmalige Erlebnisse anspare. Soweit mein liebstes Konto… 😉

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