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Gruyères mit Kindern: Schloss, Schokolade und Moléson

Updated 19. Juni 2026

Gruyères mit Kindern — das mittelalterliche Dorf im Freiburgerland gehört zu den schönsten Ausflugszielen der ganzen Schweiz. Ein Schloss wie aus dem Märchenbuch, Schokolade selber machen, Käse direkt an der Quelle verkosten und mit der Sommerrodelbahn den Moléson hinunterrasen. Hier wird Geschichte lebendig und die Kinder wollen gar nicht mehr weg.

Wir haben ein ganzes Wochenende in Gruyères verbracht, am Mittelalterfest im Schloss, im Maison Cailler in Broc und auf dem Moléson. Ich zeige dir was sich wirklich lohnt, was Kinder am meisten begeistert und wie du das Wochenende am besten planst.

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Da sind wir wieder! 10 Jahre später besuche ich das hübsche Dorf Gruyères erneut, doch diesmal mit Jürgen und den Kindern. Es gibt richtig vieles zu erleben in der Region im Freiburgerland. Aber in erster Linie sind wir hier, um am Mittelalterfest im Schloss Gruyères teilzunehmen.

Diese Ansicht gilt als Klassiker in Gruyères.

In Gruyères dreht sich alles um Schoggi und Käse!

Das Mittelalterfest mit KindernDie Kids interessieren sich sehr für Lebensweisen aus früheren Zeiten. Keltische Sagen, Griechische Gött:innen, Römische Herrscher oder eben das Mittelalter. Wie war das damals? Warum war es so und nicht anders?

So viele Fragen und daher ist das Mittelalterfest einfach perfekt. Hier können wir an einem realen Schauplatz erleben, wie sich das Zeitalter von Grafen, Burgfräuleins und Markttagen präsentiert hat.

Gruyères im Freiburgerland.

Zeitreise im Schloss Gruyères: Das Mittelalterfest mit Kindern

Schon beim Ankommen tauchen wir direkt ins Mittelalter ein. Ein Ritter steht am Eingangstor des Schlosses, hält Wache und begrüsst uns mit ernstem Blick. Die Kinder staunen und wir ehrlich gesagt auch. Es fühlt sich fast so, als wären wir in einer anderen Zeit gelandet.

Bevor das Fest beginnt, erkunden wir das Schloss selbst. Ich war schon mehrmals hier, und jedes Mal bin ich aufs Neue beeindruckt. Das Schloss Gruyères gehört für mich zu den schönsten und am besten erhaltenen Schlössern der Schweiz.

Die original eingerichteten Räume zeigen, wie hier früher gelebt wurde – mit alten Möbeln, Musikinstrumenten und Waffen. Besonders eindrücklich sind die Wandmalereien in den Sälen. Farbenfroh und voller Symbolik – sie faszinieren auch die Kinder, die beginnen, Figuren und Geschichten darauf zu entdecken. Bei den Fragen zu den verschiedenen Schlachten bin ich dann doch etwa überfragt.

Im Innenhof pulsiert das Leben des Mittelalterfests. Verkleidete Darsteller:innen bewegen sich zwischen den Besucher:innen. Edle Burgfräuleins, Ritter in glänzenden Rüstungen, Händler:innen und Handwerker. Mittelalterliche Musik erklingt, live gespielt auf historischen Instrumenten. Menschen tanzen traditionelle Reigen und wir machen begeistert mit.

Es wird gesponnen, gewebt, gekocht und gefeilscht. Das Fest ist ein lebendiges Schauspiel. Die Menschen hier leben das Mittelalter mit echtem Handwerk, echtem Wissen und echter Freude.

Die Kinder dürfen auf Eseln reiten, Hühner laufen quer durch den Hof, und an einem kleinen Stand können wir mit echten Federn auf Papier schreiben. An jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken.

Besonders spektakulär ist der Moment, als plötzlich ein „Dieb“ durch die Menge rennt und wenig später von den Schlosswachen gestellt wird. Eine inszenierte Szene natürlich, aber so gut gemacht, dass alle mitfiebern.

