San Francisco mit dem Fahrrad: Die schönste Route

Es gibt sie, die Städte, die einfach nur schön sind und die einem als Tourist unheimlich viele Möglichkeiten bieten. San Francisco gehört in diese Kategorie. Die Stadt ist schön, hat eine tolle Architektur, ist offen und liberal und und eine interessante Geschichte. Hier hat in den 60er Jahren die Hippie Bewegung ihren Höhepunkt erreicht und auch heute noch ist San Francisco anders als der Rest der USA. Irgendwie jedenfalls.

San Francisco - Eine Stadt, die irgendwie anders ist

San Francisco ist auch so toll, weil die Stadt problemlos zu Fuss und mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkundet werden kann. Aber nicht nur das, denn hier gibt es auch – ganz unamerikanisch – viele Fahrräder zu mieten. Das habe ich mir natürlich nicht nehmen lassen und für einen Tag ein Fahrrad rumgedüst. Es hat sich gelohnt – und wie! Einen Tag in dieser Stadt zu pedalen, empfehle ich dir unbedingt. Es gibt einfach so vieles zu entdecken und per Fahrrad ist alles sehr bequem. Auch wenn zugegebenermassen abends das Hinterteil empfindlich schmerzt!

 

Das musst du vorher wissen

Hier bekommst du ein Fahrrad her:

Es gibt viele Mietstationen in der Stadt. Bei einem kurzen Bummel stolperst du bestimmt an einer vorbei. Frage aber am besten in deiner Unterkunft nach, denn viele Hostels/Hotels haben mit den Mietstationen spezielle Konditionen ausgehandelt.

So viel kostet ein Fahrrad pro Tag:

Je nach Anbieter und Bike um die 30 USD für 24 Stunden. Mein Hostel hatte einen Deal mit Blazing Saddles und daher bekam ich das Fahrrad für nur 18 USD.

So wählst du deine Route aus:

Lasse dich bei der Mietstation beraten. Diese geben dir Karten mit und je nach deiner verfügbaren Zeit und deinen Wünschen, stellen sie dir eine Route durch die Stadt zusammen.

 

Auf zwei Rädern nach Sausalito

Ich habe mich für einen Tagesausflug entschieden, der durch die Stadt führt, via Presidio über die Golden Gate Brücke nach Sausalito und über den Lincoln und Golden Gate Park wieder zurück. Die Tour führt durch einige der interessantesten Gegenden San Franciscos, ist sehr abwechslungsreich und dauert rund acht Stunden. Sie ist einfach zu befahren und nicht sonderlich anstrengend, eine grundlegende Ausdauer ist aber bestimmt gut zu besitzen.

Route der Fahrradtour durch San Francisco

 

Durch die Stadt: Vom Union Square zur Haight Street

Da die Mietstation gleich am Union Square liegt, breche ich von dort auf und fahre alles entlang der belebten Market Street. Dort braucht es etwas Konzentration, denn die Strasse ist nicht nur von vielen Autos befahren, sondern auch von Fussgängern bevölkert. Theoretisch kannst du diese Tour auch von vielen anderen Orten der Stadt starten.

Nach ein paar Kilometern gehts in die Scott Street und die Architektur San Franciscos kommt wunderbar zur Geltung. Die Fahrt geht durch eine sympathische Wohngegend und ich staune ab der vielseitigen Bauweise.

Wundervolle Architektur in San Francisco

Der Radweg ist gut ausgeschildert und entsprechende Pfeile am Boden lotsen mich im Zickzack durch das Viertel bis zum Alamo Square. Dort kehre ich um, fahre etwas zurück und biege in die Fell Street ein und fahre durch den Panhandle Park an der Haight Street vorbei. Diese ist jedem alten Hippie (oder jedem Möchtegern-„Ich war in meinem früheren Leben ein Hippie” wie mir) als ehemaliges Zentrum der Blumenkinder ein Begriff.

Die Fahrradwege in San Francisco sind super ausgeschildert

 

Ab in die Wälder: Durch den Presidio-Park

Weiter geht es für einen ganz kurzen Abschnitt durch den Golden Gate Park, von dort weiter über das etwas anstrengende, da steiles Arguello Boulevard in den grossen Presidio Park.

