Was dich bei deiner ersten Südafrikareise erwartet

**Gastbeitrag von Esther Mattle**

Südafrika ist zur Zeit in aller Munde. Es scheinen alle dorthin zu reisen und alle kommen sie begeistert wieder zurück. Das Land muss wunderschön sein und eignet sich bestens für Afrika-Anfänger. Wer aber gar keine Ahnung von Südafrika hat, fragt sich bald einmal: Was erwartet mich denn dort? Esther alias Travel Sisi kennt sich bestens aus. Sie hat fast ein Jahrzehnt in Südafrika gelebt und zeigt in ihrem tollen Gastbeitrag auf, was auf dich zukommt.

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Woran denkst Du, wenn Du Südafrika hörst? Rundhäuser mit Strohdach, Giraffen, die über die Strasse marschieren und hohe Mauern um die Häuser? Oder doch eher Wolkenkratzer, coole Bars mit leckeren Cocktails und atemberaubende Landschaften, in denen sich unvergessliche Aktivitäten machen lassen?

Nach gut einem Jahrzehnt Aufenthalt im südlichsten Land des afrikanischen Kontinents, weiss ich ganz genau, was Dich dort erwartet.

Blick vom Lions Head auf den Tafelberg in Südafrika.

Blick vom Lions Head auf den Tafelberg in Südafrika.

 

Anreise

Du musst Dich auf einen etwas längeren Flug einstellen, denn schliesslich muss der ganze afrikanische Kontinent überquert werden. Der Flug von Europa nach Südafrika dauert ca. 12 Stunden, ist aber meistens ein angenehmer Nachtflug und es gibt auch keine Zeitverschiebung.

Condor und Lufthansa bieten in der Saison Direktflüge von Frankfurt nach Kapstadt. Edelweiss Air fliegt direkt von Zürich nach Kapstadt. Johannesburg wird ebenfalls direkt angeflogen. Inlandflüge sind sehr günstig erhältlich mit Mango oder Kulula. Das Land ist gross und deshalb lohnt es sich, den Hin- und Retourflug von zwei verschiedenen Flughäfen zu buchen.

 

Sprache

Südafrika hat 11 offizielle Landessprachen. Xhosa wird oft von den Schwarzen in Kapstadt gesprochen und Du erkennst diese Sprache an den lustigen Klicklauten. Mit Englisch kommst Du aber überall durch und wirst verstanden.

Wenn Du zudem Lekker (Toll), Bakkie (Pick-up Auto), Braai (Barbecue), Shebeen (illegale Bar im Township) in das Gespräch einbaust oder Dein Gegenüber mit einem lässigen Howzit (Wie gehts) begrüsst, gehst Du bestimmt schon fast als „Local“ durch.

 

Landschaft

Du kannst in Südafrika neun verschiedene Provinzen bereisen. Jede hat ihre eigene Schönheit. Kapstadt und der Krüger Nationalpark sind die bekanntesten Highlights in Südafrika. Aber es gibt noch so viel mehr zu entdecken und Du musst unbedingt genug Zeit einplanen, um möglichst viel zu sehen. Die Pflanzenwelt und auch die Tierwelt Südafrikas sind herrlich.

Frühling im Westcoast Nationalpark in Südafrika.

Frühling im Westcoast Nationalpark in Südafrika.

Protea im Table Mountain National Park in Südafrika.

Protea im Table Mountain National Park in Südafrika.

 

Reiserouten

Die meisten Reisenden verbringen 3-5 Tage in Kapstadt und reisen dann entlang der Küste gegen Osten bis nach Port Elizabeth. Diese Strecke nennt sich Garden Route und ist ein wunderschöner Küstenabschnitt mit vielen Aktivitäten inklusive dem höchsten Bungeesprung der Welt von einer Brücke.

Wenn Du genug Zeit hast, solltest Du unbedingt noch ein paar Tage für eine Safari im Krüger Nationalpark einplanen. Das richtige Afrika gibt es noch an der Wild Coast. Hier siehst Du afrikanische Rundhäuser (sogenannte Rondavels) und erlebst ganz viel Authentik. Auch die Westküste des Landes wird oft übersehen und ist deshalb eher unbereist. Vor allem im Frühling bietet sich hier eine unfassbar schöne Blumenpracht.

Rondavels an der Wild Coast in Südafrika.