Die Darsteller:innen sind unglaublich freundlich und erklären geduldig, wie das Spinnen funktioniert oder was die Leute damals gegessen haben. Es ist ein Fest voller Leben und Geschichten. Für uns ist klar: Das Mittelalterfest zeigt auf eindrückliche Weise, wie lebendig Geschichte sein kann – gerade auch für Kinder.

Am Abend versammeln sich alle auf dem Hauptplatz des Dorfes. Es werden Spiele gespielt, alle fiebern mit und nach einem mittelalterlichen Konzert, findet der Tag am grossen Feuer mitten in Gruyères seinen Abschluss.

Genuss in Gruyères

Die Region um Gruyères ist aber nicht nur für das Schloss bekannt, sondern in erster Linie für seinen Käse. Und dazu kommt, dass auch das Maison Cailler ganz in der Nähe ist. Was wollen wir also mehr als Schoggi und Käse gleichzeitig? Vielleicht noch Meringues mit Doppelrahm?

Oh ja, wer Gruyères besucht, nimmt auch ein, zwei Kilos mehr nach Hause. Das lässt sich leider nicht umgehen.

Meringues mit Doppelrahm in Gruyères.

An einem Wochenende zweimal Fondue essen? Geht problemlos.

Maison Cailler Broc: Schokolade selber machen mit Kindern

Der Schokoladen-Champions Workshop

Wir fahren also nach Broc zum Maison Cailler, der berühmten Schweizer Schokoladenfabrik. Aber wir schauen nicht nur zu, wir machen selbst mit.

Im Workshop „Die Schokoladen-Champions“ stellen wir unsere eigene Schokolade her. Gemeinsam mit anderen Familien lernen wir, wie aus Kakaobohnen süsse Träume werden. Der Workshopleiterin erklärt alles kindgerecht und mit viel Fachwissen. Dann geht es los: giessen, verzieren, kreativ sein.

Jeder von uns gestaltet seine ganz persönliche Tafel Schokolade. Wir können unsere Deko auswählen. Nüsse, Streusel oder Trockenfrüchte sind die beliebtesten Zutaten. Die fertigen Kreationen lassen wir aushärten und dürfen sie natürlich mit nach Hause nehmen.

Wenn wir die Kinder fragen, was ihnen am besten gefallen hat an diesem ganzen Wochenende, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: „Der Schoggi-Workshop!“ Kein Wunder, es ist interaktiv, süss, kreativ und macht einfach riesig Spass.

Rundgang durch die Erlebniswelt der Schokolade

Anschliessend tauchen wir ein in den Rundgang durch die Erlebniswelt des Maison Cailler. Die Ausstellung ist wie ein Spaziergang durch die Geschichte der Schokolade – von den Ursprüngen bei den Maya bis zur modernen Schweizer Produktion.

Spannend ist auch der Einblick in die Live-Produktion, wo anschliessend Schokolade degustiert werden kann. Wir probieren uns durch verschiedene Sorten und essen natürlich viel zu viel Schoggi.

Maison du Gruyère: Die Schaukäserei hautnah erleben

Natürlich darf bei einem Besuch in Gruyères der Käse nicht fehlen – und zwar nicht nur auf dem Teller, sondern direkt an der Quelle. Deshalb besuchen wir das Maison du Gruyère, die Schaukäserei am Fusse des mittelalterlichen Städtchens. Sie liegt direkt am Bahnhof.

Hier erfahren wir auf spielerische und interaktive Art alles über die Herstellung des echten Gruyère AOP.

Gleich beim Eintreten bekommen wir ein kleines Gerät in die Hand, dass wir ans Ohr halten können. Es begleitet uns durch die ganze Ausstellung – mit Geschichten, Erklärungen und Geräuschen. Die Kinder finden es super, weil sie sich die Infos in ihrem Tempo anhören können.

Auch wir Erwachsene lernen viel über die Tradition, das Handwerk und die Besonderheiten des Gruyère-Käses. Und ehrlich gesagt: Der Gruyère AOP ist und bleibt mein Lieblingskäse.

