Barbados mit Kindern bedeutet für uns: Strände, Schildkröten, Dschungel und jede Menge Neues. Die Kinder sind von Anfang an begeistert. Aber als wir ihnen erzählen, dass man auf Barbados frühmorgens Rennpferden beim Schwimmen im Meer zuschauen kann, kennt die Vorfreude kein Halten mehr.
Ab diesem Moment ist der Pebbles Beach an der Carlisle Bay nicht einfach ein Programmpunkt, sondern das erklärte Ziel der Reise. Baden mit Pferden im Meer: ein Traum vor allem für unsere Tochter.
Und jetzt sind wir endlich da.
Warum schwimmen Rennpferde im Meer?
Der Pebbles Beach liegt direkt neben der Garrison Savannah, einer der ältesten Pferderennbahnen der Karibik. Die Rennpferde die dort trainieren und an den Wochenenden laufen, werden jeden Morgen von ihren Pflegern zum Strand geführt um im Meer zu schwimmen. Das ist kein Touristenprogramm, sondern ihr Alltag.
Das Schwimmen im Salzwasser hält die Tiere fit, sie können sich intensiv bewegen ohne das Verletzungsrisiko des Laufens und es hilft bei der Erholung nach einem Rennen. Das Meerwasser wirkt dabei wie ein natürliches Heilbad für die Muskeln.
Jeden Morgen kurz nach Sonnenaufgang kommen die Pfleger mit ihren Pferden an den Strand, führen sie ins Wasser und lassen sie rausschwimmen. Die Pferde drehen eine Runde im offenen Meer und kommen wieder zurück, Wassergymnastik sozusagen.

Um wie viel Uhr muss man dort sein?
Wir fahren von unserem Airbnb in Oistins gegen sechs Uhr los und sind kurz vor halb sieben am Strand.
Die ersten Pferde sind bereits im Wasser. Das ist früh und nötig wäre es nicht gewesen. Es reicht, zwischen halb sieben und sieben Uhr am Strand anzukommen.
Die Pferde sind bis etwa acht Uhr am Strand, manchmal etwas länger und es kommen wirklich viele. Wir waren uns nicht sicher, wie früh wir dort sein müssen, also gingen wir lieber zu früh als zu spät los.
Direkt am Strand gibt es einen kleinen Stand wo man Kaffee kaufen kann. An einem frühen Morgen wie diesem ist das für uns Erwachsene kein unwillkommenes Detail.
Was uns wirklich überrascht
Wir haben vorab Videos und Fotos gesehen und trotzdem überrascht uns der Anblick. Die grossen, kräftigen Tiere die ruhig durch die Wellen waten und dann ins tiefere Wasser schwimmen, sind ein Anblick, den wir so noch nie gesehen haben. Dazu das türkisblaue Wasser und die Sonne, die langsam aufgeht.
Was uns besonders beeindruckt: Es ist kein inszeniertes Touristenprogramm. Die Pfleger arbeiten, reden miteinander, kümmern sich um die Tiere und haben ihre Routine.
Dass Tourist:innen am Strand stehen und zuschauen, gehört mittlerweile einfach dazu. Man ist nicht das Zentrum des Geschehens, und genau das macht es so schön und authentisch.
Für zwei, drei Barbados-Dollar kann man die Pferde streicheln und wer möchte, kann auch am Strand entlang reiten. Unsere Tochter streichelt ein Pferd und ist völlig aus dem Häuschen.
Der Kleine schaut lieber aus sicherer Distanz zu, was wir absolut verstehen. Die Tiere sind gross und kraftvoll und ein gewisser Respekt ist angebracht.
Weil wir kurz vorher am Pferderennen auf der Garrison Savannah waren, halten wir alle Ausschau nach «unserem» Pferd.
Der Fuchs, wie wir von unserer Tochter lernen, hat am Rennen die Nummer 3 getragen und ist damit ins Ziel galoppiert. Ab und zu meinen wir ihn wiederzuerkennen, aber sicher sind wir nicht.
Frühstück im George Washington House
Nach einer Stunde schleicht sich bei den Kids der Hunger ein, denn von unserem Airbnb sind wir ohne Frühstück losgefahren.
Auf halbem Weg zwischen Pebbles Beach und der Garrison Savannah liegt das George Washington House. Das Café auf dem Gelände öffnet ab halb acht morgens und ist in dieser Gegend das einzige, was zu dieser frühen Stunde offen hat.
Das Essen ist wirklich lecker, eine Mischung aus karibischen und lateinamerikanischen Einflüssen und die Atmosphäre auf der Terrasse im Grünen ist entspannt und schön. Das Essen ist nicht ganz günstig, aber nach einem solchen Morgen stört das niemanden.
Das Schöne an diesem Café: Vom Garten sieht man direkt zur Garrison Road, auf der die Pferde die vom Strand zurück zu den Ställen laufen.
