Tops und Flops in Sri Lanka

Im Vorfeld zu meiner Sri Lanka Reise habe ich eigentlich fast nur positives gehört. Dementsprechend eingestellt bin ich auch dorthin gereist, voller Vorfreude und Erlebnishunger. Ich wollte all die schönen Plätze sehen und die tollen Menschen kennenlernen. Ich denke, es macht viel aus, mit welcher Einstellung man reist, ob man positiv eingestellt ist oder ob man eher voreingenommen ist. Manchmal passen sich dadurch auch die Erfahrungen an.

Wie also war Sri Lanka? Friede, Freude, Eierkuchen wie erwartet? Nicht nur!

Ich mag die Insel, allem voran die Natur. Die ist wirklich einzigartig und ein Highlight jagt das nächste. Aber dennoch kann ich mich denn restlos Begeisterten nicht anschliessen, denn es gibt doch das eine oder andere was nicht ganz so einfach war…

Top: scharfe Currys, Robinson-Feeling und die grünsten aller Teeplantagen

  • Die Natur in Sri Lanka ist unvergleichlich. Es gibt unzählige Aussichtspunkte, Berge, Anhöhen, Teefelder und Wälder zu entdecken. Alle Naturliebhaber und vor allem auch Wanderfreunde kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Mehr dazu? Gibts hier: Mit dem Zug durch das Hochland von Sri Lanka
wunderschöne Natur in Sri Lanka

In Sri Lanka gibts wundervolle Natur zu entdecken.

  • Die Strände von Sri Lanka gibt es erst noch so richtig zu entdecken. Wenn du keine überfüllten Beaches magst, dann bist du hier völlig richtig. Hunderte von Kilometern gibt es zu entdecken, ebenso gibt es tolle Tauch- und Schnorchelgebiete, Surfspots und sogar Wale können beobachtet werden. Meinen Strandvergleich kannst du hier nachlesen: Mirissa vs. Arugam Bay – Auf der Suche nach Sri Lankas schönstem Strand
  • Sri Lanka ist unentdeckt! Nach jahrzentelangem Bürgerkrieg und einem verherenden Tsunami entwickelt sich der Tourismus erst langsam wieder. Du kannst dich hier also ganz als Entdecker fühlen und je weiter du Richtung Norden reist, desto unentdeckter wird es.
Sri Lanka ist ein kulturelles Highlight

Buddha Statuen in Sri Lanka.

  • Das Sri Lanka Curry ist einmalig und super gut. Meistens gibt es riesige Portionen und zwei Mahlzeiten pro Tag reichen völlig aus. Ausserdem geniesst Sri Lanka den Ruf eine der schärfsten Küchen der Welt zu haben und das ist ganz nach meinem Geschmack.
  • Ich staunte nicht schlecht, als ich bei der Passkontrolle am Flughafen zusätzlich zu meinem Einreisestempel eine SIM-Card mit Guthaben erhalten habe. Dass nenne ich mal ein nützliches Willkommensgeschenk. Ich musste nur noch zum nächsten Shop gehen und habe für unglaublich wenig Geld ein paar GB zum Surfen im Internet erhalten. Zudem ist die Netzabdeckung in Sri Lanka wirklich sehr gut und höchstens im allertiefsten Dschungel muss man auf Verbindung verzichten.
freundliche und interessierte Menschen in Sri Lanka

Einkaufen in Sri Lanka.

  • Die Menschen in Sri Lanka sind unglaublich gastfreundlich und lieben es, sich zu unterhalten. Zudem kennen die meisten die Schweiz sehr gut, sprechen teilweise sogar Schweizerdeutsch und alle haben irgendwelche Verwandten in Bern oder Zürich. Da die Schweiz während dem Bürgerkrieg sehr viele Flüchtlinge aufgenommen hat, lebt auch heute noch ein beträchtlicher Teil, vorwiegend Tamilen, in der Schweiz. Daher konnte ich einige spannende Diskussionen führen. Ich habe oft in Homestays übernachtet und die Leute haben sich oft fast ein Bein ausgerissen um mir alle Wünsche von den Augen abzulesen.
  • Englisch wird von den meisten sehr gut gesprochen, daher kann man sich fast immer ohne Probleme verständigen. Da die Briten eine lange Zeit in Sri Lanka waren, ist englisch zu sprechen eine Selbstverständlichkeit.

