Es muss nicht immer der grosse Ausflug sein. Manchmal reicht ein langer Spaziergang durch den Wald, eine flache Runde um den See, ein Weg mit einem Ziel am Ende – einem Bach, einer Hütte, einem Spielplatz.
Gerade mit Kindern suche ich genau das: etwas, das sich lohnt, ohne dass man dafür um 6 Uhr aufstehen oder wochenlang planen muss. Diese Wanderungen hier sind meine persönlichen Favoriten dafür. Kreuz und quer in der Schweiz verteilt, die meisten kinderwagentauglich, alle mit dem ÖV erreichbar und alle aus eigener Erfahrung.
Update des Artikels: März 2026
Der Apfelweg in Altnau
Eine der grossen Überraschungen der letzten Jahre war die Entdeckung des Kantons Thurgau. Diese Ecke der Schweiz habe ich immer links liegen gelassen, was sich als Fehler herausstellen sollte. Mostindien, wie der ländliche Kanton auch genannt wird, ist besonders im Frühling wunderschön. Mittlerweile haben wir einiges im Kanton bereist.
Ganz besonders gut gefallen hat mir der Apfelweg in Altnau. Rund ums Dorf gibt es drei Wege, die von den Maskottchen Lisi, Emma und Fredi begleitet werden. Infotafeln erklären die Arbeit der Obstbauern, verraten einiges über unsere liebsten Früchte und das Dorf Altnau. Ganz besonders schön ist die gemütliche Wanderung durch die Obstplantagen im Frühling, wenn die „Bluescht“ da ist. Wenn das ganze Land in voller Blütenpracht steht, kann man sich nur verlieben!
Anreise: Mit dem Zug oder Auto bis Altnau. Alternativ auch mit dem Kursschiff ab Romanshorn. Der Weg startet 500 Meter vom Bahnhof entfernt und ist ausgeschildert.
Dauer: Drei mögliche Rundwege von zwei, drei oder vier Kilometern, die sich auch verbinden lassen. Dauer 1-2 Stunden.
Geeignet für: Familien und Geniesser, kinderwagentauglich.
Extratipp: Plane einen Abstecher an den Hafen von Altnau mit ein. Der 270 Meter lange Steg ist eine Augenweide und wenn das Wetter mitmacht, steht nichts einem Sprung in den Bodensee im Wege.
Weiterführende Infos von mir im Artikel zu unserem Thurgauausflug.
Der Chriesi-Bluescht-Weg in Zug
Die Kirschblüte ist nicht nur in Japan bekannt. Auch hierzulande gibts wunderschöne Orte, um die Blütenpracht zu erleben. Bekannt dafür ist auch Zug, es gibt sogar eigens ein „Bluescht-Telefon“, wo man jeweils genaue Infos kriegt, wann die Blütenpracht am besten zu sehen ist. Eine Spaziergang lohnt sich hier aber auch zu jeder anderen Jahreszeit.
Kaum geparkt, zieht es uns auch schon an den See, wo wir die Idylle mit den Bergen im Hintergrund geniessen. Durch die hübsche Altstadt laufen wir der Zugerbergstrasse entlang, vorbei an der Kirche St. Michael, bis wir in eine der kleinen Landsträsschen abbiegen.
Hier kommen wir an wunderschön blühenden Apfelbäumen vorbei, die Kühe grasen und die Szenerie wirkt schon fast ein wenig kitschig. Unterwegs lassen wir uns auf den Biohöfen inspirieren und nehmen fruchtige Konfitüre mit nach Hause. Über Friedbach laufen wir wieder zurück nach Zug – immer schön den See im Blickfeld.
Anreise: Mit dem ÖV bis Zug, von dort zu Fuss machbar. Alternativ mit dem Auto, Parkplätze in der Stadt.
Dauer: Je nach Ausdehnung des Spaziergangs 1-2 Stunden.
Geeignet für: Familien und Sonntagsspaziergänger, kinderwagentauglich.
Extratipp: Die Zugerkirschtorte solltest du dir nicht entgehen lassen. Du findest wahrscheinlich in jeder Beiz in und um Zug ein Stück davon – wo es denn nun die Beste gibt, auf die Diskussion will ich mich gar nicht einlassen.