Rondavels an der Wild Coast in Südafrika.

 

Preise

Für Westeuropäer ist Südafrika ein günstiges Land. Für eine Hauptspeise im Restaurant bezahlst Du etwa 80 Rand (ca. 6 EUR). Selber kochen lohnt sich übrigens nicht unbedingt, denn die Lebensmittel im Supermarkt sind nur wenig günstiger.

Auch Aktivitäten und Unterkünfte sind bezahlbar: Ein Bett im Mehrbettzimmer kostet etwa 200 Rand (ca. 15 EUR) und 2 Stunden Surflektion 400 Rand (ca. 30 EUR). Auf Souvenirmärkten musst Du immer handeln, um einen guten Preis zu bezahlen.

 

Verkehrsmittel

Als Traveller hast Du die Wahl zwischen einem Mietauto oder dem Bus. In Kapstadt kannst Du alles sicher und günstig mit dem Myciti Bus erreichen. Dieser fährt auch vom Flughafen in die Innenstadt. Allerdings fährt dieser Bus nicht ans Kap der guten Hoffnung. Das erreichst Du entweder mit einer geführten Tour oder mit einem Mietauto.

Als Backpacker kannst Du auch mit dem Bazbus reisen. Dieser spezielle Bus fährt Dich von Hostel zu Hostel. In Kapstadt und Johannesburg gibt es auch ein Hop-on/Hop-off Bus und natürlich Uber Taxis.

Mit dem MyCiti Bus in Kapstadt unterwegs.

Mit dem MyCiti Bus in Kapstadt unterwegs.

 

Übernachtung

Die Unterkunftsbandbreite reicht auch in Südafrika vom Backpacker bis zum Luxushotel. Sehr empfehlenswert ist die Unterbringung in einem Gästehaus. Diese sind entweder von geselligen Locals oder Einwanderern geführt und bieten ein sehr persönliches Ambiente. Manchmal kostet die Unterkunft im Gästehaus sogar weniger als ein Zimmer mit Bad im Backpacker. Es lohnt sich also zu vergleichen!

Sehr gediegen kannst Du auf Safari schlafen. In den sogenannten Game Lodges wird wirklich an jeden Luxus gedacht und dafür aber auch ganz schön viel Geld verlangt.

 

Essen

Südafrikaner essen gerne und gehen noch lieber essen. Da die Einwohner ein Mix aus verschiedenen Kulturen sind, steht Dir eine enorme Auswahl an Restaurants aus allen Ecken dieser Welt zur Auswahl.

Natürlich kriegst Du in Südafrika auch richtig afrikanisches Essen: Kudu mit Pap oder einen leckeren Braai mit einer Boerewors. Braai ist übrigens das Südafrikanische Pendant des Australischen Barbie und die Boerewoers eine spezielle Wurst in Ringform, die bei keinem Grillabend fehlt.

Da es viele Inder in Südafrika gibt, darf natürlich auch der Bunny Chow nicht fehlen. Das ist ein indisches Curry, das im Weissbrot serviert wird und hauptsächlich in Durban erhältlich ist. Südafrikaner sind sich einig, dass man vor dem Genuss dieser indischen Spezialität die Toilettenrolle ins Gefrierfach stellen muss!

In Kapstadt hat es ein Malaienviertel, das farbenfrohe Bo Kaap, und hier kannst Du lecker kapmalaiische Speisen essen und sogar selber kochen. Das Bobotie ist sehr empfehlenswert.

Im Supermarkt gibt es alle Lebensmittel, die Dein Herz begehren. Auch an Vegetarier und Veganer wird in Südafrika gedacht. Importierte Lebensmittel und Produkte sind eher teuer. Es lohnt sich also, Südafrikanische Produkte zu testen. Sehr lecker ist der Roiboos Tee!

Essen in Südafrika: Bobotie im Bo Kaap

Essen in Südafrika: Bobotie im Bo Kaap

Das Malaienviertel Bo Kaap in Kapstadt.

Das Malaienviertel Bo Kaap in Kapstadt.

 

Trinkgeld

Kellner in Restaurants leben vom Trinkgeld und deshalb sind 10% üblich. In sehr touristischen Restaurants (zum Beispiel an Kapstadts Waterfront) oder auch bei grösseren Gruppen wird dieser Betrag automatisch aufgeschlagen.

