Die schönsten Kleinstädte der Schweiz werden oft übersehen, dabei lohnt sich genau dort ein Halt fast immer mehr als in den grossen Touristenstädten.
Während alle nach Zürich, Bern oder Luzern reisen, verstecken sich zwischen Jurahügeln, Seen und Alpenpanoramen Städtchen, die mit Geschichte, Charme und überraschend viel Programm überzeugen.
Wir haben die Schweiz kreuz und quer bereist, mit Kindern, mit dem ÖV und mit dem Auto, und stellen dir hier unsere ehrlichsten Empfehlungen für Tagesausflüge und Wochenendtrips in die schönsten Kleinstädte der Schweiz vor.
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Solothurn: Barock und Flair im Mittelland
Wer schöne Kleinstädte in der Schweiz sucht, landet früher oder später in Solothurn und versteht sofort warum: Die Stadt verbindet italienische Grandezza mit französischem Charme und deutschschweizerischer Bodenständigkeit auf eine Art, die man so kein zweites Mal findet.
Die barocke Altstadt mit der St.-Ursen-Kathedrale ist auf jeden Fall einen Besuch wert und mit dem Hotel La Couronne*, welches zu den Swiss Historic Hotels gehört, bietet Solothurn eine ganz besondere Adresse. Schon nur für einen Aufenthalt dort lohnt sich die Anreise.
Auch fürs Schlechtwetterprogramm oder Museumsliebhaber:innen ist mit dem Museum Enter und dem Kabinett für sentimentale Trivialliteratur gesorgt. Damit besticht Solothurn gleich mit zwei aussergewöhnlichen kulturellen Angeboten.
Erwähnen möchte ich auch das Attisholz-Areal, welches direkt an der Aare liegt und in den nächsten Jahren zu einem spannenden Quartier ausgebaut werden soll. Bereits jetzt sind hier einige Bars, Shops und Restaurants zu finden. Direkt an der Aare lässt es sich in urbaner-künstlerischer Umgebung baden und den Nachmittag geniessen.
Solothurn ist ein guter Ausgangspunkt um das Mittelland zu erkunden. Auch ganz in der Nähe bieten sich einige Ausflüge an. Einen Ausflug auf den Hausberg Weissenstein oder einen Spaziergang durch die Verena-Schlucht ist schon fast ein Muss.
Mehr zu Solothurn: Prunkvoller Barock, hippe Streetart und der schönste Fluss der Welt
Baden: Die Thermalstadt im Aargau
Baden gehört zu den schönsten Kleinstädten der Schweiz, die man wirklich unterschätzen kann: bis man das erste Mal dort war. Die Stadt Baden ist eine echte Überraschung für alle die gerne planschen und geniessen.
Mein erster Besuch in der Stadt hat mich staunen lassen, denn ich habe sie tatsächlich total unterschätzt. Ganz im Zeichen der heilenden Kraft des Wassers, findet sich an jeder zweiten Ecke ein Brunnen zum Baden, eine Bank mit Becken für das Fussbad oder auch wunderbare SPA Oasen.
Eine davon ist das Hotel Limmathof* mit dem wunderschönen Thermalbad Novum Spa. Definitiv ein Muss bei einem Besuch in Baden.
Als Muss bezeichne ich auch einen Spaziergang auf den Schartenfels mit wunderbarem Blick auf die Stadt, die Belohnung folgt danach mit einem Spanischbrödli, einer süssen Spezialität aus Baden.
Planst du vielleicht sogar eine Übernachtung in der Stadt Baden ein? Dann empfehle ich auch das Hotel Blume*.Eine wahre Augenweide!
Schaffhausen und der Rheinfall
Die mittelalterliche Altstadt von Schaffhausen ist eine der schönsten Kleinstädte der Nordschweiz: klein, kompakt und mit einer Dichte an historischen Fassaden, die selbst einen kurzen Bummel zu einem echten Erlebnis macht.
Besonders schön ist der Aufstieg zum Wahrzeichen der Stadt, der Festung Munot. Von hier schweift der Blick über die Stadt, den Rhein und das umliegende Land. Idylle pur.
Was natürlich auch zu einem Besuch von Schaffhausen gehört, ist ein Abstecher zum Rheinfall. Er gehört zu den drei grössten Wasserfällen Europas und mit seinen 23 Metern Höhe ist er imposant anzuschauen. Ein Weg führt entlang des Wasserfalls, auf dem er immer wieder bestaunt werden kann.
Von Schaffhausen ist es übrigens nur ein Katzensprung nach Stein am Rhein. Da wartet nochmals ein ganz besonders hübsches Städtchen und mit einer Wanderung zur Burg Hohenklingen ist der Tagesausflug perfekt.
