Koh Rong Samloem – Kambodschas verstecktes Paradies

Kambodscha ist nicht für seine Traumstrände bekannt. Die meisten Touristen bekommen an der Küste nur Sihanoukville zu sehen, was aber kaum mit seiner Schönheit aufwarten kann. Es ist nämlich, meiner Meinung nach, ein Dreckskaff, dass in erster Linie von mitteleuropäischen Männern um die 60 bevölkert wird.

Umso grösser ist mein Erstaunen, als wir uns nach 2.5 Stunden Bootsfahrt Koh Rong Samloem nähern. Kann ich meinen Augen noch trauen? Ist das wirklich wahr? Wir legen an und ich wage als erste den Schritt auf das Pier, das zur Insel führt. Ich schaue links und rechts neben mir ins Wasser runter. Glasklar ist es, Fischschwärme tummeln sich vergnügt und einzelne Fische springen der Sonne entgegen. Die Palmen neigen sich sachte über den Strand, der strahlend weiss ist.

Ich bin im Paradies gelandet!!! Und das ganz unverhofft! Wieder einmal war das eine Spontanaktion, da ich in Sihanoukville angekommen, voller Entsetzten über den Ort, einfach das nächst beste gebucht habe.

Koh Rong Samloem

Koh Rong Samloem liegt neben seiner grossen Schwester Koh Rong. Es gibt also quasi zwei davon, nur ist Koh Rong viel grösser, hat viele Unterkunftsmöglichkeiten und Partys. Koh Rong Samloem dagegen ist ruhig und hat sein ganz eigenes Inseltempo. Wer hier ankommt und sich erstmals an den Strand setzt und den Fischlein beim Tanzen zusieht, fährt automatischen zwei, drei Gänge runter. Hier gibt es keine Verbindung zur Aussenwelt, nicht einmal Wifi gibt es. Strom gibt es nur Abends.

In der Hauptsaison solltest du unbedingt eine Unterkunft vorbuchen. Ich habe das eben nicht gemacht und der Dorm war für die erste Nacht als ich ankam schon besetzt. Ich musste mir also ein Bungalow suchen und fand das billigste für 35 $. Ja, Inseln sind teuer…. Ich kann aber den Dorm des Hotels „The Beach” empfehlen, wo ich dann die beiden weiteren Nächte geschlafen habe. Eine Nacht kostet 7 $. Ich mag sonst zwar gerne meine eigenen vier Wände, aber hier fühlen sich einfach alle wohl. Es sind zwei Stockwerke mit Doppelmatratzen und jeweils einem Moskitonetz. Es gibt drei Wände, die vierte Seite ist offen und man hört, sieht und schmeckt das Meer zum einschlafen. Morgen erwacht man wenn die Sonne aufgeht, sie scheint direkt ins Bett! Einfach wunderbar!

Koh Rong Samloem

Zuerst einmal musste ich einfach einen Tag lang runterfahren, nichts tun, am Strand liegen, die Sonne geniessen. Das geht hier ganz wunderbar…

Koh Rong Samloem

Koh Rong Samloem

Koh Rong Samloem

Am nächsten Tag gegen Mittag kommt die tägliche Fähre vorbei und bringt neue Touristen, einige bleiben hier, andere nur für ein paar Stunden, bevor sie wieder nach Sihanoukville zurückfahren.

Unter denen die bleiben ist auch Lina, wir haben uns so quasi hier verabredet, irgendwie. Lange Story, um es kurz zu machen: Wir haben uns via Social Media Kanal Instagram kennen gelernt. Lina kommt aus Malaysia und ich wollte sie eigentlich in Kuala Lumpur besuchen, was dann aber nicht geklappt hat. Zwei Monate später haben wir plötzlich festgestellt, dass wir beide zur selben Zeit auf einer Insel vor Kambodscha sind und tata… Da sind wir also. Soll noch einer sagen, dass Social Media einsam macht!

mit Lina auf Koh Rong Samloem

Hier gibt es abgesehen von Sonnenbaden natürlich noch sehr viel mehr zu tun. Auf der Insel gibt es einige Pfade, die zu verschiedenen Stränden führen. Einfach mal darauf loslaufen ist angesagt, verirren kann man sich kaum.

