Stadtführung Bern, aber anders als du sie kennst: Ich bin hier aufgewachsen, kenne jede Gasse, jeden Brunnen, jeden Blick auf die Aare. Und trotzdem, oder gerade deshalb, will ich meine eigene Stadt einmal mit fremden Augen sehen. Nicht als Einheimische, sondern als Touristin in der eigenen Heimat.
Bei Bern Welcome werde ich fündig mit einer Stadtführung, die anders ist als alle, die ich bisher kannte. «Lust und Laster, auf den Spuren der sieben Todsünden» steht im Programm, und meine Neugierde ist sofort geweckt.Ich mache ich mich auf die Hauptstadt neu zu entdecken und finde heraus, dass hinter den barocken Fassaden der Altstadt Geschichten stecken, die kein Reiseführer erzählt.
Dieser Artikel enthält Werbung, da ich auf diese Führung eingeladen wurde.
Meine Heimatstadt aus einer neuen Perspektive
Bei Bern Welcome finde ich, was ich suche, eine Stadtführung, aber nicht irgendeine, sondern eine ganz spezielle. Im Angebot stehen eine Mani-Matter-Führung, eine Tour zum Berner Münster oder auch «Bern für Berner:innen».
Ich entscheide mich aber für «Lust und Laster, auf den Spuren der sieben Todsünden». Zu gross ist meine Neugierde, was da eigentlich dahintersteckt. Also mache ich mich auf, die Hauptstadt neu zu entdecken.
Die eineinhalbstündige Führung ist auf den sieben Todsünden aufgebaut, Hochmut, Geiz, Wolllust, Zorn, Völlerei, Neid und Faulheit. Der Rundgang führt uns durch die untere Altstadt bis zur Münsterplattform, wo wir von der kundigen Führerin spannende Informationen bekommen.
Die Tour wurde übrigens von der Ausstellung «Lust und Laster» des Kunstmuseums Bern und des Zentrums Paul Klee inspiriert, ein schöner Bezug, der der Führung noch mehr Tiefe gibt.
Auf den Spuren der sieben Todsünden
Ein kleiner Einblick? Hast du gewusst, dass früher der Henker der Stadt Bern dort gewohnt hat, wo heute die Buchhandlung Stauffacher ist? Dieser war, obwohl der Beruf damals als nötig empfunden wurde, ehrlos. Der Beruf des Henkers wurde an den Sohn vererbt und die Tochter an einen Sohn einer anderen Henkersfamilie verheiratet.
Dennoch durften Leute aus einer Henkersfamilie nicht in der Kirche heiraten, kein Gasthaus betreten, und die Henkersfrau durfte auf dem Markt das Gemüse nicht berühren.
Oder weisst du, warum die Gerechtigkeitsgasse so heisst, wie sie heisst? Im Mittelalter wurde in dieser Gasse Recht gesprochen. Der Schultheiss, der höchste Berner, hat auf seinem Holzstuhl gerichtet, während die schaulustige Menge ihrer Meinung Ausdruck verliehen hat. Gleich neben dem Richtstuhl war der Schandpfahl angebracht. Glücklicherweise gibt es heute in Bern keine solchen Gerichtsverfahren mehr.
Gleich neben dem Henkershaus war das Frauenhaus. Was dieses mit dem Henker zu tun hatte, was mit einem «peinlichen Verhör» gemeint ist und was genau eine Pfaffendirne ist, das erfährst du alles auf der Führung selbst, ich will schliesslich nicht alles verraten.
Mir hat sich ein völlig neuer Blick auf Bern eröffnet, und wenn ich nun durch die Stadt laufe, erinnere ich mich ab und zu an das Mittelalter, die sieben Todsünden und wie Bern damals ausgesehen haben muss. Und bin froh, dass ich in der heutigen Zeit leben darf.
Die Fübi-Ausgabe, Lust und Laster mit Feierabendbier
Wer die Führung noch mit etwas Geselligkeit verbinden will, kann sich mittlerweile auch für die «Fübi-Ausgabe» entscheiden, dieselbe Tour, ergänzt mit einem Feierabendbier zu Beginn und einer Laugenbrezel zur Halbzeit beim Café Fédéral am Bärenplatz.
Eine schöne Art, den Feierabend mit Kolleg:innen zu verbringen, ganz nebenbei mit einer Prise Berner Stadtgeschichte.
Stadtführung Bern buchen
Buchen lässt sich die Führung telefonisch unter +41 31 328 12 12 oder per E-Mail an citytours@bern.com. Hier gibts zudem Infos zu allen weiteren Stadtführungen in Bern.
Eines ist jedoch klar: Komm nach Bern! Die Stadt ist wunderschön und entspannt, voller Lust und Laster. Denn eins können wir Berner:innen besonders gut: Das Leben geniessen und auch einmal «ds Füfi la grad sy».
Und wann kommst du nach Bern?
Ich bedanke mich bei Bern Welcome für die spannende Führung. Wie immer kannst du sicher sein, dass meine Meinung davon nicht beeinflusst wird. Ig liebe Bärn tatsächlech u bi dr Meinig, dass sie die schönschti Stadt vo dr Schwiiz isch. Bärn, i ha di gärn.










11 Comments
Mel (worldwhisperer)
26. Juli 2015 at 10:48Bern ist soooo eine schöne Stadt – es ist inzwischen zwar auch schon Jahre her, dass ich dort war – aber die Erinnerungen sind sehr sehr positiv.
Liebe Grüsse
Mel
Sarah
26. Juli 2015 at 16:34Schön hats dir in Bern gefallen. Lass mich wissen, wenn du das nächste Mal da bist.
Marionna
26. Juli 2015 at 12:55Das gibt grad Heimweh nach Bern und macht Lust auch wieder mal Tourist zu sein. GLUSCHTIG beschrieben!
Sarah
26. Juli 2015 at 16:33Es macht wirklich Spass und ist eine ganz neue Erfahrung, die eigene Stadt als Touristin zu erkunden. Es fägt!
tanja
26. Juli 2015 at 14:38Bern sieht wirklich süss aus! Die Häuser sind wirklich schön und die Strassen sehen cool aus. Ich finde, dass Schweiz sowieso eine reise wert ist :)!
Sarah
26. Juli 2015 at 16:31Ja, Bern ist wunderbar! Lass mich wissen, wenn du das nächste Mal da bist!
Step
26. Juli 2015 at 17:47Hübsche Bilder – ich war nur einmal einen halben Tag in Bern, und das ist sicher mehr als 20 Jahre her, an die Arkaden im Zentrum kann ich mich aber irgendwie noch erinnern.
Wenns wahr ist, bin ich im September 4 Tage in Zürich, hab dann zwar immer nur den Nachmittag frei aber zumindest ein halbtägiger Ausflug per Bahn nach Bern sollte durchaus drinnen sein. Falls es so kommt lass ich es dich auf jeden Fall wissen……der Ausblick vom Münsterturm sieht auf jeden Fall sehr nett aus (und das war damals auch in Basel das Allercoolste, über die alten Holzleitern auf den Turm des dortigen Münsters zu klettern :-))
Sarah
27. Juli 2015 at 8:28Ja, sag mir unbedingt, wenn du nach Bern kommst!
Tinu
31. Juli 2015 at 10:51I würd sogar säge «Bärn isch die schönschti Stadt vor Wäut» 🙂
Sarah
31. Juli 2015 at 10:55Da redt e ächte Bärn-Liebhaber! 🙂
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15. April 2018 at 17:06[…] Lust und Laster in Bern […]