Ist Cork die tollste Stadt der Welt? Wenn man den Einwohner:innen glauben schenkt, dann ja. Wir erkunden die Stadt im Süden Irlands mit Kindern und teilen hier unsere Tipps und Eindrücke.
Cork ist bekannt für trockenen Humor, einen einzigartigen Dialekt und den Titel als Food-Hauptstadt Irlands. Das alles ist ja schon mal vielversprechend und lässt uns vorfreudig in die Stadt im Süden Irlands fahren.
Da Cork nur 30 Minuten von unserer Home Exchange Unterkunft* (Affiliate-Link) entfernt ist sind wir schnell da und finden auch gleich einen Parkplatz. Wir machen uns zu Fuss auf, die Stadt zu erkunden, die uns mit bewölktem Himmel empfängt.
Der English Market
Gleich zu Beginn schlendern wir über eines der Highlights von Cork – dem English Market, der mitten in der Innenstadt liegt. Zwischen St Patrick Street und Grand Parade existiert er bereits seit 1788, wurde mehrfach renoviert, aber hat seinen Charakter nie verloren.
Schon beim Betreten umfängt uns ein herrlicher Duftmix: frisches Gebäck, würzige Oliven, geräucherter Lachs und das charakteristische Gebrabbel eines Marktes. Die Atmosphäre ist wuselig, aber nicht stressig, eher wie ein grosser gemeinsamer Küchentisch, an dem die halbe Welt Platz nimmt.
Wir schlendern langsam durch die schmalen Gänge. Da gibt’s fangfrischen Fisch mit glänzender Haut, handgemachte Schokolade, Körbe voller Früchte, regionalen Käse und auch eine Art Fusion Kitchen aus aller Welt.
Wir essen indisch, probieren irische Küchlein und kaufen für Freund:innen zu Hause Geschenke ein. Ich liebe den überdachten Märit. Egal in welchem Land ich bin, der Besuch eines Marktes gehört fest ins Programm.
Obwohl der English Market ein Magnet für Tourist:innen ist, bleibt er trotzdem authentisch. Viele Einheimische kaufen hier regelmässig ein und der Mix aus Locals und Tourist:innen macht das Ganze so authentisch.
Der Patricks Hill
Nach dem Marktbesuch erkunden wir die Stadt, laufen durch kleinere und grössere Gassen, besuchen Shops und Pubs und geniessen die Zeit.
Um die Stadt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, laufe ich auf den Patricks Hill. Jürgen und die Kids machen sich schon mal auf den Weg zur St. Anne’s Church, ich kann sie nicht motivieren, die steile Strasse zu erklimmen.
Doch der Aufstieg lohnt sich. Oben angekommen, breitet sich Cork unter mir aus und ich kann das erste Mal die Grösse der Stadt etwas einschätzen. Mit etwas über 222’000 Einwohner:innen ist Cork nach Dublin die zweitgrösste Stadt. Doch das Leben scheint hier richtig gemütlich und so kommt Cork eher wie ein grösseres Dorf daher.
Vom Patricks Hill sieht Cork jedenfalls wunderschön aus, auch wenn immer noch typisch irisches Wetter herrscht und statt strahlendem Sonnenschein eher etwas grau und regnerisch ist.
St. Anne’s Church und die Shandon Bells
Bald erreiche auch ich die St. Anne’s Church, bei der wir die Glocken läuten wollen. Das ist hier nämlich möglich, doch unten weist uns ein Schild darauf hin, dass die Glocken zur Zeit unter Revision sind und wir sie somit nicht bimmeln lassen können.
Natürlich steigen wir trotzdem die Treppenstufen hoch, um auch von hier die Sicht über die Stadt zu geniessen. Auf halber Höhe sind als kleine Entschädigung Glöckchen aufgestellt, mit denen wir ein Lied bimmeln können. Den Kids machts allemal Spass.
Vom Kirchturm geniessen wir die Sicht über Cork und freuen uns über unsere Ferien in Irland. Es ist einfach wunderbar hier!
Weitere Empfehlungen
In Cork gibt’s noch einiges zu entdecken. Da ist zum Beispiel der schöne Fitzgerald Park, ein weitläufiger Stadtpark mit Spielplatz, Skulpturen und einem Café am Wasser. Oder das Elizabeth Fort oder das City Gaol, ein ehemaliges Gefängnis mit beeindruckender Architektur. Auch das Butter Museum hört sich spannend an, aber wir wollen noch weiter zum Schloss Blarney.

Schönes Cork in Irland!
Das Schloss Blarney und die Gabe der Redegewandtheit
Dieses Schloss haben wir auf Google Maps markiert gesehen, aber vorab nicht gross recherchiert. Wir fahren also einfach hin und uns wird erst vor Ort bewusst, dass wir bei einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Irlands gelandet sind. Ein bewachter Parkplatz mit Gate, einem Kassenhaus und saftige Eintrittspreise erwarten uns. Der Spass kostet für die ganze Familie 60 Euro. Glücklicherweise sind wir am späteren Nachmittag da und die Menge an Menschen hält sich in Grenzen.
Die Anlage besteht aus der bekannten Burg und einem weitläufigen Garten. Die ursprüngliche Holzburg wurde im 10. Jahrhundert gebaut und 1210 durch einen Steinbau ersetzt.
An der Aussenseite des oberen Wehrgangs befindet sich der Blarney Stone, der Stein der Sprachgewandtheit. Angeblich soll die Hälfte des Steins von Kreuzrittern aus dem Heiligen Land mitbrachten worden sein. Der Legende erhält wer den Stein küsst die Gabe der Eloquenz.
Täglich bildet sich eine lange Schlange an Tourist:innen, die genau das machen. Und auch wir reihen uns ein. Wir warten «nur» etwa eine halbe Stunde, bis wir an der Reihe sind. Die Wartezeit beträgt ansonsten gerne mal 1-2 Stunden.
Wer ihn küsst – rücklings, kopfüber und gut festgehalten – bekommt der Legende nach die Gabe der Sprachgewandtheit. Eloquenz, wie sie im Buche steht. Ob’s stimmt? Wohl eher nicht. Aber wir machen mit und der Moment auf dem Wehrgang ist irgendwo zwischen lustig und surreal.
Die Gärten rund um das Schloss sind jedoch eine Entdeckung: riesig, vielfältig und liebevoll angelegt. Es gibt einen Giftgarten mit Pflanzen, die in alten Zeiten für Alchemie genutzt wurden. Heute ist alles sorgfältig beschriftet, aber für die Kids ist es dennoch aufregend, an den giftigen Pflanzen vorbeizuhuschen.
Wir wandern durch den Farn-Garten, bestaunen jahrhundertealte Bäume, kleine Wasserfälle und verwinkelte Pfade, sowie einen Druidenkreis. Die Kinder klettern auf Baumstümpfe, balancieren über Steine und entdecken verborgene Nischen. Alles in allem ist es doch ein ganz schöner Ausflug.
Cork? Ist eine Reise wert und in der Umgebung gibt’s noch eine ganze Menge zu entdecken.










































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