Hier finde ich ein ganz anderes San Francisco und ich bin wieder einmal begeistert von der Stadt. So schnell bin ich vom Stadtzentrum mitten im Wald! Es ist richtig erholsam und ich geniesse die Fahrt. Plötzlich stehe ich auf einem Plateau oben, die Sicht öffnet sich und ist einfach grandios. Der Blick über einzelne Stadtviertel und mitten auf die Gefängnisinsel Alcatraz ist spitze. An diesem Punkt wusste ich ja noch nicht, dass noch einige dieser sensationellen Aussichtspunkte auf mich warteten!

Eine fantastische Aussicht auf die Gefängnisinsel Alcatrazhübsche Viertel etwas ausserhalb San Franciscos

Der nächste und einer der schönsten folgt bald darauf, nach einer weiteren Fahrt durch den Presidio-Park. Nach einer Kurve taucht ganz unverhofft die weltberühmte Golden Gate Bridge vor mir auf. Wow! Sie ist wirklich so schön wie mir alle erzählt haben.

Und alle haben sie gesagt: „Weisst du, die Brücke liegt immer im Nebel, das ist ganz normal. Wirklich sehen kannst du sie selten.“ An diesem Tag war kein Wölkchen am Himmel und die Sonne hat den Ausflug perfekt gemacht.

Und plötzlich ist sie da, die Golden Gate Bridge in San Francisco

 

Über die Golden Gate Bridge nach Sausalito

Diese Route führt natürlich auch über die Brücke. Dabei ist allerdings Geduld angesagt, denn hier wimmelt es nur so von Touristen. Vor allem die erste Hälfte der Brücke ist voller Menschen und Fahrradfahrer, denn alle wollen bis zur Aussichtsplattform in der Mitte. Daher kommt es hier schon auch mal zum Stau, Geduld ist gefragt sowie das Aufpassen auf die Markierungen am Boden. Trotz Menschenmassen  –  es lohnt sich. Denn von der Brücke gibt es eine tolle Aussicht auf San Francisco und den Hafen. Einfach unvergesslich!

Traumhafte Aussicht von der Golden Gate Bridge auf San Francisco

Ein kleines Stück geht es nun bergauf, aber gleich gibt es eine rasante Fahrt abwärts, es geht nämlich runter nach Sausalito. In diesem kleinen Städtchen geniesse ich es dann so richtig und lege eine Pause ein. Es gibt einige tolle Restaurants und es lassen sich auch schöne Spatziergänge machen oder auch einfach am Ufer entspannen.

Wenn du nicht mehr zurückfahren willst, kannst du alternativ auch die Fähre nehmen, die dich zum Pier 39 oder zum Ferry Building in San Francisco zurück bringt. Die ganz Ambitionierten könnten hier auch weiter nach Mill Valley und Tiburon fahren und von dort mit der Fähre zurück.

Mit dem Fahrrad über die Golden Gate Bridge in San Francisco

 

Zum Baker Beach am Camino del Mar entlang

Nach einer verdienten Pause geht es für mich wieder über die Golden Gate Bridge zurück, aber diesmal nach rechts zum Baker Beach. Von hier gibt es den besten Blick auf die Brücke. Der Strand ist schön und es lässt sich auch hier eine gute Zeit verbringen.

Von hier aus geht es alles dem Camino del Mar entlang, teilweise geht es recht steil bergauf. Unterwegs passiere ich das Kunstmuseum. Die Fahrt könnte noch bis zum Cliff House ausgedehnt werden, wo es unterwegs viele Seehunde, eine Windmühle und auch weitere Strände und Aussichtspunkte zu sehen gibt. Ob du diese besuchen willst, entscheidest du am besten unterwegs und machst es davon abhängig, wie sehr du noch Radfahren magst. Denn an diesem Punkt bist du schon einige Zeit unterwegs.

