Von Glück, Mut und Abenteuern. Und vom Verwirklichen der Träume.

Jetzt bin ich fast vier Monate unterwegs. Ich habe alles verkauft, den Job aufgegeben und bin aus der Schweiz weggegangen. Ich bin unterwegs, ich reise, ich führe das Leben, dass ich mir immer gewünscht habe. Ich gehe wohin ich will, wann ich will und mit wem ich will. Aber ist es denn wirklich so, wie ich es mir erträumt habe? Oder hat mich die Realität eingeholt und habe ich bemerkt, dass es in Wahrheit eigentlich gar nicht so toll ist, wie ich mir das Ganze erträumt habe? Ist die Seifenblase geplatzt?

Am Strand von Langkawi, Malaysia

– Es ist Nacht. Ich liege am Strand. Ganz alleine. Über mir sehe ich die Umrisse zweier Palmen. Noch weiter oben am Himmel den Mond. Fast schon ist er voll. Einzelne Sterne wechseln sich mit Wokenfetzen. In meinen Ohren nur das Rauschen des Meeres, direkt neben mir. „Wie im Film“, denke ich mir. Aber es ist Wirklichkeit. Eine Glücksträne rollt mir über die Wange und verschwindet im kühlen Sand. –

Ja, solche Momente gab es in letzter Zeit so einige. Es waren die Momente, wo mich meine Gefühle überrollt haben und ich nicht wusste, ob ich vor Glück jetzt lachen oder weinen sollte.

 

Die Wahrheit

Ich habe mich noch nie freier und lebendiger gefühlt. Es ist tatsächlich so, dass ich nur mache, was und wann ich will. Ich bin immer noch auf einem ziemlich verrückten Asientrip, wo so vieles passiert, was ich mir anfangs kaum vorstellen konnte. Ich habe ganz viele unterschiedliche Leute kennengelernt, Erlebnisse gehabt, die unglaublich sind und ich weiss im Moment gar nicht so genau, wo mir der Kopf steht. So vieles, dass kaum mehr was reinpasst.

Ebenso habe ich nicht nur auf der faulen Haut gelegen, sondern auch gearbeitet. Mehr als eine stabile Wifi Verbindung brauche ich dazu nicht (welche aber nicht immer zu finden ist und mir schon einiges an Kopfzerbrechen besorgt hat). Auch das kann ich glücklicherweise tun wann und wo ich will. Hört sich das nicht nach einem traumhaften Leben an? Ja, das ist es auch. Es ist traumhaft schön so zu leben und zu arbeiten. Es geht hierbei nicht mal gross ums Reisen, sondern darum, dass ich genau so lebe, wie ich mir das immer vorgestellt habe. Die Vorstellung vom perfekten Leben ist für alle anders. Für mich ist es im Moment genau so, wie ich es auch wirklich lebe. In fünf Jahren sieht mein Traum von meinem perfekten Leben vielleicht ganz anders aus. Aber im Moment stimmt er so.

Ich habe meinen Traum verwirklicht. Ich lebe ihn. Schon das Wissen darüber macht mich unglaublich glücklich.

Träumen bein Sonnenuntergang auf Koh Lanta

 

Vom Reisen

Das Reisen selber, ist wie immer, sehr anstrengend. Es zehrt oft an den Nerven, reibt auf und braucht viel Geduld. Trotzdem liebe ich es. Mein Asientrip ist perfekt als Start in ein neues Leben. Ich reise oft, was im Moment einfach sein muss. Es ist gut so. Das Forwärtsbewegen macht Spass. Langsam merke ich aber, dass ich in kurzer Zeit so viel erlebt habe, dass es langsam reicht. Meine Art zu Reisen, das klassische Backpacken, von einem Ort zum nächsten ziehen, habe ich nun doch langsam gesehen. Ich brauche einen Fixpunkt. Ich muss zur Ruhe zu kommen und all das Erlebte verarbeiten. Ich brauche eine Basis, um von dort aus das jeweilige Land zu erkunden. Voraussichtlich wird die erste Station in Kuala Lumpur sein.

Danach soll es natürlich wieder weiter gehen. Aber ich kann nicht immer reisen, immer neues in mich aufnehmen, immer neue Menschen kennenlernen und sie ein paar Tage später wieder verlassen. Zwischendurch brauche ich eine Pause vom Reisen und ein temporäres Zuhause. Und doch treibt es mich immer wieder weiter.

Träume von einer einsamen Insel werden wahr

 

Glück und Mut

Ich höre oft, wie mutig ich sei. So alleine loszuziehen und die Welt zu erkunden. Dass sich das andere nie getrauen würden, sie nicht den Mut dazu aufbringen würden. Ich sehe es aber nicht als mutig an, seine Träume zu verwirklichen, sondern als eine Notwendigkeit.