Mehr zur Wanderung: 7 einfache Wanderungen in der Schweiz
Thun: Tor zum Berner Oberland
Das kleine Städtchen gilt als Tor zum Berner Oberland. Auch hier spielt Wasser eine zentrale Rolle, da nicht nur der Thunersee zu den Hauptattraktionen zählt, sondern auch die Aare durch die Stadt fliesst. Damit ist sie eine der schönsten Kleinstädte der Schweiz für einen Sommertag.
So ist es auch nicht verwunderlich, wenn einem ab und zu Fussgänger in Badekleidung entgegenkommen, die pitschnass durch die Stadt laufen, weil sie gerade vom Flussbad kommen.
Die schöne Altstadt lässt sich am besten vom Schloss Thun überblicken und etwas ausserhalb der Stadt bietet das Schloss Schadau schöne Ausblicke.
Eine der Hauptattraktionen im Sommer ist eine Flussfahrt von Thun nach Bern auf der Aare. Das Gummiboot wird in der Regel in Schwäbis eingewassert und während ein paar Stunden Fahrt führt die Aare mehr oder minder gemächlich nach Bern. Definitiv ein Sommer-Muss!
Auch unbedingt erleben solltest du einen Abend auf dem bekannten Mühleplatz inmitten der Stadt. Draussen sitzen, chillen, den Leuten zuschauen, Bierchen trinken und mit dem „kleinen Riesenrad“ fahren.
Thun ist Ausgangspunkt für viele Touren im Berner Oberland. Ein paar Vorschläge:
Neuchâtel: Meine Lieblingsstadt in der Schweiz
Neuchâtel gehört definitiv zu meinen Lieblingsstädten in der Schweiz! Die Lage direkt am Neuenburgersee spricht bereits für sich. Dementsprechend dreht sich auch alles irgendwie ums Wasser und die üblichen Aktivitäten auf und im See gehören selbstverständlich dazu. Bei schönem Wetter findet das Leben am oder auf dem See statt.
In der Altstadt weiss ich zeitweise nicht, ob ich noch in der Schweiz bin oder ich kurzerhand nach Italien oder wahlweise nach Frankreich gebeamt worden bin. Aber ich weiss, dass ich schockverliebt in Neuchâtel bin. Eine Stadt ganz nach meinem Gusto – einfach zum geniessen. Überall sitzen Leute draussen, essen, trinken, flanieren, haben eine gute Zeit und geniessen das Leben.
Wenn du in der Stadt bist, vergiss nicht einen Besuch im Centre Dürrenmatt. Am Standort des alten Hauses des Schweizer Schriftstellers wurde von Mario Botta ein Museum konstruiert, welches sich ganz den Werken Dürrenmatts widmet. Dürrenmatt gehört zu meinen liebesten Schweizer Schriftstellern und dies in Kombination mit der Architektur von Botta – was will ich mehr.
La Chaux-de-Fonds: Uhren, Le Corbusier und Jura-Charme
La Chaux-de-Fonds ist wohl die unbekannteste unter den schönen Kleinstädten der Schweiz. Dabei vereint die höchstgelegene Stadt des Landes auf 1000 Metern über Meer mehr Superlative als die meisten ihrer berühmteren Nachbarstädte. Bereits das schachbrettartige Muser ist für eine Schweizer Stadt selten.
La Chaux-de-Fonds strahlt den typischen jurassischen Charme aus. Sie gilt neben Le Locle und Biel als grosse Uhrenstadt. Ausserdem ist der Stararchitekt Le Corbusier hier geboren und hat tiefe Spuren hinterlassen. Für so eine kleine Stadt kommen damit schon einige Superlativen zusammen, wobei auch die Dichte an spannenden Museen erwähnenswert ist.
Zum Besuch von La Chaux-de-Fonds gehört natürlich der Aufstieg – ganz einfach mit dem Aufzug – auf die Espacité, von wo sich der schönste Blick über die Stadt bietet. Als Uhrenstadt ist hier auch ein Uhrenmuseum angegliedert. Nicht ganz so bekannt aber unbedingt sehenswert ist L’Ancien Manège, die alte Reithalle. Ein erstaunliches Bauwerk mit Malereien im Innern und das ein Café beherbergt. Unbedingt vorbeischauen!
Yverdon-les-Bains am Neuenburgersee
Klein, gemütlich und perfekt fürs Ferienfeeling – so ist Yverdon. Herausragend ist die Lage am Neuenburgersee, welcher zu Fuss problemlos von der Stadtmitte zu erreichen ist. Du findest dort einige wunderschöne Badestellen. Egal ob Schwimmen, Stand-Up Paddling oder Pedalo fahren, alle Wasserratten werden hier glücklich.
Ganz besonders schön ist der Sandstrand von Yvonand. Hier wähne ich mich eher irgendwo am Mittelmeer als in der Schweiz. Eine perfekte Alternative für alle, die Ferien am Meer vermissen.
