Österreich

Fahrradtour Seefeld mit Kindern: Unser Ausflug ins Gaistal

Familie mit dem Fahrrad unterwegs im Gaistal.

Eine Fahrradtour mit Kindern kann wunderschön sein und gleichzeitig ziemlich anders laufen als geplant. Genau so war es bei unserer Fahrradtour in Seefeld mit Kindern.

Wir wollten mit den Rädern zur Tillfussalm fahren. Am Ende gab es ein steiles Stück gleich am Anfang, eine geschlossene Alm und auf der Rückfahrt sogar noch einen Kettenriss.

Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb ist uns diese Tour besonders in Erinnerung geblieben.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Strecke: Parkplatz Salzbach in Leutasch bis Tillfussalm -> 4,8 km, 182 Höhenmeter, Schwierigkeit leicht. Insgesamt rund 10 Km
  • Achtung: Gleich zu Beginn wartet ein steiles Stück, danach wird es deutlich flacher
  • Fahrradverleih: Sport Norz, Weidach 318c, 6105 Leutasch
  • Anfahrt: Mit dem Auto direkt zum Parkplatz Salzbach oder mit dem Regiobus 433
  • E-Bike: Nicht für jedes Kind geeignet, Mindestgrösse beachten
  • Achtung Ruhetag: Die Tillfussalm hat montags geschlossen, deshalb sind wir auf die Gaistalalm ausgewichen
  • Am Ziel bzw. Ausgangspunkt: Kneippfad und Spielplatz beim Parkplatz Salzbach
  • Bargeld mitnehmen, auf den Almen ist keine Kartenzahlung möglich

Packliste für Kinder: Was bei unserer Velotour dabei war

Wer mit Kindern unterwegs ist, weiss: Kaum fährt man los, braucht plötzlich jemand genau das, was man natürlich zu Hause liegen gelassen hat. Bei uns ist es jedenfalls regelmässig so.

Deshalb hier unsere kleine Packliste für eine Velotour mit Kindern:

  • Genug Wasser und Snacks: Nüsse, Trockenfrüchte oder Sandwiches sind praktisch. Und ja, ein bisschen Schoggi oder Traubenzucker darf bei uns auch mit.
  • Ein kleines Verbandszeug-Set mit Pflastern, Desinfektionsspray und einer elastischen Binde. Gerade auf Schotterwegen kann ein Sturz schnell einmal passieren.
  • Sonnencreme. Auch ein Sonnenhut ist von Vorteil während den Pausen am Fluss.
  • Badekleidung, wenn ihr nicht nur die Füsse ins Wasser halten wollt.
  • Bargeld für die Einkehr auf der Alm. Kartenzahlung ist oft nicht möglich.
  • Ein kleines Fahrrad-Erste-Hilfe-Set ist kein Muss, kann aber Gold wert sein: Multitool und Ersatzschlauch sind auf Forstwegen zumindest keine schlechte Idee.

Blume am Wegesrand.

Anfahrt: Mit dem Auto zum Parkplatz Salzbach

Wir fahren mit dem Auto zum Parkplatz Salzbach. Er ist der offizielle Ausgangspunkt der Tour und deshalb für uns die unkomplizierteste Variante.

Wer ohne Auto unterwegs ist, kann auch den Regiobus 433 nehmen. Er fährt von Seefeld über Leutasch Weidach bis zur Haltestelle Leutasch Gaistal/Salzbach. Mit der Gästekarte der Region ist die Fahrt sogar kostenlos.

Fahrräder können je nach Auslastung kostenlos mitgeführt werden, falls vorhanden auch auf dem Heckträger des Busses.

Die Verbindung ins Gaistal fährt allerdings saisonal und nicht das ganze Jahr. Deshalb würde ich vor der Abfahrt kurz den aktuellen Fahrplan anschauen.

Unsere Fahrräder haben wir vorher bei Sport Norz in Leutasch ausgeliehen und sie bereits ein paar Wochen vorher reserviert.

Fahrräder vor der Verleihstation von Sport Norz in Leutasch.

E-Bike oder normales Fahrrad?

An diesem Tag sind wir tatsächlich die einzige Familie ohne E-Bikes. Das hat einen einfachen Grund: Unsere Kinder sind mit 6 und 8 Jahren noch zu klein für die verfügbaren E-Bikes.