An mehreren Stationen können wir selbst aktiv werden: Es gibt spannende Rätsel zu lösen, interaktive Infotafeln und sogar einen digitalen „Käseweg“, der zeigt, welchen Weg die Milch vom Stall bis in den Laib zurücklegt.

Besonders faszinierend ist der Blick in die echte Produktion: Durch grosse Fenster beobachten wir die Käser bei ihrer Arbeit. Wir sehen, wie der Käsebruch entsteht, wie gepresst wird – und wie die Laibe schliesslich ins Salzbad kommen.

Die Ausstellung ist gut gemacht, sehr schön gestaltet und sowohl für Kinder als auch für Erwachsene verständlich und unterhaltsam.

Das HR Giger Museum: Aliens mitten in der Schweizer Idylle

Wer denkt, Gruyères sei nur Käse und Kitsch, wird hier eines Besseren belehrt. Mitten im hübschen Städtchen befindet sich das HR Giger Museum und es könnte kaum surrealer wirken. Dunkle, organische Formen, Skelette, Aliens. Alles, was man in einem mittelalterlichen Schweizer Örtchen am wenigsten erwartet.

H.R. Giger war Schweizer Künstler und Oscarpreisträger, der das Design des Monsters aus dem Film Alien entworfen hat. Das Museum zeigt eine umfangreiche Sammlung seiner Werke: Gemälde, Skulpturen und Möbel, alle in diesem unverwechselbaren, düsteren Biomechanik-Stil.

Die Atmosphäre ist intensiv, die Bildsprache teils explizit erotisch. Deshalb empfehle ich das Museum erst ab etwa 16 Jahren. Für jüngere Kinder ist es schlicht zu viel, und auch für sensible Teenager kann es verstörend wirken.

Mein Rat: Entweder als Erwachsener alleine hingehen und die Kinder beim Schloss oder bei der Käserei lassen, oder warten bis der Nachwuchs älter ist und sich selbst dafür interessiert.

Alienskulptur vor dem H.R. Gyger Museum in Gruyères.

Alienskulptur vor dem H.R. Gyger Museum in Gruyères.

Was auf keinen Fall fehlen darf, egal mit wem du unterwegs bist: ein Stopp in der Giger Bar direkt gegenüber dem Museum. Die Stühle sind aus Wirbelsäulen geformt, die Decke aus Rippen und von den Wänden starren einem Kindergesichter entgegen.

Gruselig? Ja. Aber auf eine faszinierende Art, die man so schnell nicht vergisst. Einen Kaffee hier, danach Meringues mit Doppelrahm in der Sonne und die Schweizer Idylle holt einen wieder zurück.

Moléson: Sommerrodelbahn und Aussicht auf 2000 Metern

Am Sonntag steht der Moléson auf dem Programm, einer der bekanntesten Berge in der Region Gruyères. Er liegt praktisch vor der Haustür und ist auch mit Kindern super erreichbar. Wir steigen in Gruyères ins Postauto und fahren eine leicht kurvige, aber kurze Strecke zur Talstation – für die Kids also völlig entspannt machbar.

Direkt rechts von der Talstation liegt ein Freizeitpark für Familien. Minigolf, mehrere Hüpfburgen und das absolute Highlight: die Sommerrodelbahn. Wir fahren zigmal rauf und runter, immer wieder, bis die Bremsen glühen. Die Kinder jubeln, und wir messen uns sportlich in Sachen Geschwindigkeit. Wer fährt schneller, Jürgen oder ich?

Tja, ich muss es zugeben: Mein Titel als Raserkönigin ist futsch – Jürgen hat diesmal mehr Gas gegeben.

Nach diesem Adrenalinkick geht’s mit der Zahnradbahn hinauf zur Mittelstation und dann weiter mit der Gondel bis ganz nach oben auf den Moléson. Der Gipfel liegt auf gut 2’000 Metern über Meer und bietet eine grandiose Aussicht über das Freiburgerland und die Alpen.

Oben angekommen kehren wir zum Mittagessen ein. Mein Tipp: Wer dem Trubel entgehen möchte, sollte nicht genau zwischen 12 und 13 Uhr kommen – da kann es nämlich ziemlich hektisch werden, vor allem wenn Wandergruppen oder Vereinsausflüge gleichzeitig eintreffen. Etwas später ist’s deutlich entspannter.