Aber auch die Stadt Yverdon ist nicht ohne. Eine besondere Attraktion für Sci-Fi Liebhaber:innen ist das Maison d’Ailleurs, welches sogar einen eigenen Espace Jules Verne beherbergt. Ein gelungenes Museum in dem schnell mal ein, zwei Stunden rum sind.
Mehr zu Yverdon-les-Bains: Unser herrliches Spätsommerwochenende in Yverdon-les-Bains
Mendrisio: Das südlichste Städtchen der Schweiz
Mendrisio ist die südlichste unter den schönen Kleinstädten der Schweiz, und sie ist mir aus einem ganz persönlichen Grund besonders ans Herz gewachsen: Ich habe hier einen grossen Teil meiner Kindheit verbracht.
Die wirklich kleine, aber feine Altstadt ist schnell gesehen. Der eigentliche Reiz Mendrisios liegt in seiner Langeweile. Ja, Mendrisio ist auf seine Art langweilig, aber eben auf seine ganz eigene Art.
Touristische Sehenswürdigkeiten sucht man hier vergebens. Aber wer sich in ein Grotto niederlässt, sich ein Risotto und einen Merlot genehmigt, spürt ganz schnell einmal die Seele Mendrisios. Hier geht es gemächlich zu und her, die Leute nehmen sich Zeit. Auch für einen Schwatz mit einer Deutschschweizerin.
Besonders schön ist das Umland von Mendrisio. All die kleinen Dörfer mit Steinhäusern und Schindeldächern, all die Täler und Berge, die versteckten Flüsse und Grotten. Da fängt die Schweiz an interessant und irgendwie auch „anders“ zu werden. Mein Pro-Tipp: Das Muggio-Tal.
Chur: Die älteste Stadt der Schweiz
Chur ist nicht nur die älteste Stadt der Schweiz, sondern auch eine der am meisten unterschätzten Kleinstädte des Landes. Die meisten benutzen sie nur als Durchgangsstation, was wirklich schade ist, denn hier gibt es vieles für Geniesser:innen.
Wer gerne isst und trinkt und sich kulinarisch gerne auf regionales einlässt, dem wird’s hier gefallen. Leckere Capuns oder Bizochels finden sich an allen Ecken und wer gerne etwas Neues ausprobiert, ist mit dem Alpenstadt Sushi gut bedient. Wer dann auch noch beim Zuckerbäcker vorbeischaut und ein Röteli trinkt, der hat Chur auch wirklich kulinarisch erlebt.
Ein weiterer interessanter Aspekt von Chur ist, dass es die Geburtsstadt des Künstlers H.R. Giger ist. Mit Skulpturen in der Stadt ist ihm nicht getan, etwas ausserhalb findet sich die H.R. Giger Bar, die definitiv ein Besuch wert ist.
Und natürlich ist Chur das Sprungbrett in die Bündner Bergwelt. Von hier lässt sich alles erleben und erreichen, egal ob als Tagesausflug oder zur Weiterreise in die herrlichen Bergtäler. Bei einem Besuch von Chur bietet sich vor allem auch einen Ausflug auf dem Brambrüesch, den Churer Hausberg an.
- Mehr zu Chur: Unser Genusswochenende in der Alpenstadt Chur
- Wanderung auf dem Brambrüesch: «Patschifig» unterwegs von Chur nach Bergün
Welche Kleinstadt in der Schweiz empfiehlst du zu besuchen?
Diese neun Städtchen sind ein guter Anfang, aber die Schweiz hat noch so viel mehr zu bieten. Wenn du auf der Suche nach weiteren Ideen für Ausflüge mit der Familie bist, dann schau unbedingt in unsere grosse Sammlung: Über 50 Tagesausflüge und Wochenendtrips für Familien in der Schweiz — dort findest du Ziele aus allen Regionen, für jede Jahreszeit und jedes Wetter. Und wer noch etwas breiter sucht, findet in unserer Schweizer Reiseinspiration für Tagesausflüge, Wochenendtrips und Ferien noch mehr Ideen, die wir aus eigener Erfahrung empfehlen können.
*Einige dieser Städte habe ich durch eine Pressereise näher kennengelernt, andere habe ich auf eigene Faust besucht.*




























2 Comments
Nicole
6. August 2021 at 9:16Was für eine wunderbare Idee, die kleinen Städte der Schweiz vorzustellen. Es gibt so viel Schönes zu entdecken. 🙂 Ich habe deinen Artikel sehr gerne gelesen.
Herzliche Grüsse aus Baden 🙂
Nicole
Sarah
6. August 2021 at 21:08Danke dir, das freut mich. 🙂