Indonesien

Ubud Bali: Touristenhype und echte Spiritualität — was bleibt?

Updated 1. Juni 2026

Ubud war einmal ein stilles Dorf im Landesinnern Balis. Ein Ort für Künstler, für Rückzug, für Menschen, die etwas suchen, das sich nicht so leicht benennen lässt. Heute ist davon wenig übrig, zumindest auf den ersten Blick. Seit «Eat, Pray, Love» die Stadt weltberühmt gemacht hat, drängeln sich Yogastudios und Souvenirsläden aneinander und Pizza findet man schneller als indonesisches Essen. Trotzdem: Ubud hat noch etwas. Man muss nur ein paar Schritte abbiegen.

Dieser Artikel enthält Werbung und Affiliate-Links, die mit * gekennzeichnet sind.

Ubud, spiritueller Ort oder Touristenattraktion?

Die Dörfer rund um Ubud sind längst zu einer Stadt verschmolzen, der Verkehr lärmt durch die Strassen und das eigentliche Zentrum ist tatsächlich nichts schönes, sondern nur eine Touristenhochburg mit Souvenirshops, Kaffeeläden und Tourenanbietern.

Ich hatte das Gefühl, dass es in Ubud mehr Ausländer als Balinesen gibt. Und wenn es nicht Touristen waren, sind es Ausländer, die hier ein Business betreiben.

Pizza ist einfacher zu finden als Indonesisches Essen und wahrscheinlich jedes Haus hat Zimmer für Gäste zu vermieten. Aber halt, ich will Ubud hier nicht einfach verteufeln. Wie immer gibt es auch hier zwei Seiten.

Wie ursprünglich ist Ubud tatsächlich noch?

Macht man nur ein paar Schritte raus aus dem Zentrum, weg von der Hauptstrasse, findet man ein ganz anderes Ubud und man erhält einen kurzen Blick in eine Vergangenheit, als dieser Ort wohl zu den schönsten und ich kann mir tatsächlich auch vorstellen, zu den spirituellsten weltweit gehört hat.

Nebst all den Touristenattraktionen die Ubud zu bieten hat, haben mich drei Dinge fasziniert:

Balinesen Architektur: Wenn Wohnhäuser wie Tempel aussehen

Schon die ersten paar Schritte in Ubud haben mich in Staunen versetzt. Denn der Baustil hier ist einzigartig und absolut fantastisch. Die ganze Stadt sieht irgendwie aus wie ein grosser Palast. An jeder Strassenecke gibt es einen Tempel, der wunderschön verziert ist, mit liebevoll ausgearbeiteten Details und etwa einem Löwen, der ihn bewacht.

Der bemerkenswerte Baustil in Ubud in Bali

Als ich genauer hinschaue bemerke ich, dass viele der Tempel eigentlich nur Wohnhäuser sind.

Wo sonst verwechselt man Wohnhäuser mit Tempeln? Die Häuser der Balinesen fallen durch einen luftig, lockeren Baustil auf: überdachte Terrassen und offene Wohnräume gehören hier zum üblichen Bild.

Ubud, BaliDie Häuser werden um einen Hof herum gebaut und alles zusammen wird von einer Mauer umgeben, die meist mit schönen Türen, Verzierungen an Pfeilern und Schnitzereien gestaltet werden.

Die Mauer soll aber nicht vor neugierigen Blicken schützen, sondern das Eindringen böser Geister verhindern. Die, so glauben die Balinesen, können nämlich nicht um die Ecke der Mauer gehen.

schöner Baustil in Ubud

 

Glaube auf Bali: Opfergaben, Götter und eine stille Selbstverständlichkeit

Die vielen Tempel sind nicht nur hübsche Bauwerke. Hier wird der Glaube gelebt und dies mit einer erfrischend einfachen Selbstverständlichkeit. Die Balinesen glauben an das Ober- sowie Unterirdische gleichermassen und beschwichtigen mit ihren Opfergaben die Dämonen und huldigen den Göttern.

Opfergaben in Ubud, in BaliÜberall sind kleine aus Palmblättern geflochtene Körbchen zu finden, die Blumen, Öle, Salz und Geld enthalten. Meist werden sie vor jedem Hauseingang und bei Strassenkreuzungen platziert, ebenso werden Auto und Motorrad damit geschmückt.

Die Opfergaben werden jeden Tag aufs Neue fabriziert, ein Leben lang. Spätestens ab Mittag sieht man überall Frauen rumhocken, die aus Palmblättern neue Körbchen basteln.

Jeden Morgen kann man die Balinesen beobachten, wie sie ihren Göttern huldigen, Opfergaben darbringen, Räucherstäbchen anzünden.

tägliche Opfergaben in Bali

Der Tempelbesuch ist in Ubud eine Selbstverständlichkeit

Spaziergang durch die Reisfelder: Der schönste Weg raus aus dem Ubud-Trubel

Das wirklich spezielle an Ubud ist dessen Umgebung. Nichts ist schöner als ein Spaziergang durch die Reisfelder in Ubud. Es gibt ganz viele Wege, diese zu erkunden.

Eine Variante ist, einfach loszulaufen und sich zu verlieren. Irgendwann kommt man immer wieder nach Ubud. Oder man mietet sich ein Fahrrad und radelt einfach drauf los.

Spaziergang durch die Reisfelder Ubuds

Für alle, die lieber mit Plan und Ziel unterwegs sind: Von der Hauptstrasse in Ubud, der Jalan Raya, gehts du die Jalan Kajeng nach Norden hoch. Die Strasse wird irgendwann zu einem Feldweg und wechselt sich immer wieder zu asphaltierter Strasse.