Für Wanderfreudige gibt es am Moléson zahlreiche Routen und Trails für jedes Niveau. Wir entscheiden uns heute jedoch dafür, einfach nur die Aussicht zu geniessen. Danach treten wir gemütlich die Heimreise zurück nach Zürich an – mit dem Koffer voller Schokolade und Käse.

Hotel und Restaurant Tipps für Gruyères

Gruyères ist ein Paradies für alle Foodies, hier kann man es sich einfach gut gehen lassen. Natürlich haben wir auch Tipps für Übernachtung und Kulinarik mitgebracht.

  • Hôtel de Gruyères*, Ruelle des Chavaliers 7 : ein charmantes Haus mit rustikaler Einrichtung. Tolles Frühstück und freundliche Umgebung.
  • Le Saint Georges, Rue du Bourg 22 : leckeres Fondue, feiner Wein und eine tolle Sicht auf die umliegenden Berge.
  • Restaurant Le Chalet, Rue du Bourg 53 : traditionelle Schweizer Stube mit viel Holz, feinem Fondue und super tollen Meringue mit Glace.

Übernachten im Hôtel de Gruyères.

Unterwegs im schönen Dorf Gruyères.

Gruyères ist ein spezieller Ort. Alles wirkt stimmig und liebevoll gepflegt. Die Häuser mit ihren Schindeldächern, die gepflasterten Wege, die Blumenkästen an den Fenstern, es passt einfach alles zusammen, ohne bemüht zu wirken.

Manchmal überkommt mich das Gefühl, ich sei in einem lebendigen Bilderbuch gelandet. Irgendwie entschleunigt. Irgendwie besonders. Gruyères strahlt eine Ruhe und Schönheit aus, die man nicht leicht vergisst.

Gruyères mit Kindern: Praktische Reiseinfos

  • Anreise: Mit dem Zug ab Bern oder Freiburg bis Bulle, dann weiter nach Gruyères oder direkt mit dem Auto
  • Parkplatz: Grosser Parkplatz am Dorfeingang, kostenpflichtig
  • Schloss Gruyères: Eintritt CHF 13.- Erwachsene, CHF 5.- Kinder
  • Maison du Gruyère: Eintritt CHF 8.- Erwachsene, Kinder gratis. Familienpauschalpreis CHF 12.-
  • Maison Cailler Workshop: ab CHF 30.- pro Person, Voranmeldung nötig
  • Moléson Bahn + Rodelbahn: Kombibillet empfohlen
  • DayPass La Gruyère: Eintritt ins Schloss, Schaukäserei und Maison Cailler inkl. ÖV mit 30%, lohnt sich!
  • Tipp: Das HR Giger Museum erst ab ca. 16 Jahren empfohlen.

Hast du jetzt auch Lust auf einen Besuch von Gruyères?

Gruyères hat uns von der ersten Minute an verzaubert, diese Kulisse, der Käseduft in der Luft, die Kinder, die auf dem Kopfsteinpflaster herumtoben. Wenn du noch nicht weisst, was du danach kochen sollst: Stöbere durch unsere Schweizer Desserts, die du unbedingt einmal probiert haben musst, denn Greyerzer gehört in mehr als nur ein Fondue. Und falls du auf den Geschmack gekommen bist, die Schweiz abseits der grossen Städte zu entdecken, haben wir noch viel mehr für dich: Bei den schönsten Kleinstädten der Schweiz findest du ähnlich charmante Orte und in unserer grossen Sammlung mit Familienausflügen in der Schweiz wartet dein nächstes Abenteuer schon.

Disclaimer: Diese Reise fand im Rahmen einer Pressereise statt. Danke an Gruyère Tourisme für die Unterstützung.

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About Author

Am liebsten erkunde ich die Welt mit der ganzen Familie, egal ob vor der Haustüre in der Schweiz oder am anderen Ende der Welt. Mein Herz schlägt für Hawaii, Vermicelles und am liebsten bin ich im Wasser, sei es beim Surfen oder beim Tauchen.

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