Das Glasbodenboot zu den Schiffswracks und Schildkröten
Noch als wir den Pferden zugeschaut haben, hat uns am Strand jemand angefragt, ob wir nicht eine Tour zu den Schiffswracks und Schildkröten machen wollen. Darauf haben wir gewartet, denn wenn wir schon hier sind, wollen wir uns das nicht entgehen lassen.
Nach dem Frühstück fahren wir als zurück zum Strand und um etwa neun Uhr holt uns ein Boot ab. Ausser uns ist noch ein Vater mit seiner Tochter dabei.
Das Boot hat einen Glasboden, was sich im Nachhinein als perfekte Lösung für unsere Familie herausstellt: unsere Tochter schnorchelt, aber unser Sohn will nicht ins offene Wasser, sieht aber durch den Glasboden auch vieles der Unterwasserwelt.
Direkt vor dem Pebbles Beach liegen mehrere Schiffswracks auf dem Meeresgrund, die heute als künstliche Riffe dienen und von hunderten Meereslebewesen bewohnt werden.
Das Wasser ist so klar, dass man die versunkenen Schiffe bereits von der Oberfläche aus sieht und durch den Glasboden ist das auch ohne Schnorchelausrüstung ein absolutes Erlebnis. Um die Wracks herum wimmelt es von Fischen in allen Farben und Grössen.
Und dann tauchen sie auf: riesige, silberne Fische die träge durch das Wasser gleiten und tatsächlich ein bisschen an kleine Haie erinnern. Es sind Tarpune, völlig harmlos, aber beeindruckend gross. Wir erschrecken uns zuerst im Wasser, sind aber schnell fasziniert von den Tieren.
Doch wo sind die Schildkröten? Am Ende der Tour sehen wir tatsächlich noch eine Schildkröte, die friedlich angeschwommen kommt. Sie kommt langsam von unten nach oben, atmet kurz an der Oberfläche und verschwindet wieder in der Tiefe. Absolut magisch, wie sie ihren kleinen Kopf aus dem Wasser streckt.
Wir bezahlen ungefähr 40 US-Dollar pro Person, für die Kids ist es etwas günstiger. In der Nebensaison kann man die Tour problemlos spontan am Strand buchen, in der Hochsaison lieber vorher reservieren.
Eigentlich ist der Preis übertrieben, aber unsere Kids sind einfach noch zu klein um Rauszuschwimmen. Daher ist das Glasbodenboot für uns als Familie eine gute Lösung.
Praktische Tipps für den Besuch des Pebbles Beach Barbados
Der Pebbles Beach liegt direkt neben dem Radisson Hotel, südlich von Bridgetown an der Bay Street. Es gibt einen Parkplatz direkt beim Strand, der früh morgens noch gut Platz hat. Halb sieben Uhr reicht zum Ankommen völlig, die Pferde sind bis etwa acht Uhr da und es kommen viele.
Streicheln und Reiten ist gegen eine kleine Spende an die Pfleger möglich.
Die Schnorchel- und Glasbodenboot-Tour kann man in der Nebensaison spontan am Strand buchen. UV-Shirts sind beim Schnorcheln Pflicht, die Sonne ist auch früh morgens bereits brutal, für Kinder und Erwachsene gleichermassen.
Für welches Alter ist das geeignet?
Unsere Kinder sind 6 und 8 Jahre alt und beide haben diesen Morgen geliebt, wenn auch auf unterschiedliche Art. Für das Zuschauen bei den Pferden gibt es natürlich kein Mindestalter.
Für die Schnorcheltour sollten Kinder sicher schwimmen können, aber wer nicht ins Wasser möchte, ist mit dem Glasbodenboot genauso gut dabei. Das ist wirklich praktisch wenn die Kinder unterschiedlich mutig oder unterschiedlich alt sind.
Der beste Morgen auf Barbados
Wenn wir unsere Kinder heute fragen was das Schönste an Barbados war, dann ist der Morgen mit Pferden und Schildkröten unter den Top 3.
Auch wenn es wohl das am meisten touristische der ganzen Reise war, lohnt es sich auf jeden Fall und ist ein Must-See bei einer Barbados-Reise.
Wer nach Barbados reist und diesen Morgen auslässt, verpasst wirklich etwas. Früh aufstehen, Kaffee am Strand, Pferde im Meer, Schildkröten und Schiffswracks unter dem Glasboden, was sollte man auch mehr wollen.
Es ist ein Morgen, der lange in Erinnerung bleibt.
Hast du auch schon solche Sachen erlebt, an die du immer wieder zurückdenkst?
Alle unsere Barbados-Artikel (folgen zum Teil erst noch):
- Barbados mit Kindern: Unsere Erfahrungen und Tipps
- Bridgetown mit Kindern: Markt, Rum und Pferderennen
- Ausflüge im Inselinnern: Welchman Hall und Sunbury Plantation
- Die schönsten Strände auf Barbados für Familien















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