Langzeitreisen

Warum ich eine Weltreise mache

Warum ich eine Weltreise mache

Die grosse Frage. Sie ist mir schon einige Male gestellt worden, sie zu beantworten ist jedoch schwer und wirklich verstehen tut sie wohl nur der, der die gleiche Sehnsucht im Herzen trägt.

Aber ich versuche es hier:

Ich bin schon immer gereist. Seit dem allerersten Mal unterwegs kann ich nicht mehr davon lassen. Wie andere Wohnungskataloge durchblättern, suche ich zum Spass die besten Flüge. Einfach so. Weil ich nicht anders kann. Weil das meine Art zu Träumen ist.

Das schönste am Reisen hört sich zuerst völlig blöd an: Reisen schmerzt. Reisen nervt. Reisen ist anstrengend. Reisen zeigt dir deine dunkelsten Seiten auf. Reisen ist hässlich. Reisen kann so richtig weh tun.

Aber genau das ist es was das Reisen ausmacht. Denn zur fast selben Zeit ist Reisen wunderschön, es ist bereichernd, es zeigt dir Schönheit, Glück und alles Lebenswerte auf einmal. Reisen zeigt dir wer du wirklich bist, wie du reagieren kannst, was alles in dir schlummert.

Reisen lehrt dich. So vieles. Es lehrt dich Offenheit, Demut, Verständnis und Mitgefühl. Es zeigt dir die anderen Seiten vom Leben die du sonst nie kennenlernen würdest. Es lässt dich auf die Schnauze fallen. Es zeigt dir, wie unwichtig du bist.

Reisen ist Leben.

Und genau darum liebe ich es so sehr.

Kathmandu, Nepal

Was wäre die Alternative? Die Monotonie des Alltags? Auch die gehört dazu und auch beim Reisen gibt es einen Alltag. Aber ich überlebe die Monotonie nicht. Vorhersehbarkeit ist mir ein Graus. Darum ist es notwendig, ab und zu einmal auszubrechen und Neues zu suchen. Das Andere zu finden.

Ich brauche Abwechslung als Lebenselexier. Aufregung, Wechsel, Geben und Nehmen, Innovation.

Und ja: Reisen ist eine Flucht. Soll es auch sein. Fliehen aus dem Alltag, weg vom Trott. Und das ist auch gut so. Wer will denn das nicht? Wer will nicht eine Zeit lang weg von allem was er kennt? Neues sehen, fremde Geschmäcker aufnehmen, die Sinne ausreizen? Es ist immer schön zurückzukommen (als Schweizerin befinde ich mich in der glücklichen Lage dies sagen zu können), aber noch viel schöner ist es zu gehen. Die Welt zu sehen, fühlen und versuchen zu begreifen.

Ich will Sehen, Hören, Schmecken und Fühlen. Mit allen Sinnen. Erleben. Wissen. Nach den Sternen greifen. Hinfallen. Aufstehen. Lieben. Lernen. Leben.

Hast du schon einmal überlegt, was du auf deinem Sterbebett am meisten bereuen wirst? Wie wahrscheinlich ist die Aussage “Hätte ich doch niemals eine Weltreise unternommen” oder “Wieso habe ich nur meine Träume verwirklicht”? Wohl gänzlich unwahrscheinlich. Das Buch 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen*Warum ich eine Weltreise mache hat mich inspiriert darüber nachzudenken, was ich in dieser Situation bereuen würde. Und das wäre ganz sicher, dass ich mir die Welt nicht angeschaut habe.

Ich will diese Bedauern nicht äussern müssen. Ich will mit dem Wissen von dieser Welt gehen können, dass ich mein Leben gelebt habe, dass ich es ausgekostet habe, es verbraucht habe. Das jetzt nichts mehr reinpasst. Das ich mit einem vollen Leben, wunderbar verbraucht, mit allen Höhen und Tiefen, allem Grossartigen und Höllischem, und einem grossen Danke hauchend, mich verabschieden kann.

Oder in den Worten von Mark Twain:

Twenty years from now you will be more disappointed by the things you didn´t do, than by the things you did. So throw off the bowlines, sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in your sails. Explore. Dream. Discover.

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Über die Autorin

Hauptsache unterwegs - egal ob alleine, als Paar oder mit der ganzen Familie. Von der Langzeitreise als Backpackerin bis hin zur Familienreise vor der Haustüre geht alles. Einen besonderen Fokus setze ich auf das Thema Nachhaltigkeit. Komm mit und entdecke mit mir die Welt. Es gibt noch so viele Abenteuer zu erleben!