 

Flop: aufdringliche Typen, suizidgefähredete Busfahrer und Einsamkeit

  • Der absolute Negativpunkt in Sri Lanka sind die Männer! So nervige und aufdringliche Typen habe ich sonst noch nie erlebt. Aber Achtung, nicht falsch verstehen, ich wurde nie betatscht oder ähnliches. Aber das Starren dort war für mich fast unerträglich. Es gibt ja bekanntlich einen Unterschied zwischen neugierigem Starren und dem Starren, wobei man sich wie ein Stück Fleisch fühlt, dass demnächst auf den Grill geschmissen und verzehrt wird.
    Häufig kam von den Männern auch einfach ein ekliges Lippenlecken oder ein Griff zwischen ihre Beine, wenn ich vorbeigelaufen bin. Das hat bei mir ein latentes Gefühl der Unsicherheit ausgelöst. Ich konnte halt auch nichts dagegen tun, was mich dann hilflos fühlen lies. Zudem hat ein Typ via App sogar meine Handynummer rausgefunden und mich dann konstant angerufen, bis ich seine Nummer gesperrt habe.
  • Der öffentliche Strassenverkehr, allem voran die Fahrweise der Busfahrer, ist haarsträubend. Teilweise fühlte ich mich als würden wir mit dem Bus auf zwei Rädern um die Kurve preschen und das ich noch lebe, grenzt an ein Wunder. Mittlerweile in über 50 Ländern der Welt unterwegs, hatte ich noch nirgendwo so schlechte Busfahrer wie in Sri Lanka. Den Bus haben ich nur genommen, wenn kein Zug verfügbar war und es nicht anders ging.
Bus in Sri Lanka

Busfahren in Sri Lanka ist nicht immer lustig.

  • So sehr ich die Currys in Sri Lanka mag, ist die Küche nicht sehr abwechslungsreich. Zwar ist alles was ich gegessen habe ausnahmslos gut, die Variationen und Abwechslung ist jedoch nicht sehr gross und es kann auch schnell mal langweilig werden.
  • Dass die Insel noch so unentdeckt ist, hat es auch seine Nachteile. Das vor allem, wenn man alleine unterwegs ist. Backpacker gibt es wenige, die meisten Reisende sind ältere Paare oder Familien. In dieser Konstellation ist es natürlich schwer miteinander in Kontakt zu kommen. Es gibt auch nur sehr wenige Hostels wo man andere Reisende kennenlernen könnte. Weicht man nur ein kleines bisschen von der Hauptroute durchs Land ab, kann man sich als Alleinreisende doch auch mal ein bisschen alleine fühlen.
wunderschöne und auch ganz viele einsame Strände gibt es in Sri Lanka

Am Strand von Mirissa im Süden Sri Lankas.

  • Sri Lanka ist manchmal ein bisschen langweilig. So toll die Natur ist, Nachtleben gibt es fast keines. Oft sind um acht Uhr abend alle Geschäfte geschlossen, sogar in der Hauptstadt. Menschen sind abends auch nicht viele anzutreffen, es scheinen alle zuhause zu sitzen, was einem dann nichts anderes übrigbleibt, als sich auch in die Unterkunft zu verkriechen.

Sri Lanka ist eine wunderbare Insel mit tollen, gastfreundlichen Menschen. Es lohnt sich, dort auf Entdeckungstour zu gehen und all die Schönheiten auszumachen, trotz der von mir genannten Flops.

Die gibt es schlussendlich überall, auch in jedem anderen vermeintlichen Traumland. Und nur weil ich es so erlebt habe, gilt das noch lange nicht für dich, alle Erfahrungen sind unterschiedlich. Also, viel Vergnügen beim Entdecken der wunderbaren Insel!

Mehr zu Sri Lanka gibts hier:

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9 Kommentare

  • Simon sagt:

    Oje, das ist wirklich eklig 🙁 Uns ist das nicht so aufgefallen, wahrscheinlich weil wir als Paar unterwegs waren. Saudoof.

    Bin gespannt, wie das in Indien für dich sein wird.