Das Kunstmuseum in San Francisco

 

Zurück durch den Golden Gate Park

Jetzt geht es alles durch den Golden Gate Park Richtung Innenstadt. Hier staune ich mal wieder wie gross die Pärke in Amerika sind. Was hier ein Park ist, ist in Europa ein ganzer Landstrich. Im Park gibt es einen Golfplatz, ein Bison Gehege, viele Seen, ein Polofeld oder auch einen japanischen Teegarten. Ach ja, auch noch ein Sportstadium. Also mal eben schnell durch den Park fahren ist hier nicht drin. Am Ende des Parkes kannst du wieder via Market Street zu deinem Ausgangspunkt zurückkehren.

Fahrradfahren in San Francisco ist einfach toll!San Francisco - Eine wunderschöne Stadt

Eine Fahrradtour durch San Francisco ist ein besonderes Erlebnis und ich kann es wärmstens weiterempfehlen. Die Stadt zeigt sich so von einer ganz neuen Seite und es gibt vieles zu entdecken.

 

Warst du auch schon per Fahrrad in San Francisco unterwegs? Welches war deine Route?

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21 Kommentare

  • Manuela sagt:

    Schön, da hast du dir eine etwas grössere Route ausgesucht als ich damals. 😉 Wir sind mehr oder weniger von den Piers losgefahren, alles an der Küste entlang, auch über die Golden Gate und danach runter nach Sausalito. Die Fahrt den Berg runter war definitiv das spassigste an der ganzen Tour! Zurück sind wir dann mit der Fähre.
    Und du hattest etwas mehr Wetterglück, auf meinen Fotos versteckt sich die Golden Gate Bridge hinter dickem Nebel.

    Ich finde es wirklich toll, dass man in SF solche Velotouren machen kann, gerade weil die USA ja sonst nicht so das Land der Fahrräder sind.

    Was mir noch aufgefallen ist: Unsere Velos waren fast halbe Beach-Cruiser, es war ziemlich anstrengend, damit einen kleineren Hügel zu erklimmen (und ganz so untrainiert bin ich nun auch nicht, haha). Keine Ahnung, ob das nur an unserem Verleiher lag oder ob die Velos immer so sind.

    • Sarah sagt:

      Ich war auch recht überrascht von dem Angebot, gerade weil die Städte in Nordamerika bekannt dafür sind, dass man nirgendwo ohne Auto hinkommt. Aber die Stadt ist wirklich perfekt für eine Fahrradtour. Ich hatte eigentlich ein gutes, ganz normales Rad und kein Problem. Ich habe aber bemerkt,dass die Verleiher ganz unterschiedliche Arten von Fahrrädern anbieten.
      Mit dem Wetter hatte ich tatsächlich super Glück. Vier Tage lang war einfach strahlender Sonnenschein! 🙂

  • Jutta sagt:

    Super Tipps! Wir haben einen Teil der Route gemacht und es war grandios! Orte mit dem Rad zu erkunden ist überhaupt eine tolle Idee. Grüsse, Jutta

    • Sarah sagt:

      Ja, ich werde das bestimmt auch wiederholen und wenn irgendwo Fahrräder vermietet werden, wieder darauf zurückgreifen. Es ist eine ganz andere Art eine Stadt zu erkunden.

  • Frank sagt:

    Oh ja, vorgenommen hatten wir uns die Fahrradtour auch.
    Spontan hatten wir uns dann aber für die Hop-On Hop-Off Bustour und ausgedehnte Fussmärsche durch die Strassen entschieden. Nach Deinem schönen Bericht werden wir beim nächsten mal wohl dann doch mal auf das Fahrrad umsatteln.

  • Step sagt:

    super…..mein letzter besuch in sanfran (ja nie frisco sagen, da outet man sich sofort als unwissender touri ;-)) ist schon wieder 7 jahre her. damals wären mir diese fahrradmarkierungen noch nicht aufgefallen, hat sich scheinbar also einiges getan. ich denke, winter ist die bessere zeit für schönes wetter dort, ich war im feb und hatte auch strahlend blauen himmel und frühlingshafte temperaturen, während ich im august nur die nebeldecke hatte. stadt mit dem rad zu entdecken ist immer genial – mach ich auch sehr oft. amsterdam oder kopenhagen sind da die top-optionen……
    gruss vom sonnigen kap ins sonnige florida 🙂

    • Sarah sagt:

      Sanfran ist tatsächlich super für eine Raderkundung ausgelegt. Vielleicht hat sich das auch erst in den letzten paar Jahren so ergeben und wurde darin investiert? Marikierungen und Wege sind jedenfalls top. Kopenhagen kenne ich leider (noch) nicht, aber Amsterdam ist natürlich auch voll und ganz eine Fahrradstadt. Geniesse in Afrika!