In Österreich gibt es zwar kein Mindestalter für E-Bikes, aber bei vielen Verleihstationen eine Mindestgrösse. Mir ist das eigentlich recht so, denn die Kids mit E-Bikes rumfahren zu lassen, wäre mir in dem Alter doch zu gefährlich.

Noch ein Punkt, den man mit Kindern in Österreich im Hinterkopf haben sollte: Für Kinder unter 12 Jahren gilt grundsätzlich Helmpflicht (was ja eigentlich bei allen selbstverständlich sein sollte). Beim Fahren im öffentlichen Verkehr müssen sie ausserdem von einer erwachsenen Person begleitet werden, sofern sie nicht bereits den Radfahrausweis haben.Fahrrad mieten in Leutasch.

Steiler Start der Bike-Tour ins Gaistal

Kaum verlassen wir den Parkplatz Salzbach, ist es auch schon vorbei mit dem gemütlichen Einrollen, denn gleich am Anfang geht es richtig steil nach oben.

Das ist tatsächlich der schwierigste Teil der ganzen Tour. Unsere Kids müssen teilweise schieben und wir oft ein bisschen motivieren. Die vorbeifahrenden Radler sind teils aber mega herzig und feuern sie an. Nach diesem ersten Stück wird es aber wesentlich entspannter.

Danach führt der Weg über Bergwiesen und durch schattige Waldabschnitte entlang der Leutascher Ache. Die Strecke ist dann flacher und gut zu fahren.

Nach dem steilen Stück würde ich heute nicht mehr einfach weiterfahren, sondern den Kids eine erste längere Pause gönnen. Haben wir leider nicht gemacht….

Familie mit dem Fahrrad unterwegs im Gaistal.

Pause an der Leutascher Ache

Die erste grössere Pause machen wir auf halber Strecke an der Leutascher Ache. An einem Flachen Stück legen wir die Fahrräder nieder, ziehen die Schuhe und Socken aus und geniessen das eiskalte Wasser. Es fühlt sich grossartig an!

Bei unseren Bergtouren gehört eine solche Wasserpause inzwischen fix dazu.

Ruhetag auf der Tillfussalm

Unser eigentliches Ziel ist die Tillfussalm. Mit letzter Motivation kämpfen sich die Kids das letzte Teilstück zur Alm hoch. Blöd nur: Als wir dort ankommen, steht die Almhütte verdächtig verlassen da. Wir bemerken, dass das Restaurant auf der Tillfussalm am Montag Ruhetag hat.

Zum Glück ist das Gaistal als «Tal der Almen» bekannt und ganz in der Nähe gibt es eine Alternative. Wir fahren also stattdessen zur Gaistalalm und im Nachhinein stellt sich das als Glücksfall heraus.Ruhetag auf der Tillfussalm, hier Blumen und im Hintergrund ein Haus.

Die Gaistalalm

Wir ergattern uns tatsächlich die letzten Plätze auf der Alm und bestellen und ein herzhaftes Mittagessen, was für die Kinder dringend nötig ist.

Das ist etwas vom faszinierendsten an Kindern: Sie haben wirklich immer Hunger und manchmal muss von jetzt auf sofort Essen her. Auch jetzt. Die Fahrradtour hat hungrig gemacht.

Wegweiser zur Gaistalalm.

Ich bestelle mir eine feine Almrösti und in dieser Kulisse schmeckt sie sogar noch besser, als sie schon aussieht. Der Rest der Familie freut sich am Schnitzel und wir geniessen jeden Bissen.

Obwohl die Tour hin und zurück nur gerade 10 Km beträgt, ist es doch irgendwie anstrengend. Es ist heiss, es ist teils steil und wir machen das zum ersten Mal.

Die Umgebung ist sensationell schön, aber die Kids brauchen teils dauernd Motivation. Wir sind froh, dass wir für den Anfang keine längere Tour gewählt haben.

Feine Rösti mit Spiegelei auf der Gaistalalm.

Wenn die Kinder unterwegs keine Lust mehr haben

Eine Velotour mit Kindern sieht auf Instagram natürlich immer ziemlich idyllisch aus. In echt gibt es zwischendurch aber auch die Momente, in denen niemand mehr weiterfahren möchte.

Bei uns passiert das besonders gerne dann, wenn der Hunger kommt oder ein Anstieg länger ist als erwartet.