    Liebe Grüsse,
    Simon

    • Sarah sagt:

      Ich habe auch mit anderen Frauen gesprochen und die hatten keine solchen Erlebnisse, wenn sie mit ihrem Mann unterwegs waren. Aber auch anderen Frauen in Gruppen berichteten dasselbe. Ein paar Tage war ich mit einer Australierin unterwegs, da habe ich auch nichts dergleichen erlebt. Immer nur wenn ich alleine war.
      Ps. Indien ist soweit sensationell! Ich kann ausnahmslos von höflichen, zuvorkommenden und super netten Menschen (und Männern!) berichten.
      Aber weisst du, Idioten gibts überall. Manchmal hat man einfach das Pech, dass einem diese vermehrt über den Weg laufen. Ist auch in der Schweiz so 😉

  • Anna sagt:

    Hi Sarah,

    über den Punkt mit der Fahrweise der Busfahrer musste ich schmunzeln, denn den kann ich zu 100% bestätigen. Wir hatten damals auch richtig Angst um unser Leben und sogar zwischendurch überlegt, ob wir nicht besser aussteigen sollten! Am Schlimmten war es an der Küste entlang! Ich dachte jedes Mal wir stürzen gleich in den Abgrund, da der Busfahrer mit Vollgas in die engen Kurven gefahren ist! Sie würden auf jeden Fall bei einer Crash Car Challenge die vorderen Plätze belegen!
    Der Fahrstil hat sich vor allem bei vielen auf den Magen ausgewirkt. Iiiihhhh! Hinzu kam, dass wir die gesamte Strecke von Ella nach Tangalle stehen mussten und das festklammern an den Griffen, um nicht im Bus umher zu fliegen, war bei der Hitze enorm anstrengend!
    Der Preis ist zwar unschlagbar günstig, aber anstonsten definitiv nicht zu empfehlen 😉
    Viele Grüsse und viel Spass in Indien!
    Anna

    • Sarah sagt:

      Ja, über den Preis kann man sich nicht streiten – so billig wie in Sri Lanka bin ich wohl noch selten gereist. Aber ich hätte oft gerne ein bisschen mehr bezahlt und dafür nicht immer um mein Leben bangen wollen…

  • Florian sagt:

    Nach nem Monat hingen uns Curry, Short-Eats und sogar Lieblingsgericht Kotthu auch zum Hals raus. In Kandy, Galle und Colombo gibts ein bissl internationale Küche. Von Thailand und Malaysia kommend, haben wir gar nicht gemerkt, dass das Essen scharf sein soll 😉

  • Sarah sagt:

    Danke für deine Tipps! Ich bin gerade im Vorbereitungsfieber für Sri Lanka, denn für mich geht es im Februar dorthin 🙂 LG!

  • […] Krankenhäusern in Sri Lanka wird erstmals eine Gebühr bezahlt, bevor du den Arzt sehen […]

  • ludpin sagt:

    Tja, das mit den Männer. Das liegt an der Sittenmoral des Landes. Sex vor der Ehe ist grundsätzlich verboten. Selbst Paare die sich öffentlich betatschen und küssen können eine Geldstrafe bekommen. Paare werden oft noch von den Eltern bestimmt, bzw. brauchen die Genehmigung der Eltern. Ein Mann, der z.B. keine wohlhabenden Eltern hat, bzw. gar keine, weil sie schon verstorben sind, hat praktisch Null Chance eine Frau zu bekommen, weil die Eltern des Mädchens nicht zustimmen. Somit sind viele Männer sehr ausgehungert, sie leben alle irgendwie wie Mönche bis nach der Heirat.

    Was die Busfahrer angeht, finde ich das Busfahren geil. Ich mag es wie in einer Achterbahn durchs Hochland und die Hauptstrassen zu rasen. Bin ca. 2200 km mit Bussen in Sri Lanka gefahren, und hab noch keinen Unfall gesehen. Ausserdem bläst schon bei niedriger Geschwindigkeit eine kühlende Brise durch den Bus. In geschlossenen Fahrzeugen wie Van, Autos wird es selbst mit Klimaanlage oft recht stickig. Im Zug lüftet es auch nicht so richtig durch. Ausserdem ist der Bus flott. Spät. nach 5 min an der Strasse stehen, kommt der nächste Bus.

    Demnächst steht meine 3. Sri Lanka Reise an. Dann geht’s nach Jaffna. Da findet gerade ein gewaltiger Aufschwung statt. Vor 3 Jahren gabs praktisch noch keine günstige Übernachtungen für Backpacker, jetzt schon ein dutzend. Zudem sollen da viele Rückkehrer von der Schweiz, Österreich und Deutschland ansiedeln, und kräftig aufbauen. Das Essen sollte da auch vielfältiger sein, da mehr auf indische und chinesisch ausgerichtet.

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