Antigua vs. Granada – Duell der schönsten Kolonialstädte Zentralamerikas

Das mit den Kolonialstädten in Zentralamerika ist ja immer so eine Sache. Einerseits sind sie wunderschön, voller barocker Kirchen und gepflasterten Wegen und gleichzeitig sind sie super touristisch und überlaufen. Verpassen will ich sie dann aber trotzdem nicht, denn nicht dort gewesen zu sein, geht irgendwie auch nicht. Meistens gibt’s ebenso ein noch interessanteres Gegenstück dazu. Zu diesem Punkt aber mehr im Vergleich.

Die zwei bekanntesten Kolonialstädte in Zentralamerika sind Antigua in Guatemala und Granada in Nicaragua. Welche aber ist nun schöner? Wo gibt es mehr zu erleben? Welche lohnt sich mehr? Hier eine subjektive Bestandesaufnahme.

Die Kolonialstädte in Zentralamerika sind farbenfroh - wie hier in Antigua in Guatemala.

Die Kolonialstädte in Zentralamerika sind farbenfroh – wie hier in Antigua in Guatemala.

 

Antigua in Guatemala

Die Stadt ist erklärter Liebling aller Lateinamerikareisenden und besticht durch unverwechselbaren Charme. Man kann denn Ort tatsächlich nur als pittoresk bezeichnen.

Flankiert von den drei Vulkanen Agua, Acatenango und Fuego, wovon letzterer immer noch höchst aktiv ist und ab und zu mal ausbricht, ist die Lage der Stadt phänomenal. Immer wieder hört man den Fuego grummeln und an die Rauchfontänen die er regelmässig ausspuckt, gewöhnt man sich nach ein paar Tagen auch.

Der Vulkan Fuego in Antigua grummelt vor sich hin...

Der Vulkan Fuego in Antigua grummelt vor sich hin…

Als ich in Antigua angekommen bin, ist mir als erstes die Freundlichkeit der Einwohner aufgefallen. Ich wurde überall gegrüsst und gefragt, wie es mir geht, ohne mir etwas zu verkaufen oder sonst was zu wollen. Einfach so aus Interesse und Freundlichkeit.

Topaktivität: Eine Sprachschule besuchen! In Antigua gibt es unzählige Schulen, welche gut und billig sind. Gerade der Preis der Schulen bewegt viele Reisende, hier einige Wochen zu verbringen und ihr Spanisch aufzupolieren. Daher wimmelt es in Antigua nebst den üblichen Touristen nur so von Sprachschülern.

Das wohl beliebteste Fotosujet in Antigua....

Das wohl beliebteste Fotosujet in Antigua….

Insgesamt verzeichnet Antigua eine hohe Ausländerdichte und durch die Nähe zur Hauptstadt Guatemala Ciudad, ist die Stadt am Wochenende ein beliebtes Ausflugsziel für Guatemalteken.

Zu den beliebten Aktivitäten gehört auch ein Spaziergang zum grossen Kreuz in der Nähe der Stadt, von wo man einen wunderbaren Ausblick auf Antigua hat. Wer etwas mehr Herausforderung sucht, ist beim Besteigen des Vulkanes Pacaya am besten aufgehoben.

In Antigua sind die Menschen ganz besonders freundlich.

In Antigua sind die Menschen ganz besonders freundlich.

Mein Ausflugstipp: Ein paar Stunden im Restaurant Cerro San Cristobal verbringen. Das Restaurant bietet eine wunderschöne Aussicht über Antigua und die Preise sind dafür auch akzeptabel.

So kommst du hin: Beim Kunsthandwerksmarkt Nim Pot, ganz in der Nähe der Kirche La Merced, fährt ein Shuttlebus, der dich zum Restaurant bringt. Es gibt keinen wirklichen Fahrplan, bereite dich darauf vor, dass du warten musst. Es lohnt sich aber!

Sicht über Antigua vom Restaurant Cerro San Cristobal.

Sicht über Antigua vom Restaurant Cerro San Cristobal.

Speis und Trank: In Antigua vermisst der Gaumen fast nichts. Es gibt hier sogar ein Sushi Restaurant. Ganz besonders in Versuchung bringen aber die unzähligen süssen Cafés, von denen die meisten auch eine tolle Aussicht oder einen ruhigen Innenhof haben.

Für die Aussicht empfehle ich dir die Sky Bar, von wo aus du über ganz Antigua blicken und die Abendstimmung bei einem Sundowner geniessen kannst. Liebst du Süsses, bist du im Café Condesa gut aufgehoben. Dort gibt es die leckersten Kuchen überhaupt. Aber Achtung, iss dort am Nachmittag nur, wenn du das Abendessen ausfallen lassen willst, denn die Kuchenstücke sind riesig! Lecker guatemaltekisch Essen kannst du eigentlich überall, wo vor ein paar Holzstühlen eine Frau Tortillas am zubereiten ist.

Aussicht von der Sky Bar in Antigua, Guatemala.

Aussicht von der Sky Bar in Antigua, Guatemala.

Schwesterstadt: Xela, oder mit dem ganzen Namen auch Quetzaltenango, ist die zweitgrösste Stadt des Landes. Diese hat einen ganz eigenen Charme und ist sehr ursprünglich. Die Stadt ist viel weniger touristisch als Antigua, aber auch eine nicht unbeträchtliche Menge an Sprachschulen sowie gute Wander- und Ausflugsmöglichkeiten.

Ein ganz besonders entspannender Ausflug ist zu den heissen Quellen von Xela, wo du herrlich runterfahren kannst und fast tiefenentspannt zurückkommst.