Was bei uns hilft:

  • Nicht ständig vom grossen Ziel reden, sondern kleine Etappen machen. «Bis zur nächsten Kurve» funktioniert oft besser als «Wir müssen noch bis zur Alm».
  • Lieber eine kurze Pause machen, bevor die Stimmung komplett kippt.
  • Snacks griffbereit haben. Ein Stück Traubenzucker oder ein Riegel kann manchmal erstaunlich viel verändern.
  • Bei wirklich steilen Stellen einfach schieben. Es muss niemand beweisen, dass er den ganzen Berg fahren kann.
  • Auf dem Weg kleine Dinge entdecken: einen Bach, eine Kuh, einen besonderen Baum oder einfach die Aussicht.
  • Ehrlich sagen, wie weit es noch ist. Kinder merken ziemlich schnell, wenn «nur noch ein kleines Stück» dann doch noch ewig dauert.
  • Und als Eltern: Die eigenen Erwartungen drosseln und Meltdowns, lange Pausen und Kinder, die nicht so begeistert sind, mit einplanen

Jürgen fährt mit dem MTB ins Gaistal.

Zurück am Parkplatz: Kneippweg, Spielplatz und ein Kettenriss

Die Rückfahrt verläuft etwas gemütlicher, da es grösstenteils abwärts geht. Ich fahre also vor, die Kids hinter mir, doch als wir in der Kurve warten, kommt Jürgen für einige Zeit einfach nicht. Was ist denn jetzt wieder los?

Nach fünf Minuten kommt er um die Kurve und schiebt das Mountainbike vor sich hin: Die Kette ist gerissen! Immerhin ist es auf dem letzten Teilstück passiert und es geht vor allem runter, so dass er das letzte Teil einfach ohne Kette fahren kann.

Doch das passt ein bisschen zu dieser ersten Familien-MTB-Erfahrung mit ein paar Hindernissen.

Wieder zurück am Parkplatz, ziehen sich die Kids erstmals auf den Spielplatz zurück, stauen Wasser und spielen im Sand. Sie haben das super gemacht und sich diese letzte Pause definitiv verdient.

Wir laufen währenddessen über den kleinen Kneippweg, was wir als tollen Abschluss empfinden.

Unser Fazit: Gerade die ungeplanten Momente bleiben hängen

Die Fahrradtour ins Gaistal gehört für uns zu den schönsten Erlebnissen unserer Seefeld Reise. Dies nicht, weil alles perfekt gelaufen wäre, aber weil es doch eine neue, eigene Erfahrung ist.

Der steile Start, die geschlossene Tillfussalm, der spontane Abstecher zur Gaistalalm und am Ende noch der Kettenriss: so hatten wir das nicht geplant.

Aber genau solche Tage sind es oft, an die wir uns später am liebsten erinnern. Bereits jetzt sorgt der Rückblick auf das Stimmungstief beim ersten Aufstieg für Lacher daheim.

Beeren am Wegesrand.

Und wir haben dabei auch wieder gemerkt, wie unterschiedlich unsere Kinder sind. Während eines unserer Kinder total im Mountainbiken aufgeht und mit leuchtenden Augen die letzten Kilometer fährt, ist das andere deutlich weniger begeistert.

Auch das gehört für uns zu einem Familienurlaub dazu: Nicht alles muss allen gleich viel Spass machen, aber es ist schön, wenn wir diese Erlebnisse zusammen teilen können. Manchmal braucht es einen Umweg oder einen Plan B.

Ob du am Ende bei der Tillfussalm oder wie wir bei der Gaistalalm landest: Das Gaistal selbst ist wunderschön und eine tolle Gegend für eine Velotour mit der Familie, auch für das erste Mal.

Eine Übersicht mit Karte zur MTB-Tour findest du bei Seefeld Tourismus.

Hast du auch schon Fahrrad-Ferien in Seefeld gemacht?

Mehr Tipps für den Familienurlaub findest du in unserem Artikel Seefeld mit Kindern: Familienurlaub auf Tirols Hochplateau und wenn du tiefer in die Kulinarik Tirol eintauchen willst, erfährst du in Diese Tiroler Spezialitäten musst du probiert haben nach was du Ausschau halten solltest.

Und wenn du noch mehr Outdoor-Sportarten suchst findest du im Artikel Aktivurlaub in Tirol jede Menge Vorschläge.

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About Author

Am liebsten erkunde ich die Welt mit der ganzen Familie, egal ob vor der Haustüre in der Schweiz oder am anderen Ende der Welt. Mein Herz schlägt für Hawaii, Vermicelles und am liebsten bin ich im Wasser, sei es beim Surfen oder beim Tauchen.

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