Wenn Du Dein Auto parkst, passt normalerweise ein Parkwächter darauf auf. Nach der Rückkehr drückst Du ihm ein paar Rand in die Hand. Alternativ kannst Du ihm auch Deinen Doggy Bag anbieten. Darin packt Dir jeder Kellner Deine Essensresten ein.

Südafrikaner sind sehr kommunikativ und die Frage „How are you“ ist in Südafrika ernst gemeint. Sag also, wie es Dir geht und frage auch nach. So kommst Du schnell ins Gespräch.

 

Sicherheit

Wenn Du ein paar kleine Regeln beachtest, kannst Du Dich als Tourist in Südafrika uneingeschränkt sicher fühlen: Nachts ist ein Spaziergang im Township nicht unbedingt empfehlenswert (ausser mit einer Tour) und aus dem Auto solltest Du beim Parken alles mitnehmen, was sichtbar ist.

 

Highlights

Eine Safari, eine Vollmondwanderung auf den Lions Head, eine Surflektion in Jeffreys Bay, Schwimmen mit den Pinguinen in Boulders, einen Sundowner am Bloubergstrand, eine Boerewors-Roll, der Neighbourgoodsmarket in Woodstock, einen Sonnenuntergang auf dem Tafelberg, ein Rugby-Game und ein Braai darf bei Deiner Reise nach Südafrika nicht fehlen.

Safari in Südafrika: Zebra Crossing im Kruger Nationalpark.

Safari in Südafrika: Zebra Crossing im Kruger Nationalpark.

Sonnenuntergang auf dem Tafelberg in Südafrika.

Sonnenuntergang auf dem Tafelberg in Südafrika.

 

Der beste Tipp zum Schluss

Glaub mir, es wird Dir sehr gut in Südafrika gefallen. Aber aufgepasst, überschreite Dein Aufenthaltsvisum auf gar keinen Fall! Bei der Einreise erhält fast jede Nationalität einen Aufenthalt von 90 Tagen. Dieser kann vor Ort um weitere 90 Tage verlängert werden. Überschreitest Du allerdings Deinen Aufenthalt ohne Verlängerung, kriegst Du eine Geldstrafe und die Einreise nach Südafrika wird Dir für 1 bis 5 Jahre verweigert!

 

Über die Autorin

Esther alias TravelSisi in Kapstadt.Esther teilt in ihrem Reiseblog ihr breites Wissen über die Reiseziele dieser Welt. Ganz besonders viele Informationen vermittelt sie zu Südafrika – schliesslich hat sie fast ein Jahrzehnt dort gelebt. Aber auch in Zürich, London und Wien hat sie Wurzeln geschlagen und sie hat bisher über 50 Länder bereist. Du findest sie auch auf Facebook, Twitter und Instagram.

 

Und was sind deine Tipps für die erste Südafrika Reise?

 

4 Kommentare

  • Step sagt:

    nachdem ich selbst erst gerade den jänner im land am kap verbracht habe, kann ich ruhigen gewissens sagen, dass dem nichts hinzuzufügen ist. ausser, dass ich in einem township ohne einheimische begleitung auch tagsüber nicht herumspazieren würde…….

  • War gerade 3 Monate in Südafrika und finde den Überblick sehr gut zur Einstimmung. Und jetzt tauche ein und lass dich (ver)führen, zB von meinem absoluten Lieblingspark http://peterstravel.de/lieblingspark-companys-garden-in-kapstadt/ oder den Drakensbergen oder der Wild Coast oder Hogsback, oder, oder….

  • Heike sagt:

    Eigentlich hat es Südafrika bisher noch nicht in meine Wunschliste geschafft. Zu fremd, zu weit, zu anders, einfach zu viele „zus“. Und eigentlich hab ich mich ja ziemlich auf die USA und die Angelsachen eingeschossen. Aber Dein Artikel gibt mir erste Eindrücke und macht mich neugierig auf das Land.

    Vielen Dank dafür.

    Viele Grüsse, Heike

    • Sarah sagt:

      Der Artikel macht tatsächlich Lust auf Südafrika. Und ich glaube, soooo anders ist es nun auch wieder nicht, zumal das Land eine hervorragende Infrastruktur zum Reisen bietet. Lohnen tut es sich bestimmt…

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