Folge einfach immer diesem Weg, kurz geht es einem Bach entlang und es ist fast kein Weg mehr zu erkennen. Schlussendlich überquerst du den Bach über eine kleine Brücke. Hier gehst du auf der gegenüberliegenden Seite ein kleines Stück den Weg zurück, bis du einen Trampelpfad findest, der die Böschung hochführt.

Ab hier kannst du in die selbe Richtung wieder nach Ubud zurücklaufen. Immer geradeaus und du landest wieder auf der Hauptstrasse in Ubud. Der ganze Spaziergang dauert 1.5-2 Stunden, je nach Tempo.

Beachte: Diese Wegangaben sind von 2014 und sind so vielleicht nicht mehr topaktuell.

Reisfelder in Ubud

Es ist nur eine Möglichkeit für einen Spaziergang durch die Reisfelder, aber ein wunderschöner und herrlichen Ausblicken.

Am besten gehst du am morgen sehr früh oder aber ungefähr zwei Stunden bevor die Sonne untergeht. Am Ende der Strecke findest du auch Möglichkeiten einzukehren und den Sonnenuntergang zu geniessen.

Sonnenuntergang in Ubud

 

Reiseinformationen Ubud Bali

Anreise

Ubud erreichst du per Shuttlebus. Aus dem Süden von Kuta/Denpasar dauert es ungefähr 1.5 Stunden. Vom Norden her, z.B. von Lovina kommend, dauert es etwas länger, rund 2-2.5 Stunden, je nach Verkehr.

Unterkunft

Ich liebte das Guci Guesthouse* in Ubud. Das beste ist, es liegt nicht direkt im lärmigen Zentrum von Ubud, sondern weiter südlich. Man hat hier also immer seine Ruhe und kann sich wunderbar erholen.

Nebst wunderschönen Bungalows mit einer Freiluftdusche, viel Platz und einem bequemen Himmelbett, bietet das Guesthouse einen tollen und vor allem ruhigen Garten. Die freundlichen Inhaber kümmern sich rührend um ihre Gäste und stellen persönlich sicher, dass es an nichts mangelt.

Besonders toll ist hier, dass auch Frühstücksliebhaber (wie ich eine bin) auf ihre Kosten kommen. Jeden Tag gibt es einen grossen Fruchtteller und dazu immer eine andere Beilage. Mal eine Art Pancake, dann frittierte Bananen oder auch mal etwas salziges. Aber super lecker ist es immer!

Das Guci Guesthouse ist eine wahre Oase und uneingeschränkt zu empfehlen.

Zimmer im Guci Guesthouse in Ubud

 

Angebot

In Ubud erhälst du eigentlich fast alles, was du benötigen könntest. Bekannt ist das Städtchen für Yogatouristen, an jeder Ecke werden Kurse angeboten. Dementsprechend gibt es auch viele Läden, die den ganzen Zubehör verkaufen, Restaurant mit super gesundem Essen und es ist eigentlich alles auf Westler ausgerichtet.

Also, wieviel Spiritualität ist den in Ubud tatsächlich noch zu finden?

Ich glaube, in den Tempeln, im alltäglichen Glauben der Balinesen, ganz einfach in deren Alltag, findet sich überall Spiritualität. Das jedoch auf eine Art, die sich dem Westler grösstenteils entzieht, da es eher eine Wesensart der Balinesen ist und das, was sie ausmacht. Es ist zwar alles schön anzuschauen, aber ein tieferes Verständnis ist uns durch die unterschiedliche Mentalität nicht gegeben.

Der ganze Rest, der Wohlfühltourismus, hat nichts damit zu tun, sondern ist eifach ein weiteres Angebot im Zuge der touristischen Entwicklung. Mit diesem Wissen im Hinterkopf, lässt es sich aber in Ubud doch auch ein paar Tage ganz gut aushalten.

Erkunde doch auch die Nachbarinsel Java. Da gibt es nämlich vieles zu entdecken, wie den Vulkan Ijen mit dem Blauen Feuer oder das Hochplateau Dieng.

Noch mehr Spannendes zu Indonesien:

Newsletter abonnieren

Praktische Tipps, neue Reiseideen und ehrliche Erfahrungen für Familien. Unregelmässig. Persönlich. Jederzeit wieder abbestellbar.

About Author

Am liebsten erkunde ich die Welt mit der ganzen Familie, egal ob vor der Haustüre in der Schweiz oder am anderen Ende der Welt. Mein Herz schlägt für Hawaii, Vermicelles und am liebsten bin ich im Wasser, sei es beim Surfen oder beim Tauchen.

2 Comments

  • Simon
    18. Juli 2014 at 8:04

    Es ist schon fast 10 Jahre her, als wir in Ubud waren. Trotzdem, wenn ich das so lese, hat sich nicht sehr viel verändert. Schon damals war die Stadt selbst nicht unbedingt das Highlight, sondern das Drumherum.

    Ich bin schon gespannt, was du über Sri Lanka schreibst 🙂

    Liebe Grüsse,
    Simon

    Reply
  • ODILE PASDELOUP
    25. August 2018 at 18:06

    Hallo,

    Mit Freude habe ich dein Blog über das Dieng Plateau gelesen. In 2 Wochen bin ich dort und ich bräuchte dringend diese Informationen.

    Anschließend wollte ich lesen, was du über Ubud geschrieben hast. Wie mich hast du einen (ich habe 3 gefunden) Weg zu den Reisfeldern gefunden.

    Ich hielt mich in einem Malerdorf bei Ubud, und zwar KELIKI auf.

    Wenn du Lust hast und französisch kannst, …

    http://www.odileenvoyage.fr

    Noch bravo für dein Blog !

    Reply

Leave a Reply