Die Spitze Borneos. Oder das Ende der Welt.

Ich stehe an der nördlichsten Spitze von Malaysia und irgendwie fühle ich mich hier sogar wie am Ende der Welt. Jedenfalls glaube ich, dass man sich dort so fühlt, wo auch immer das ist. Dieser Platz lässt mich klein dastehen, zu wild und zu geschichtsträchtig ist er. Hier trifft die Sulusee auf das Südchinesische Meer und hier hat auch Ferdinand Magellan während seiner Weltumsegelung seine Flotte 42 Tage ankern lassen.

Die Spitze Borneos

Ich verliere mich in der Weite des Meeres und meine Gedanken schweifen ab. Touristen kommen und gehen, schiessen ihre Bilder, posieren hübsch und weniger hübsch. Von hier geht es nirgendwo hin, man kann nur wieder den Weg zurückkehren, den man gekommen ist. Das Gefühl bleibt die ganzen Tage die ich hier verbringe. Ich fühle mich irgendwie verloren, aber auf eine gute Art und Weise. Irgendwie bedeutungsvoll. Bilde ich mir jedenfalls ein.

Die Spitze Borneos

Die Natur ist in dieser Umgebung einfach spektakulär. Alle Wörter die mir einfallen sind Superlativen. Anders lässt sich die Umgebung nicht beschreiben. Die Strände sind einsam und verlassen, kilometerlang. Es gibt duzende davon. Es fällt schwer, mich zu entscheiden, welchen ich den heute besuchen will. Aber eigentlich ists egal, denn schön sind sie alle. Und alleine bin ich sowieso.

Strand an der Spitze von Borneo

Das Inland ist wild und mit Wald bedeckt. Auch dieser kann natürlich erforscht werden. Am besten man mietet sich einen Tag lang ein Mountainbike und erkundet so die Umgebung. Zu sehen gibts jedenfalls viel. Mit ein bisschen Glück und der richtigen Tageszeit, lassen sich hier auch Tiere beobachten. Dazu fragt man aber am besten bei Einheimischen für die richtigen Aussichtspunkte nach. Am besten geeignet ist wahrscheinlich eine Bootstour durch die Mangrovenwälder.

Die Spitze Borneos

Einen wunderschönen Platz zum Übernachten habe ich hier im „Tampat Do Aman“ gefunden. Dieser Platz wird vom Engländer Howard und seiner malaysischen Frau mit Herzblut geführt. Sie tun alles für ihre Gäste und lesen ihnen die Wünsche von den Augen ab. Die beiden haben einen wunderschönen und speziellen Platz gestaltet. Übernachtet wird traditionell in einem Langhaus und alles funktioniert sehr umweltgerecht. Sogar die Toiletten sind kompostierbar. Es lassen sich hier ohne Probleme einige sehr entspannende Tage verbringen.

Tampat Do Aman in Borneo

Wer mehr unternehmen will als nur am Strand zu spazieren, ist hier ebenfalls gut aufgehoben. Nebst der Erkundung des Waldes oder der Mangroven, organisiert Howard auch viele weitere Aktivitäten. Beispielsweise kann man durch seine Vermittlung einen Tag mit einem der Dorfbewohner verbringen und bei ihren jeweiligen Arbeiten mithelfen und so vieles über die Rungus, die in Kudat beheimatete Volksgruppe, erfahren.

Felder bearbeiten in Borneo

Was unvergesslich bleibt, sind die Sonnenuntergänge. Noch nie habe ich so spektakuläre Sonnenuntergänge wie in Borneo gesehen. Die Spitze Borneos ist ein perfekter Ort um die Sonne verschwinden zu sehen. Es ist schwer zu beschreiben und Bilder werden der Wirklichkeit kaum gerecht, aber ich glaube, irgendwie geht die Sonne hier anders unter.

Sonnenuntergan in Kudat, Borneo

 

Reiseinformationen

Direkt an der Spitze von Borneo ist kein Ort, Kudat ist der nächste Ort und liegt einige Kilometer entfernt. Die Anfahrt zur Spitze Borneos erfolgt in der Regel per Taxi/Minibus von Kota Kinabalu nach Kudat. Wenn man Howard vorher Bescheid gibt, holt er einem in Kudat ab und fährt zum Tampat Do Aman. Alternativ kann man auch nach Kudat fliegen.

Achtung: von Kudat muss man wieder zurückreisen nach Kota Kinabalu. Es gibt keinen Bus und keine Fähre, die einem nach Sandakan oder sonst wo in den Osten von Borneo bringt. Die einzige Möglichkeit in den Osten weiterzureisen, ist ein Flug von Kudat nach Sandakan. Dieser sollte aber vorher gebucht werden, da er nur zweimal die Woche startet und die Plätze heiss begehrt sind.

 

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