Hanoi! Was du in Vietnams Hauptstadt gesehen haben musst

Hanoi hat den Ruf, laut, dreckig und unfreundlich zu sein. Ich finde: stimmt nicht. Laut ok, das mag ich gelten lassen, aber dreckiger ist die Stadt nicht als viele andere in Südostasien auch und unfreundlich sind mir die Menschen hier überhaupt nicht begegnet. Eher im Gegenteil, ich habe nur positive Erfahrungen gemacht.

Eines vorneweg: Hanoi ist eine kleine Stadt, hier leben 1.5 Millionen Menschen. Es gibt auch keine weltbewegenden Sehenswürdigkeiten, aber Hanoi ist dafür noch eine richtige südostasiatische Stadt. Es gibt zwar sehr touristische Viertel wie die Altstadt, das heisst hier aber noch lange nicht, dass die auch für die Touristen zurechtgemacht wurden. Hanoi ist wie es eben ist, ohne Schnörkel und Schleifen. Aber ich mag den Ort. Die Stimmung ist irgendwie rau, würzig und fordernd.

Fairerweise muss ich hier aber auch anmerken, dass ich eine Vorliebe für solche Orte habe. Andere Leute mögen das nicht und ich kenne viele, die Hanoi nicht sehr rühmen.

 

Was also gibt es hier zu sehen?

Altstadt

Die Altstadt ist das touristische Zentrum von Hanoi. Hier befinden sich die meisten Hostels und sonstige Angebote für Touristen. Es gibt ebenfalls einige Märkte, am interessantesten ist wohl der Nachtmarkt, der immer am Freitag, Samstag und Sonntag ab 19 Uhr in der Altstadt statt findet. Es gibt billige T-Shirts, die neusten Pop-Hits oder Fleischspiesschen – es ist alles zu finden. Die Strasse wird währenddessen für den Verkehr gesperrt. Tagsüber sind hier viele Geschäfte zu finden, die alles für den täglichen Bedarf anpreisen. Ebenso findet man hier billige Kleidung.

Die Altstadt in Hanoi

 

Französisches Viertel

Hier finden sich viele teure Modehäuser in unglaublich schicken Gebäuden. Das Opernhaus ist selbstverständlich auch im französischen Viertel. Das Herumschlendern lohnt sich allemal, obschon es etwas komisch ist, in einer so ruralen Stadt wie Hanoi all die Boutiquen der teuren internationalen Marken zu sehen. Sie passen irgendwie nicht so richtig hierher und sind meistens leer.

Französisches Viertel in Hanoi

Hoa Kiem See

Dieser See ist für Touristen wohl der bekannteste und der am einfachsten zu erreichende. Er liegt gleich zwischen Altstadt und Französischem Viertel und hat die perfekte Grösse, um gemütlich rundum zu schlendern. Hier spielt sich vor allem am Wochenende und am Feierabend das Leben im Zentrum ab. Es wird flaniert, gespielt, fotografiert und getratscht.

Hanoi

Ho Chi Minh Mausoleum und Museum

Diese beiden Orte sind für Hanoi und seine Bewohner sehr wichtig, wird doch ihr Nationalheld Ho Chi Minh hier aufbewahrt. Es gibt hier etwas spezielle Öffnungszeiten, der Besuch muss also wohl geplant sein. Der ganze Ho Chi Minh Komplex ist nur morgens für drei Stunden geöffnet, am Wochenende und Wochentags weichen die Zeiten etwas voneinander ab. Am Montag ist geschlossen. Am besten du erkundigst dich direkt in Hanoi über die aktuell gültigen Öffnungszeiten.

Der Leichnams von Ho Chi Minh wird jedes Jahr für einige Monate nach Russland gebracht, wo der Körper „restauriert“ wird. Um das Mausoleum und das Museum zu besuchen, ist angemessene Kleidung nötig (keine Shorts, Trägertshirts etc.)