11 Kommentare

  • Xenia
    7. April 2014 um 19:17

    Toller Blog Sarah 🙂 Ich musste gerade grinsen wegen deines Zitates. Schau mal hier: http://www.globetrotter.ch/de/836/Reiseberater-Xenia-S%C3%A4gesser.htm?Reiseberater=99026

    Gute Reise weiterhin! Vielleicht sieht man sich ja mal irgendwo 🙂
    Liebe Grüsse
    Xenia

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    • Sarah
      8. April 2014 um 9:07

      Vielen Dank! Ja, die Welt ist kleiner als man denkt, auf’s mal laufen wir uns irgendwo über den Weg. 🙂

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  • Rockstarbaby
    26. August 2014 um 15:46

    Hallo Rapunzel,

    vielen Dank für deine sooo inspirierenden Worte. Du begeisterst mich und ich ziehe meine imaginieren Hut vor deinem Mut….*reim :-)*

    Ich verstehe den Sinn hinter deinem Verlangen und verstehe auch, wenn man einen Drang hat, sollte man dem auch zu 100% nachgehen.

    In Bezug auf den Gedankengang “Sterbebett”. Da bin ich nicht dacore! Leider werden wir alle auf dem Sterbebett etwas wie hätte ich doch oder wäre ich doch usw. Im Alter bereut man, durch die neuen Erfahrungen, immer die gelebten Entscheidungen.

    Deshalb egal was wir heute hier und jetzt tun, wir werden bei neu erlebten Erfahrungen eventuell irgendwann anderes darüber denken. Das ist eine Frage der Zeit, des Erwachsenwerdens, der Reife und der Evolution… Also nix schlimmes. Es ist so, wie es ist. Wir haben leider nur begrenzt Zeit und eigentlich ist dies, was uns heute hier und jetzt bewusst sein soll. Die Zeit ist endlich!!!

    VG
    Rockstarbaby von Segway fahren Köln

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    • Sarah
      30. August 2014 um 9:08

      Klar, wir werden bestimmt alle einiges zu bereuen haben, das bezweifle ich nicht. Aber ich versuche so zu leben, dass das dann eben möglichst wenig ist.
      Entscheidungen die man trifft, bereut man vielleicht später mal. Aber das macht auch nichts, so lange man sich so entschieden hat, wie es zu dem Zeitpunkt für einem richtig erschien. Und das Reisen, das weiss ich schon jetzt, das ist etwas, was ich garantiert nie bereuen werde! 🙂

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  • Ena
    10. November 2014 um 23:04

    Dieser Eintrag von dir spricht mir echt aus der Seele. Ich habe wirklich grosse Sehnsucht danach, die Welt kennzulernen. Einfach los und weg. Und ich hoffe, wünsche mir, dass ich das bald in die Tat umsetzen werde..

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    • Sarah
      11. November 2014 um 7:34

      Na dann los! 🙂 Packe deine sieben Sachen und reise durch die Welt…

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  • Marcus
    17. März 2015 um 6:32

    Hey Sarah,

    Ich versuche immer wieder eine Antwort auf die Frage zu geben, warum ich reise! Jedes mal kommt sie anders aus meinem Mund, doch die Wort die du in deinem Post gefunden hast, sind die perfekten! Besser hätte ich es nicht ausdrücken können! Du sprichst mir aus der Seele!!

    Mach weiter so…

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    • Sarah
      20. März 2015 um 18:50

      Vielen Dank… 🙂

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  • Nord-Peru Reisen
    22. Oktober 2015 um 15:41

    Reisen ist etwas tolles, es macht uns offener, toleranter und zeigt uns auch unsere Grenzen. Ich denke, es gibt immer gewisse Reise-Abschnitte im Leben. Zwischen 1994 und 2000 bin ich sehr viel gereist, dann war eine ruhigere Periode (die ich in dem Moment auch brauchte) und ab 2011 ging’s dann wieder los. Ich fühle mich, wie in einem neuen Leben !

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  • Die 5 grössten Mythen über Weltreisende | Rapunzel will raus
    23. Juli 2016 um 21:14

    […] Hier schreibe ich warum ich eine Weltreise mache und erzähle, „ja, Reisen ist eine Flucht, soll es auch sein“. Ja aber… Wiederspreche ich mir nun selber? Nein, denn ich meine damit nicht, dass ich vor irgendwas davonlaufe. Höchstens vor  dem grauen Alltag. Aber wenn ich das nicht durch Reisen ausdrücken würde, dann wäre es durch eine andere Leidenschaft. Reisen ist in meinem Fall mehr Mittel zum Zweck. Es ist einfach das, was ich am liebsten mache und was mir am meisten gibt. Was mich am meisten inspiriert und wovon ich zehren kann. Bei anderen ist es Sport, ein bestimmtes Hobby, Musik…. und und und, die Liste könnte ich lange weiterführen. Es gibt so viele verschiedene Arten sich selbst auszudrücken und zu lernen. […]

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  • Weg mit dem Schrott - eine Langzeitreise ist perfekt um auszumisten! | Rapunzel will raus
    23. Juli 2016 um 21:26

    […] was du auf dem Sterbebett zurückdenken wirst, habe ich schon einmal angetönt, als es um das Warum meiner Langzeitreise ging. Ich will keine Bedauern äussern müssen und auch nicht daran denken […]

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