Abendstimmung in Antigua.

Abendstimmung in Antigua.

 

Granada in Nicaragua

Granada ist quasi das Gegenstück zu Antigua, nur eben dass die Stadt in Nicaragua liegt. Granada ist auch eine touristische Hochburg, jeder Reisende in Nicaragaua zieht es dahin.

Lieblingssujet in Granada: Die berühmte Kathedrale am Hauptplatz.

Lieblingssujet in Granada: Die berühmte Kathedrale am Hauptplatz.

Das grosse Plus in Granada sind die vielen Shoppingmöglichkeiten. Brauchst du neue Kleider? Dann kannst du hier wunderbar einkaufen. Natürlich gibt’s auch hier eine zentrale Plaza, an der sich die teuersten Restaurants der Stadt zentrieren und auf der es einfach schön ist sich hinzusetzten und den Leuten zuzuschauen.

Die Kirche La Merced in Granada.

Die Kirche La Merced in Granada.

Topaktivität: Von der schönen Kirche La Merced (ja, die gefällt mir ein bisschen besser als die farbenprächtige Kathedrale am Hauptplatz) gibt es gegen eine geringe Eintrittsgebühr eine wundervolle Aussicht über die Stadt. Du kannst auf den Glockenturm raufsteigen und den Sonnenuntergang beobachten. Ausserdem lohnt sich einen Spaziergang zum Malecon, zum Ufer des Nicaragua Sees, wo du bis zu den Vulkanen der Insel Ometepe sehen kannst.

Aussicht vom Glockenturm der Kirche La Merced in Granada.

Aussicht vom Glockenturm der Kirche La Merced in Granada.

Mein Ausflugstipp: Sehr beliebt ist ein Ausflug zu den Isletas de Granada. Es gibt über 360 kleine Inseln im Nicaragua See, die teilweise als Wochenendresidenzen genutzt werden und in Privatbesitz sind. Ich selber habe diesen Ausflug aber nicht mitgemacht, da es mir eher etwas langweilig erschien. Viele die auf der Tour waren, kamen aber begeistert zurück.

Die Uferpromenade in Granada in Nicaragua.

Die Uferpromenade in Granada in Nicaragua.

Ich bin dafür einen halben Tag an die Laguna de Apoyo gefahren, was ich als Ausflug nur empfehlen kann. Die Lagune ist ein Kratersee in einem erloschen Vulkan und dient heute in erster Linie als Entspannungsort.

Du kannst die Lagune ganz einfach per Shuttle besuchen. Dieser fährt täglich beim Reisebüro Nahual Tours ab. Um vier Uhr Nachmittags wirst du wieder zurückgefahren. Der Roundtrip kostet dich 8 USD und ist die günstigste Variante, um die Lagune zu besuchen. Du wirst beim Hostel Monkey Hut abgesetzt, wo du eine geringe Gebühr bezahlst, um die ganze Infrastruktur zu nutzen. Du kannst Kayak fahren, die Liegestühle und Hängematten benutzen und es dir dort einfach gut gehen lassen.

Ein Ausflug zur Laguna Apoyo bietet sich in Granada an.

Ein Ausflug zur Laguna Apoyo bietet sich in Granada an.

Speis und Trank: Meide die Haupttouristenmeile in der Calle La Calzada. Hier ist es teuer, nicht sehr gut und auch noch laut. Es lohnt sich ganz einfach nicht, dein Geld dort zu lassen. In den Seitengassen hingegen, findest du leckeres Essen. Schon ein kleines bisschen weiter, in der Calle La Libertad, findest du das Restaurant El Pizzaiol. Dieses empfehle ich dir, wenn du zu Abwechslung von Reis und Huhn mal wieder Lust auf mediterrane Küche hast.

Auch in Granada gibt es einen farbenfrohen und spannenden Markt.

Auch in Granada gibt es einen farbenfrohen und spannenden Markt.

Schwesterstadt: León, nicht weit von der Pazifikküste entfernt und meine ganz persönliche Lieblingsstadt in Zentralamerika. Die ehemalige Hauptstadt ist das kulturelle Zentrum und gefühlte Herz Nicaraguas. Hier ist es heiss, poetisch und das Leben spielt einem unentwegt seine Komik vor Augen. Ja, León liebe ich so richtig. Schon bald gibt’s dazu natürlich mehr in einem eigenen Artikel.

 

Duell der Kolonialstädte – Wer gewinnt denn nun?

Granada und Antigua sind beide einen Besuch wert. Obwohl es sich um die beiden berühmtesten und schönsten Kolonialstädte Zentralamerikas handelt und sie sehr touristisch sind, sollte man an beiden Orten ein paar Tage einplanen. Von Granada aus haben mir die Ausflugsmöglichkeiten besser gefallen. Die Laguna Apoyo ist einfach herrlich! Und trotz meiner Liebe zu Nicaragua – das Land steht bei mir an oberster Stelle, weltweit! – muss ich doch zugeben, dass Antigua in Guatemala als schönste Kolonialstadt gewinnt.

Auch wenn es unglaublich viele Touristen hat, ist Antigua ist einfach etwas besonderes. Umgeben von den rauchenden Vulkanen, mit einigen so wunderschönen Ecken und Plätzen und den wohl freundlichsten Einwohnern überhaupt, ist die Stadt als schönste und freundlichste Kolonialstadt Zentralamerikas einfach nicht zu toppen.

Kennst du die beiden Städte auch? Welche hat denn dir besser gefallen?

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