Seefeld mit Kindern bedeutet diesen Sommer für uns Flucht vor der Hitze auf 1200 Metern Höhe. Denn im Moment sind wir froh um jedes Grad das kühler ist, als mitten in Zürich.
Wir sind mit unseren Kids ohne Auto, mit dem Zug direkt aus Zürich angereist und haben die Region Seefeld 4 Tage lang erkundet: Von der Geisterklamm, über den Wildsee bis zu Ausflügen mit der Bergbahn und einer MTB-Tour.
Hier gibt’s alles, was wir erlebt haben und unsere Tipps für den Familienurlaub in der Region Seefeld.
Das Wichtigste in Kürze
- Anreise: Mit dem Railjet ab Zürich HB, Umstieg in Innsbruck, Gesamtreisezeit rund 5 Stunden
- Unterkunft: Boutique Hotel Olympia* in Seefeld, 5 Minuten zu Fuss vom Bahnhof
- Ausflug 1: Dorfrundwanderung mit Streichelzoo, Hexenhügel und neuem Spielplatz
- Ausflug 2: Leutascher Geisterklamm mit spektakulärem Themenweg
- Ausflug 3: Wildsee Seefeld zum Baden und Tretbootfahren
- Aktiv: Familien-Biketour ins Gaistal
- Schlechtwetter-Alternative: Olympiabad Seefeld
- Bergerlebnis: Rosshütte mit Bergbau-Erlebnisspielplatz und Kaltwassersee
- Kulinarik: Kaiserschmarrn, Käsespätzle, Alpenrösti und Knödel
- Sommertipp: Seefeld liegt spürbar kühler als Innsbruck, ideal bei Hitzewellen im Sommer
Anreise mit dem Railjet: Von Zürich über Innsbruck nach Seefeld
Wir starten um 08.32 Uhr am Hauptbahnhof in Zürich und fahren mit dem Railjet der ÖBB nach Österreich. Die Fahrt führt durch die Schweiz und Vorarlberg bis nach Innsbruck, wo wir umsteigen und die letzten Kilometer mit der S-Bahn nach Seefeld zurücklegen.
Um 13.44 Uhr und bei strömendem Regen erreichen wir Seefeld in Tirol. Die gesamte Reisezeit liegt bei gut fünf Stunden.
Der Umstieg in Innsbruck weckt bei uns Erinnerungen, denn die Stadt haben wir vor drei Jahren ausgiebig erkundet und wir waren begeistert. Es gibt jede Menge zu entdecken und die Natur ist nie weit. In kürzester Zeit ist man von der Stadt bereits im Karwendelgebirge. Hier gibt’s alles ausführlich nachzulesen: Innsbruck Reisetipps: Das Beste aus Stadt und Bergen
Die Anfahrt ist problemlos und entspannt und im Railjet gibt’s genügend Platz zum Spielen und Lesen.
Die Tickets haben wir direkt bei der SBB gebucht und wir empfehlen unbedingt eine Sitzplatzreservation auf dieser Strecke, insbesondere wer mit Kids unterwegs ist.
Unser Zuhause auf Zeit: Boutique Hotel Olympia
Für die nächsten drei Nächte wohnen wir im Boutique Hotel Olympia*, nur ein kurzer Spaziergang vom Bahnhof entfernt. Uns war wichtig, dass wir in einem persönlich geführten Hotel wohnen und nicht in einem grossen anonymen Haus.
Das Hotel Olympia ist genau das, was wir gesucht haben. Die Zimmer sind hell und ruhig und die Lage ist für Familien ideal, da wir von hier aus wirklich alles zu Fuss erreichen. Zum Zentrum von Seefeld sind es nur ein paar Schritte.
Auch wenn das Hotel nicht explizit als klassisches Kinderhotel positioniert ist, gefällt es uns als Familie gut. Die Atmosphäre ist entspannt, das Personal aufmerksam und die kurzen Wege zum Ortskern, zum Wildsee und zur Bushaltestelle machen den Besuch in Seefeld mit Kindern unkompliziert.
Wer ein Familienhotel mit grossem Kinderclub sucht, ist woanders besser aufgehoben, wer aber wie wir eine ruhige und dennoch familienfreundliche Basis in Seefeld sucht, ist im Hotel Olympia genau richtig.
Besonders schön ist auch der grosse Garten sowie der Aufenthaltsbereich mit verschiedenen Brettspielen.
Dorfrundwanderung mit Streichelzoo und Hexenhügel
Gleich nach unserer Ankunft nutzen wir den Nachmittag für die Dorfrundwanderung rund um Wildsee, Pfarrhügel und Seekirchl. Es ist ein gemütlicher Spaziergang, der uns einen ersten Eindruck der Region gibt.
Unterwegs liegt Sigis Sauhaufen, ein kleiner Streichelzoo, an dem unsere Kinder kaum mehr wegzubringen sind. Ponys, Kaninchen und Hängebauchschweine lassen sich aus nächster Nähe beobachten und streicheln, dazu gibt es Spielzeugtraktoren, mit denen sich die Kids eine gute halbe Stunde lang beschäftigen. Die Kids versinken vollkommen in ihrer eigenen Welt.