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Das beste aber, was niemand verpassen sollte, ist die kurze Wanderung zum alten Leuchtturm. Der Weg beginnt am äussersten Ende des Sarecen Bay Strandes, dem Hauptstrand der Insel. Der Pfad ist breit, einfach zu begehen und kann nicht verfehlt werden. Nach etwa einer Stunde wandern, gelangt man zum alten Leuchtturm. Dort treiben sich einige kläffende Hunde rum, die einem etwas Angst einjagen können. Sie tun einem in der Regel aber nichts, einfach selbstsicher vorbeigehen und auf den alten Leuchtturm klettern.

Von dort oben offenbart sich dann die ganze Schönheit der Insel und man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es bietet sich einem einen 360 Grad Rundblick über Koh Rong Samloem und die benachbarten Inseln, über die Strände und das offene Meer. Ich weiss nicht, ob ich jemals einen schöneren Ausblick geniessen durfte…

Koh Rong Samloem

Koh Rong Samloem

Lina und ich waren zur Mittagszeit hier, es lohnt sich aber bestimmt, so früh wie möglich aufzubrechen, dann ist es weniger dunstig. Der Sonnenuntergang hier muss einfach grandios sein, dann bleibt aber ein Stunde Rückweg in der Dunkelheit…

Die tollen Sonnenuntergänge geniesst man am daher am besten am Lazy Beach, auf der gegenüberliegenden Seite der Insel. Den Lazy Beach ist durch einen einfach zu begehenden Pfad durch das bewaldete Innere der Insel in rund 20 Minuten zu erreichen. Für den Rückweg empfehle ich, eine Taschenlampe dabeizuhaben.

Koh Rong Samloem

Bis vor drei Jahren war Koh Rong Samloem noch gänzlich unbebaut und vor allem unbekannt. Es gibt jetzt erste Ressorts, es zeigen sich aber auch hier dieselben Probleme wie auf allen Inseln, wo der Tourismus Einzug hält. Um die Ressort rum ist alles schön sauber, täglich wird geputzt, rumflatternde Plastiksäcke werden eingesammelt, abgefallene Palmenblätter weggeräumt. Der Hauptstrand, Sarecen Bay, ist 5 Km lang, die Hälfte ist bebaut. Entfernt man sich etwas vom Gebiet wo die Bungalows stehen, findet man leider nicht unberührten Strand, sondern eher Müllhalden. Die Kehrseite des Tourismus. Ebenso ist die Aufbereitung des Frischwassers ein Problem.

Natürlich hat auch hier die Fullmoon Party Einzug gehalten. Ich reise aber genau an dem Tag ab wo Vollmond ist. Als ich wieder im Hafen von Sihanoukville ankomme, fährt das Schiff gleich wieder nach Koh Rong Samloem zurück. Passagiere: eine ganze Horde partywütiger Backpacker. Ich bin froh, kann ich gehen…

 

Was bleibt als Fazit?

Wie viele Inseln in Asien, löst auch diese bei mir gemischte Gefühle aus. Einerseits ist Koh Rong Samloem wunderschön, das glasklare Wasser, die Palmenstrände, das Gefühl, in einer Bacardi Werbung gelandet zu sein, das Gefühl von Freiheit und Glück…. Aber eben, dann ist da die stark ankurbelnde Entwicklung, der Müll, die Partys. Ich stehe wieder einmal vor den selben Fragen. Wo führt das alles hin? Wie kann es vermieden werden? Wohin mit dem Abfall? Warum schmeissen die Leute einfach alles ins Meer? Wie steigert man das Bewusstsein für die Umwelt?

 

Kennst du diese Fragen auch? Hast du villeicht sogar eine Antwort für mich?

 

17 Kommentare

  • Ändu sagt:

    Hey Sarah
    Traumhaft schön, ich werde wirklich ein bisschen neidisch, mag es dir aber von Herzen gönnen, ein weiteres Paradies gefunden zu haben.