Am Walensee von Weesen nach Betlis und zurück
Gemütlich schippern wir mit dem Schiff von Weesen nach Betlis. Bereits auf dieser kurzen Fahrt zeigt sich die Schönheit der Umgebung. Blau schimmerndes Wasser, steile Bergkanten am Ufer des Sees und strahlender Sonnenschein versetzen mich zeitweise an weit entfernte Orte auf dieser Welt.
An der Anlegestelle gehen wir ein paar Schritte nach links und lassen die Mitfahrenden passieren. Sobald die Menschen in alle Richtungen verteilt sind, haben wir freie Bahn. An einem schönen Tag am Wochenende herrscht hier reges Treiben. Die Route ist keine Unbekannte, obwohl die meisten Menschen hier wohl die längere Wanderung bis nach Amden angehen.
Wir laufen gemütlich und langsam zurück nach Weesen. Der Weg führt direkt am See entlang und bietet immer wieder Plätze für eine Pause am Wasser. Die Route ist fast alles Teerstrasse, wo aber auch hin und wieder Autos entlang fahren und es etwas mühsam sein kann, auszuweichen. Die Strasse ist eng und hat einige Kurven. Für Kids ist hier ein Gefährt, etwa ein Laufrad, ganz nützlich.
Anreise: Mit Zug bis Ziegelbrücke, weiter mit dem Bus bis Weesen See (3 Stationen). Parkplätze gibt es direkt an der Schiffsanlegestelle.
Dauer: ca. 45 Minuten, rund 3 Km.
Geeignet für: Schiffeliebhaber und Tagesausflügler. Kinderwagen problemlos möglich. Ältere Kinder nehmen für den Rückweg das Trotti oder Laufrad mit.
Extratipp: Gleich oberhalb von Betlis stürzen die Serenbachfälle in die Tiefe. Sie sind zu Fuss gut erreichbar, der Weg ist aber nicht kinderwagentauglich. Hier hin, bedingt durch den Weg, nur mit älteren Kids oder Baby im Tragetuch. So habe ich es auch gemacht.
Von Champ du Moulin nach Bourdry durch die Areuse-Schlucht
Als wir uns das erste Mal in Vanlife versucht haben sind wir an einem verlängerten Wochenende durch den Jura gefahren. Da haben wir auch diese spezielle Wanderung in Angriff genommen.
Die Areuse-Schlucht kann beliebig lang erwandert werden. Wir haben uns für den Teilabschnitt von Champ du Moulin (Brot-Dessous) nach Boudry entschieden. Den Van haben wir am Bahnhof von Champ du Moulin geparkt und sind direkt losgelaufen. An einem sonnigen Tag wie diesem ist die Strecke herrlich. Wir kriegen kleine Wasserfälle, Bachläufe und immer wieder schöne Aussichten zu Gesicht. Teils gibt es einige knifflige Teilabschnitte, wegen denen ich die Wanderung bei Regen oder mit ganz kleinen Kindern nicht empfehlen kann. Wir sind mit Baby im Tragetuch unterwegs und das klappt bestens.
Wir überqueren ab und zu eine Brücke, die immer wieder neue Einblicke in den Wasserlauf bieten. Die Areuse-Schlucht ist tatsächlich ein Highlight in der Region.
Anreise: Mit dem Auto oder Zug bis Bahnhof Champ du Moulin.
Dauer: rund 2 Stunden, 8 Km.
Geeignet für: Trittsichere Wanderer und alle, die im Sommer Abkühlung suchen. Nicht kinderwagentauglich.
Extratipp: Wer etwas ambitionierter ist, kann die Strecke auch gut mit der Wanderung auf den Creux du Van kombinieren. Die Gemütlichen können aber auch einfach rauffahren.
Mehr Infos zum Jura und dieser Wanderung findest du im Artikel zu unserem Van-Trip.
Von Stein am Rhein zur Burg Hohenklingen
Eine wunderschöne Rundwanderung, die direkt im Städtchen Stein am Rhein startet. Es geht am Untertor hinaus Richtung Hemishofen, durch einen Rebhang und den Wald, bis zum Aussichtspunkt Wolkenstein. Die Fernsicht hier ist phänomenal.