Ho Chi Minh Mausoleum in Hanoi

Hoa Lo Gefängnis

Das Gefängnis dient heute als Museum und beschäftigt sich mit der Zeit vor 1954, als die Franzosen hier vietnamesische Patrioten und Revolutionäre gefangen hielten und folterten. Das Ganze wird sehr anschaulich gemacht, indem Gegenstände, die zur Folter benutzt wurden ausgestellt sind und die ehemaligen Zellen mit Puppen bestückt wurden.

Das Gefängnis wurde später während dem Vietnamkrieg zur Inhaftierung amerikanischer Kriegsgefangener benutzt und wird seitdem Hanoi Hilton genannt, um die angenehmen Haftbedingungen für Amerikaner zu verdeutlichen. In einem kleinen Teil wird diese Zeit des Gefängnisses dargestellt. Wie viel davon aber einfach nur Propaganda ist, sei dahingestellt. Man sieht Bilder von Amerikanern beim Fussballspielen, Kartenspielen, lachend rumalbern. Es mutet mehr wie ein Feriencamp an. Was davon nun wirklich der Wahrheit entspricht…

Hoa Lo Gefängnis in Hanoi

Literaturtempel

Der Literaturtempel ist ein konfuzianischer Anlagenkomplex, welcher das Hauptheiligtum Vietnams darstellt. Die ganze Anlage wurde 1070 erbaut und bis 1915 wurden hier die Söhne der Aristokratie unterrichtet. Der Literaturtempel beherbergte die erste Akademie des Landes sowie die nationale Universität. Das ganze Gelände umfasst 54000 m2. Die Besichtigung des Literaturtempels ist ein Muss und am aufschlussreichsten mit einem Führer, der direkt vor Ort engagiert werden kann.

Literaturtempel in Hanoi

Eisenbahn

Die Besonderheit in Hanoi ist, dass die Eisenbahnschienen mitten durch ein Wohnviertel führen. Oder die Häuser bis an die Schienen herangebaut wurden. Ich weiss nicht was zuerst da war, die Eisenbahn oder die Häuser. Laufe an der Phung Hung Strasse entlang und du wirst sehen was ich meine.

Es ist eindrücklich zu sehen, wie selbstverständlich sich das Leben auf den Schienen abspielt. Es wird gehandelt, gekauft, ein Schwätzchen gehalten, Wäsche rausgehängt…. Ein paar Mal pro Tag fährt dann der Zug vorbei, da wird dann eben kurzerhand alles reingeräumt.

Bahnschienen in HanoiEssen

Hanois Küche hebt sich stark vom Rest des Landes ab. Es gibt ganz eigene Spezialitäten, aber auch die vietnamweit bekannten Gerichte wie Phở, werden hier anders zubereitet als im Süden. Selbstverständlich gibt es auch hier überall Strassenküchen und der nächste Essensstand ist nie weit entfernt.

Essen in Hanoi

Mein Hanoi-Tipp

Wenn du noch nie couchsurfen warst, ist hier die beste Gelegenheit damit zu starten. Die Couchsurfing Community ist hier sehr gross und aktiv. Es ist einfach jemanden zu finden, mit dem man Unterkunft teilen kann oder aber auch Leute, die sich gerne in der Stadt treffen und einem die Besonderheiten Hanois näherbringen. Die vietnamesische Gastfreundschaft ist hier besonders deutlich zu spüren.

Couchsurfing in Hanoi

Warst du auch schon in Hanoi und hast einen besonderen Tipp parat? 

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1 Kommentar

  • Step sagt:

    sarah schön langsam wird es unheimlich, je länger ich deinen blog lese umso mehr stelle ich fest, dass wir offensichtlich in vielen dingen denselben geschmack haben……auch ich fand hanoi grossartig, trotz schlechten wetters. die athmosphäre, die authentizität, das chaos, die märkte – wunderbar! war eigentlich meine lieblingsstadt in vietnam, nicht so verwestlicht wie saigon zum beispiel.

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