    Nimm auch für mich ein paar Sonnenstrahlen auf. Hier ist es trist grau, Regen und (fast) Schnee wechseln sich ab…

    Liebe Gruess us Bärn

  • […] häufiger gepriesen. Auf der nicht weniger schönen Nachbarinsel Koh Rong Samloem hat Sarah von Rapunzel will raus auf ihrer Südostasien-Tour ein paar Tage entspannt. Bis vor drei Jahren war die Insel völlig […]

  • […] Rapunzel will raus: Koh Rong Samloem – Kambodschas verstecktes Paradies und Grenzübergang Thailand-Kambodscha: So läuft’s wirklich […]

  • Tobias sagt:

    Wow,

    die Insel sieht super aus und hat Ähnlichkeit mit Koh Phayam in Thailand…

    Ist auf jeden Fall fest auf meiner Liste für 2015, ich hoffe es tut sich bis Winter nicht allzu viel was das bauen angeht…

    lg
    tobias

  • Dayami sagt:

    Hallo

    Habe dein Reisebericht mit Aufmerksamkeit gelesen, vielen Dank! Ich und mein Mann waren letztes Jahr in Tioman und die Insel war einfach ein Traum, ein Paradies!! Ich kann es dir nur empfehlen, es ist ein absoluter Geheimtipp! Nun möchten wir dieses Jahr wieder eine „einsame“ Insel entdecken. Wir sind zuerst in Ho Chi Minh City. Von dort wollen wir nach Kambodscha reisen und bis jetzt schien uns Koh Rong Samloem am „Tioman-ähnlichsten“. Welchen Strand in Koh Rong fandest du denn am schönsten? Oder kennst du noch eine andere kleine traumhafte Insel? Einfach wo man die Natur geniessen kann, entspannen usw. Obwohl wir Jungs sind und auch mal an eine Party gehen, stehen wir nicht auf Partytouristen auf einer „einsamen“ Insel.

    LG

    Dayami

    • Sarah sagt:

      In dieser Gegend ist bestimmt Koh Rong Samloem am Tioman ähnlichsten. Die Insel ist sehr überschaubar, es hat nur ein paar Strände und die sind alle schön. Es gibt auch noch die Nachbarinsel, das „grosse Koh Rong“. Dort ist ein bisschen mehr los, wenn ihr mehr Party und eine bessere Infrastruktur sucht. Aber auch auf Koh Rong Samloem gibts mittlerweile Full Moon Partys…

  • […] Eindruck gewinnen kannst, ob sich eine Reise für dich dahin lohnt. Sarah von Rapunzel will Raus erzählt auf ihre wunderbare Art und Weise vom Paradies und den Problemen, die der Tourismus für solche Regionen bedeutet. Bei Stefan von […]

  • Yasemin sagt:

    Hi Sarah!
    Toller Bericht, toller Blog. Macht Spass zu herum zu stöbern!
    Wir stehen gerade vor der Entscheidung, ob wir nach Koh Rong Samloem gehen sollen, aber mit Hilfe deines Berichts habe ich mich eigentlich schon entschieden 🙂
    Das Müll-Problem habe ich vor allem auch auf den thailändischen Inseln mitgekriegt, oder zerstörte Riffe… sehr traurig, aber es gibt auch kleine Hoffnungsschimmer: z.B. habe ich in Koh Tao einen Kanadier getroffen, der bei einem Riff-Wiederaufbau-Projekt mit gearbeitet hat (siehe auch https://yaslifeandtravelblog.wordpress.com/2015/03/19/koh-phangan-koh-tao-retrospective/ ). Kannst gerne mal einen Blick auf meinen Blog werfen – yaslifeandtravelblog.wordpress.com – würde mich freuen! 🙂
    Viele Grüsse aus Kambodscha
    Yasemin

  • Michi sagt:

    Hallo Sarah

    Kurz eine Frage: Mit welcher Währung hast du in Kambodscha, vor allem auf Koh Rong bezahlt? Auch für Vietnam würde mich das interessieren.

    LG

    Michi

  • Mike sagt:

    Die schöste Insel die ich jemals sehen durfe war vor einigen Monaten da und die Insel lässt mich bis heute nicht mehr los.

  • Hi Sarah,
    wir sind zur Zeit auf Koh Chang und wollen in zwei Wochen nach Kambodscha. Findet man Bungalows unter 10 Euro auf den Inseln? Danke schon mal für die Antwort.

    PS: schöner Blog!

    Liebste Grüsse
    Jojo und Jezz

  • […] du wahre Perlen, egal ob du durch die Andamanensee tourst, ans Ende der Welt in Borneo reist oder versteckte Schätze in Kambodscha findest, tolle Strände hat Südostasien in Hülle und Fülle. Weisser Sandstrand, schwarzer […]

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