  • malapascua sagt:

    So schön, San Francisco würde mich auch reizen. Aber nicht umbedingt mit dem Fahrrad, dafür bin ich schon fast wieder zu faul 😉 Liebe Grüsse aus Zürich!

    • Sarah sagt:

      San Francisco unbedingt! Und glücklicherweise gibts ja zum Fahrrad auch Alternativen. Zu Fuss lässt sich die Stadt auch wunderbar erkunden und sonst gibt es auch noch den Cable Car.

  • Tom sagt:

    Wunderschön! Die Bilder sind der Hammer.
    Ein Fahrrad zu Leihen ist auch auf unseren Urlauben immer mit auf der Liste. Man kommt schnell von A zu B, man kann sie in allerruhe die Gegend ansehen und es ist auch super gegen reichliche Buffets in den Hotels 🙂

  • […] war anfang des Jahres in Kalifornien unterwegs und habe auch einiges über San Francisco, Los Angeles, den Joshua Tree Nationalpark  und den Salvation Mountain und auch über die […]

  • […] solltest du hier bleiben, um die Stadt auch nur im Ansatz kennenzulernen. Was sich dafür eignet? Eine Fahrradtour. Ich bin total Fan davon! So kannst du innert kürzester Zeit vieles sehen und hast auch noch etwas […]

  • swisslu sagt:

    Hallo! Danke für den spannenden Beitrag… In wenigen Wochen ist es auch bei mir (zus. mit Freundin) so weit! Dank deiner Website konnte ich schon mal ein paar spannende Eindrücke sammeln… Eine Frage habe ich aber dennoch: Hast all das beschriebene hier an einem Tag mit dem Fahrrad abgerackert oder auf mehrere Tage verteilt?
    Und gibt es genügend Abstellorte, damit man auch mal einen Teil zu Fuss machen kann (z.B. im Golden Gate Park)? Besten Dank… 🙂

    • Sarah sagt:

      Ja, ich habe die ganze Tour an einem Stück gemacht. Es ist schon eher lang, aber du kannst die Tour natürlich auch abkürzen oder auf mehrere Tage verteilen, kein Problem. In der Stadt selber weiss ich nicht, wie viele Fahrradparkplätze es gibt, aber ausserhalb und in den Parks, kannst du die problemlos abstellen. Viel Spass bei der Erkundung per Fahrrad!

  • Jan sagt:

    Hi,

    sieht nach einer tollen Route aus! Wir werden sie morgen mal abfahren. Sind schon ganz gespannt!

    Danke für den tollen Tipp!

    Grüße aus SF

    Jan

  • […] Willst du ganz genau wissen, wie das funktioniert? Dann lies mehr darüber in meinem Artikel über die Fahrradtour durch SanFran. […]

  • Lisa sagt:

    Hallo Sarah,

    Danke für deine tolle Route. Die Bilder machen Lust, gleich wieder nach San Francisco zu düsen. Wir waren Anfang des Monats dort, hatten ähnlich traumhaftes Wetter wie Du damals und sind auch eine recht ähnliche Route gefahren. Allerdings waren wir nicht in Sausalito. Stattdessen ging es an Fishermans Wharf und dem Aquatic Park, Marina, dem „Palace of Fine Arts“ und Chrissy Fields vorbei. UND: Wir hatten Respekt vor den steilen Hügeln und sind mit E-Bike durch die Stadt gedüst. 😉 Wenn Du mal reinschauen magst: Das war unsere Route http://nordlicht-unterwegs.de/mit-dem-rad-in-san-francisco-unterwegs

    Liebe Grüße,
    Lisa

  • […] persönlich ihn am besten. Sie erzählt schöne Geschichten über die bunte Vielfalt Nicaraguas, anstrengende Radtouren in San Francisco oder macht einfach ein komplettes „Entdecke […]

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