Weiter oben auf dem Hügel erwartet uns dann eine ganz andere Stimmung: ein Hexenhügel mit Steinkreis und Wildkräutergarten und ein wunderbarer Ausblick über den See.
Direkt unterhalb des Hügels liegt ausserdem der neue Spielpark Seekirchl, der erst seit diesem Sommer geöffnet ist. Er ist eher für kleinere Kinder geeignet, doch mit dem Erklettern der grossen Buchstaben, können sich auch unsere Kids austoben.
Ausserdem erhaschen wir von hier schon mal einen Blick auf die Wildwasserbahn des Olympiabades.
Ein Nebeneffekt der Höhenlage, den wir während unserer Reise deutlich spüren: Seefeld liegt auf rund 1200 Metern und ist damit ein paar Grad kühler als Innsbruck oder Zürich. Gerade während einer Hitzewelle im Sommer ist das bereits ein Reiseargument für sich.
Leutascher Geisterklamm: Spektakuläre Klamm mit hohen Ausblicken
Einer der Höhepunkte unserer Reise folgt am zweiten Tag: die grosse Klammrunde durch die Leutascher Geisterklamm. Wir fahren mit dem Bus bis zur Haltestelle Leutasch Geisterklamm (Umstieg in Leutasch Weidach Zentrum).
Vor Ort gibt es die Möglichkeit für die kleine oder grosse Klammrunde. Die Kleine ist nur 500 Meter lang und umgeht die Highlights komplett. Wer hierhin anreist, dem empfehle ich definitiv die grosse Runde, welche 3,2 Km und ca. 1h 30 Min dauert.
Unterwegs tauchen wir in die Sagenwelt rund um Geister, Kobolde und Zwerge ein. Wir erfahren Wissenswertes über die Klamm und ihre Pflanzen und Tiere und es gibt Geschichten und Spiele für die Kinder. Wir bestaunen die wunderschöne Natur, den Bergwald und natürlich die Leutascher Ache.
Das erste Highlight ist die Panoramabrücke, welche natürlich allen als Fotospot dient. Von der Panoramabrücke, wo der Weg eigentlich zurückführt, steigen wir zu zweit den steilen Pfad hinunter bis zum Eingang des Wasserfalls, wo es angenehm kühl, nass und ziemlich kalt wird.
Hier bezahlen wir Euro 2.50 um den Wasserfall zu sehen. Wenn wir schon mal hier sind, lassen wir uns das natürlich nicht entgehen.
Von hier gäbe es die Möglichkeit nach Mittenwald weiterzugehen, aber wir machen den Rundweg zurück zur Panoramabrücke und von dort wieder zum Startpunkt.
Zur Stärkung kehren wir im Leutascher Klammstüberl ein und essen einmal mehr einen der berühmten Kaiserschmarrn.
Baden am Wildsee und in den Erlebnisbädern
Der Wildsee Seefeld liegt versteckt hinter dem Ortskern und ist mit seinem Stranbad und dem Spielplatz genau das, was unsere Kids am Nachmittag brauchen. Wir fahren Tretboot (oder Pedalo, wie ich sagen würde) und geniessen den Sommernachmittag.
Für Tage mit weniger stabilem Wetter oder einfach für Abwechslung, bieten sich das Olympiabad Seefeld direkt im Ort oder das Alpenbad Leutasch an. Beide sind wetterunabhängige Alternativen mit Rutschen und Spielbereichen für Kinder.
Wir besuchen das Olympiabad und die Kids feiern vor allem die Wildwasserrutsche und sogar ich lasse mich dazu überreden, auch zu rutschen.
Familien-Biketour ins Gaistal: unser Highlight auf zwei Rädern
In der Region Seefeld probieren wir etwas für uns Neues aus: Eine Mountainbike-Tour mit der ganzen Familie. Die Region bietet viele Touren mit unterschiedlichsten Höhenmetern und Längen an. Wir entscheiden uns für die Route ins Gaistal.
In Leutasch mieten wir Fahrräder. Für E-Bikes sind unsere Kids noch zu klein und so gehören wir zu den Wenigen, die tatsächlich alles aus eigener Muskelkraft erradeln.
Wir fahren entlang der Leutascher Ache mitten durch das Almenparadies Gaistal. Unsere Fahrt ist gesäumt von spektakulären Aussichten auf das Wettersteingebirge und unterwegs legen wir immer mal wieder eine Pause ein und geniessen die kühle Leutascher Ache.
Unser eigentliches Ziel ist die Tillfussalm, doch als wir nach 5 Km ankommen sehen wir: Sie hat an diesem Tag Ruhetag.
Wir radeln aber einfach weiter zur Gaistalalm und was soll ich sagen, es wird zu einer der schönsten Einkehrpausen der ganzen Reise. Das Essen hier ist unglaublich lecker und die Alpenrösti sensationell gut.