Ich weiss aber auch um das Glück, Familie und Freunde zu haben, die mich immer unterstützen. Ich erhalte aus meinem nächsten Umfeld nur Unterstützung. Auch wenn nicht alle nachvollziehen können, was ich da genau mache oder auch, wenn sie das selber gar nie möchten, verstehen doch alle, dass ich damit meinen Traum verwirkliche. Und das ist die Hauptsache, dass ich mache, was mein Herz mir sagt. Ich weiss um dieses Glück. Ich weiss, dass ich ihnen allen immer dankbar sein werde. Denn mal ganz abgesehen davon, dass ich das Leben führe, das ich will, habe ich ein Umfeld das mich dabei unterstützt und ermutigt. Und das ist der Kern der Sache. Das wahre Glück.

in Thailand

Würde ich es wieder tun?

Natürlich. Klar. Sofort. Immer wieder. Jederzeit. Ich bin schon ein ganz kleines bisschen stolz darauf, dass ich aus meiner Komfortzone ausgebrochen bin und endlich das mache, was ich am meisten will. Ich habe das an einem sonnigen Sonntag Nachmittag auf meinem Balkon beschlossen und seitdem konsequent auf mein Ziel hingearbeitet. Es gehört eine grosse Portion Durchhaltewillen und Willensstärke dazu, seine Träume zu verwirklichen. Nicht nur meinen Traum, das geht bei allem so. Aber es gibt kein lohnenderes Ziel. Ob das jetzt bedeutet reisend zu leben, eine Familie zu gründen oder sein eigener Chef zu werden, spielt keine Rolle. Hauptsache du stehst für dich selbst ein. Es gibt so viele Ausreden und Hindernisse, so viele einfachere Wege, dass es nicht immer einfach ist, fokussiert zu bleiben. Aber es ist die beste Investition in deinem Leben.

Deshalb kann ich dich nur ermutigen, ohne dabei allzu esoterisch klingen zu wollen: Was auch immer dein Traum ist, verwirkliche ihn!

Ich für meinen Teil, ich bin glücklich. Und das ist genau das, was ich mir gewünscht habe.

9 Kommentare

  • Jutta sagt:

    Ich halte meine Daumen hoch, dass deine Reise super inspirierend und erfüllend bleibt! Die Erfahrungen, die du jetzt schon gesammelt hast, sind ein Schatz fürs Leben. Ein Schatz, der sich nie verbraucht – so wunderbar! Freue mich auf mehr „News“ von unterwegs! Sonnige Grüsse, Jutta

  • Sarah sagt:

    Liebe Jutta

    Herzlichen Dank für deinen Kommentar und ja, ich werde bestimmt fleissig weiterberichten.

  • InaHas Lina sagt:

    Super inspiring! I love it!!

  • tali sagt:

    Sarah, que alegría saber que estas feliz cumpliendo tus sueños, éxito en tu travesía, y decías que en chile estábamos locos jajajajajaja un gran abrazo querida amiga :‘)

  • Stef sagt:

    Toller Post, bin gerade zufällig auf deine Seite gestossen, gefällt mir wirklich sehr. Ich habe ziemlich ähnliche Pläne wie du, ich habe meinen Job vor einigen Wochen gekündigt und am Freitag ging die Wohnungskündigung raus. Jetzt bin ich gerade dabei, alles zu verkaufen. Ende August/Anfang September geht es dann los. Für mich geht es allerdings voraussichtlich zuerst nach Zentralamerika (wenn nicht alles noch ganz anders kommt). Aber vllt sieht man sich ja mal irgendwann in der grossen, weiten Welt zum Erfahrungen und Geschichten austauschen. Würde mich sehr freuen, deinen Blog werde ich auf jeden Fall weiterverfolgen. Ich wünsche dir viel Glück für deine Zukunft und das alles wenigstens halbwegs so läuft wie du es dir vorstellst (wenn es ganz glatt läuft, ist es ja auch langweilig ;))!

    • Sarah sagt:

      Vielen Dank, es freut mich natürlich, wenn dir mein Blog gefällt. Ich wünsche dir jedenfalls eine ganz tolle Zeit in Zentralamerika – eine wundervolle Gegend, die dir sicher viele schöne Erlebnisse bescheren wird. Und ja, wer weiss, vielleicht laufen wir uns irgendwo über den Weg…

  • Tabitha sagt:

    Hey Sarah,
    ein ganz toller Bericht mit wunderschönen Bildern. Ich habe auch oft erlebt, dass Reisen eben nicht gleich Urlaub ist, sondern dass das ganze Erleben schon mehr etwas von Lernen hat; Dich aber massiv weiterbringt.
    Vor allem der Part Mut & Glück gefällt mir richtig gut.
    Das wünsche ich Dir beides weiterhin 🙂
    Viele Grüsse
    Tabitha

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