Das trifft auch auf den weiteren Weg über Zieglerhäuli, Ergeten bis zur Burg Hohenklingen zu. Immer wieder erhaschen wir tolle Aussichten auf die Rheinlandschaft und die Stadt.
In der Burg Hohenklingen erwartet uns schlussendlich das Burgrestaurant, wo wir uns mit einem grossen Coupe verwöhnen lassen und den Weg runter nach Stein am Rhein wieder in Angriff nehmen. Ein wunderbarer Rundweg!
Anreise: Mit Zug oder Auto bis nach Stein am Rhein. Kostenpflichtige Parkplätze in der Stadt.
Dauer: Rund 2:50, 8.8 Kilometer.
Geeignet für: alle die Fernsicht und spektakuläre Aussichten lieben. Nicht kinderwagentauglich.
Extratipp: Stein am Rhein ist ein sympathisches Städtchen. Unbedingt nach der Wanderung einige Zeit einplanen und die herrlichen Häuser anschauen, Kaffee trinken und die Stadt geniessen.
Rund um den Schwerzsee (und ins Brecca-Tal)
Eigentlich wollen wir ja nur den Rundweg um den Schwarzsee gehen und in der Alp Hubel Rippa einkehren. Das machen wir auch, der Rundweg ist trotz Regen schön – oder vielleicht gerade deswegen. Der Schwarzsee ist ein beliebtes Ausflugsziel und an diesem nieseligen Tag haben wir den See ganz für uns.
Der Hexenweg führt rund um den Schwarzsee, inklusive einem Schlenker zum Wasserfall. Der Weg ist kinderwagentauglich und ein perfektes Ausflugsziel für die ganze Familie.
Unterwegs entschliessen wir uns spontan, noch weiter zum Brecca-Schlund zu wandern. Das empfehle ich für alle mit Grundkondition, denn der Aufstieg vom Schwarzsee ist steil und anstrengend. Oben angekommen sind wir völlig überwältigt von der Schönheit, die sich uns bietet. Das wild-romantische Tal macht uns sprachlos, es herrscht die perfekte, wilde Idylle.
Anreise: Mit dem Zug bis Fribourg, von dort mit dem Bus 50 Minuten bis zum Schwarzsee. Parkplätze direkt beim See vorhanden.
Dauer: Spazierweg um den See rund 2 Stunden, 4.4 Km. Mit dem Abstecher zum Brecca-Schlund werden aus 2 schnell einmal 4 Stunden.
Geeignet für: Der Rundweg um den Schwarzsee ist für die ganze Familie, auch für die ganz Kleinen und Kinderwägen geeignet.
Extratipp: Einkehr in der Alphütte Hubel Rippa. Leckere, kalte Plättli und Meringues mit Rahm.
In meinem Artikel zum Schwarzsee-Rundweg findest du noch mehr Infos dazu.
In den Rebbergen am Genfersee
Zu den schönsten Gegenden der Schweiz gehören zweifelsohne die Weinterrassen von Lavaux. Durch die Rebberge lassen sich wunderschöne Spaziergänge machen. Natürlich gehört auch die Degustation von Wein dazu, wozu sich in den vielen Kellereien am Weg reichlich die Gelegenheit bietet.
Ich bin schon ein paar Mal in dieser Gegend gewandert, allerdings ohne wirkliche Route, sondern kreuz und quer durch die Rebberge. Das ist in den Lavaux durchaus möglich. Natürlich darfst du aber etwas mehr planen als ich. Mein Vorschlag: von Lutry nach Rivaz. Das sind gemütliche 8 Kilometer und 2 Stunden.
Anreise: Die Ortschaften sind alle einfach per Auto oder Zug zu erreichen.
Dauer: ganz individuell, je nach Route.
Geeignet für: Weinliebhaber und alle, die sich wie in den Ferien fühlen wollen. Nicht kinderwagentauglich.
Extratipp: Besonders schön ist ein Ausflug im Herbst während der Traubenernte. Die Hänge schillern dann in allen Farben und der Duft des Weins liegt in der Luft.


























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