Wie genau diese Tour abläuft und was du für die Planung wissen musst, liest du in Fahrradtour Seefeld mit Kindern: Unser Ausflug ins Gaistal.
Mit der Bergbahn zur Rosshütte
An unserem letzten Vormittag nutzen wir die Zeit bis zur Rückfahrt für einen Ausflug zur Rosshütte und hier zeigt sich einmal mehr, warum sich Seefeld mit Kindern lohnt. Oben wartet nämlich der Bergbau-Erlebnisspielplatz.
Es ist ein richtig toller Spielplatz zum Baggern, Ruschen, Schaufeln und auch für ältere Kinder, so dass es nicht langweilig wird. Bis etwa 10 Jahre kann man sich hier stundenlang austoben. Ausserdem gibt’s auch einen Hüpfboden und eine Kugelbahn.
Während die Kinder sich am Spielplatz austoben, laufe ich noch ein Stück weiter hinunter zum Kaltwassersee, der nicht weit unterhalb der Mittelstation liegt.
Es ist sehr idyllisch und einfach nur schön, wie sich das Wettersteingebirge im See spiegelt.
Kulinarik: Was wir in Seefeld gegessen haben
Ein Familienurlaub in Tirol ist für uns auch immer eine kulinarische Reise und Seefeld hat uns da nicht enttäuscht. In vier Tagen essen wir gleich drei Mal Kaiserschmarrn, einfach, weil es so lecker ist. Eine Portion reicht hier meistens für 3-4 Personen.
Daneben gehören Käsespätzle für uns zu den Klassikern, die auf keiner Speisekarte in der Region fehlen. Und natürlich dürfen Knödel nicht fehlen, ob als Beilage oder als eigenständiges Gericht, sie gehören für uns einfach zu Tirol wie die Berge selbst.
Wenn du noch weiter in die regionale Küche eintauchen möchtest, solltest du auch Tiroler Gröstl probieren, eine deftige Pfanne aus Bratkartoffeln, Speck und Zwiebeln (auch vegetarisch erhältlich), meist mit einem Spiegelei obenauf.
Eine ausführliche Übersicht zu den typischen Gerichten der Region findet ihr in unserem Artikel Österreich Essen: Diese Tiroler Spezialitäten musst du probiert haben.
Restaurant-Tipps für Seefeld mit Kindern
Über die vier Tage probieren wir gleich mehrere Adressen aus, die sich alle problemlos mit Kindern besuchen lassen:
- L5 Restaurant: entspannte Atmosphäre, gute Küche für Gross und Klein
- Seefelder Stube: klassische Tiroler Küche, sehr lecker
- Tiroler Weinstube im Gasthof: gemütlich, mit regionalen Spezialitäten
Praktische Tipps für die Reiseplanung
- Packliste: Sportbekleidung, Kopfbedeckung (Sonne!), bequemes Schuhwerk, Badebekleidung, Sonnenschutz und Sonnencreme, leichte Wanderschuhe, Personalausweis
- Bargeld mitnehmen: Auf vielen Berghütten ist keine Kartenzahlung möglich. Wer eine Alm ansteuert, sollte deshalb immer ausreichend Bargeld dabeihaben.
- Seefeld bei Regen: Wettersichere Alternativen sind das Olympiabad oder die ErlebnisWelt Alpenbad Leutasch.
- Wie weit ist Seefeld von Mittenwald entfernt: Nur wenige Kilometer, die Leutascher Geisterklamm lässt sich von beiden Orten aus erreichen, wir sind von der Seefelder Seite aus gestartet.
Fazit: Seefeld mit Kindern und ganz ohne Auto
Ein Familienurlaub in Seefeld ohne eigenes Auto läuft ganz einfach und unkompliziert. Die kurzen Wege, der Regionsbus und die Vielfalt an Ausflügen zwischen Klamm, See, Alm und Bergbahn machen die Region Seefeld zu einem Ziel, das wir Familien mit Kindern im Grundschulalter uneingeschränkt empfehlen können. Seefeld mit Kindern funktioniert bestens.
Auch für ältere Kinder gibt es in der Region einiges zu entdecken, egal ob Klettersteig, lange MTB-Touren oder Baden in Bergseen: in Seefeld werden alle glücklich, die die Natur und sportliche Aktivitäten gern haben.
Was hat dir in Seefeld am besten gefallen? Warst du auch schon mit Kindern da?
Hast du Lust auf noch mehr Bewegung in den Tiroler Bergen, dann findest du in meinem Artikel Aktiv in Tirol: 5 Ideen für sportbegeisterte Adrenalinjunkies weitere Ideen für einen sportlichen Familienurlaub in der Region.
Der Artikel zu Serfaus-Fiss-Ladis und Nauders hilft dir dabei, auch andere Tiroler Regionen für einen Familienurlaub zu entdecken, falls ihr nach Seefeld noch weiterreisen möchtet.




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