Fernweh – hört das eigentlich nie auf?

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Wer von euch auch zu den ewig Fernwehgeplagten gehört, kennt den Gedanken. Immer und überall begleitet es einem, langes zu Hause bleiben geht kaum und sich ein Leben ohne Reisen vorzustellen schon gar nicht.

F E R N W E H

Der deutsche Duden misst dem Wort eine nicht all zu grosse Bedeutung zu und definiert mit “Sehnsucht nach der Ferne, nach fernen Ländern”.

Als Synonyme werden “Reiselust, Sehnsucht und Verlangen” genannt.

Der Aufbruch in fremde Welten.

Der Aufbruch in fremde Welten.

Spannend ist, dass in vielen weiteren Sprachen kein Wort für Fernweh existiert. Es gibt ähnliche Begriffe, die Spanier zum Beispiel leiden unter “nostalgia de pai­ses lejanos”, die Portugiesen ganz ähnlich unter “saudades de longes terras” und die Niederländer reden von “verlangen naar der verte”. Meiner Meinung drückt das aber nicht dasselbe aus wie das deutsche “Fernweh”. Das Wort Fernweh hat einen ganz eigenen Geschmack, eine eigene Farbe und wird von einem exotischen Duft umweht.

Im Englischen kann Fernweh mit “itchy feet” übersetzt werden, was eigentlich nicht viel anderes heisst, als dass es einem “in den Füssen juckt”. Wie wir im Deutschen Anglizismen verwenden, gibt es im Englischen den Germanismus. Das deutsche Wort “Wanderlust” wurde um 1900 durch die Jugendbewegung  in die englische Sprache übernommen (Quelle: Wikipedia). Auch in anderen Sprachen wie Italienisch, Dänisch oder Irisch wurde Wanderlust als Begriff für Fernweh übernommen.

Ob man es nun Fernweh, Reise- oder Wanderlust nennen will, man liebt es und verflucht es abwechslungsweise. Wenn es wirklich ausgeprägt ist, bestimmt es einen grossen Teil des Lebens, des Denkens und Handeln. Je nach Situation und Lebensweg verhilft es einem zu wunderlichen Abenteuern oder hindert einem an einem konventionellen Leben.

Ja was den nun? Ist das nun was gutes oder schlechtes? Meine Meinung: das Beste was mir passieren konnte. Ich bin froh damit geboren zu sein (oder es erlernt zu haben?). Es hindert mich daran ein 08/15-Leben zu bestreiten. Es zwingt mich immer wieder von neuem weiter zu gehen, in die Welt hinaus zu wandern, nicht stehen zu bleiben.

Fernweh ist ein unstillbares Verlangen, eine Sehnsucht nach dem Aufbrechen und dem Weggehen, wie eine Droge die sich fast zu körperlichem Schmerz manifestiert. Für jemanden der Fernweh nicht kennt, hört sich das wohl sehr übertrieben an. Aber jede und jeder der diese Sehnsucht in sich trägt, weiss genau wovon ich spreche.

Was meinst du dazu? Kennst du das Gefühl, bist auch du einer der Fernwehgeplagten? Oder fühlst du dich in deinen vier Wänden am wohlsten und kannst das überhaupt nicht verstehen? Ich freue mich auf deine Ansichten!

9 Kommentare

  • Oh man, du sprichst mir aus der Seele! Allein bei deiner Überschrift wusste ich, dass es mich genauso betrifft wie dich!
    Ein Artikel darüber liegt auch schon seit längerer Zeit angefangen herum. Wenn das Fernweh wieder stärker wird, schreibe ich ihn zu Ende. Momentan geht’s ^^
    Noch drei Monate sind eine absehbare Zeit – also, stay strong und freu dich wie ein Wombat drauf!!!!

    Liebe Grüsse,
    Corinna

    • Sarah sagt:

      Hi Corinna, vielen Dank. Ja, Fernweh ist so eine Sache für sich. Aber ich muss zum Glück nicht mehr “leiden”, denn der Artikel hab ich schon vor ein paar Monaten geschrieben. Daher muss ich auch nicht mehr warten, sondern bin bereits unterwegs! 🙂

  • Sabrina sagt:

    Hallo,
    der Artikel spricht mir aus der Seele. Ich kenne das Gefühl nur zu gut und habe den Text regelrecht verschlungen.

    Bitte mehr davon!

    Grüsse
    Sabrina

  • Janine sagt:

    Der Frühling ist da und damit kommen auch die Frühlingsgefühle. Meine sehnen sich aber nicht nach “Liebe” sondern nach Reisen. Ich möchte meine Sachen packen und einfach nur losfahren. Und ja, diese Sehnsucht löst körperliche Schmerzen aus!

  • […] wie sich diese Momente anfühlen. Diese Gefühle gehen noch viel tiefer und sind weit mehr als nur Fernweh. Mittlerweile habe ich diese Momente aber akzeptiert und begriffen, dass sie ein Teil von mir sind […]

  • Nat sagt:

    Ich habe manchmal das Gefühl, dass mich kein Mensch versteht. Gerade meine liebsten denken ich steigere mich in etwas hinein. Oft wird es als undankbar abgestempelt. Keiner versteht diese wirklich schmerzhafte Sehnsucht, die immer schon da war. Sooft habe ich versucht mich einzugliedern. Eine schöne Wohnung und die Familie um mich herum. Schöner geht es doch nicht oder? und dann ist da wieder dieser Schmerz der entsteht wenn man nur einen Clip über den Regenwals,andere Kulturen usw. sieht und alles in mir will auf und davon!

    Am allerschwersten ist es das mein Mann es nicht versteht. Mittlerweile haben wir beschlossen, dass ich sonts ab und zu einfach auch mal alleine los muss wenn er nicht mit möchte.

    • Glaube mir, es gibt unendlich viele Menschen da draussen, denen es genau so geht wie uns beiden. Und wenn du ab und zu alleine losgehst, ist das doch ein perfekter Kompromiss. Alleine Reisen ist sowieso etwas vom grössten dass es gibt…!

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