Cobh in Irland hat uns ganz besonders begeistert und hier teilen wir unsere Tipps für die farbenfrohe Hafenstadt, von der die Titanic ihre Jungfernfahrt in Angriff genommen hat.
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Cobh ist ein Ort voller Geschichte. Millionen von Menschen verliessen hier Irland, um ihr Glück auf einem anderen Kontinent zu suchen. Für sie war es das letzte Mal irischen Boden unter den Füssen, bevor das Abenteuer begann. Auch die Titanic legte hier zu ihrer ersten und letzten Fahrt ab. Und mitten im Hafen liegt Spike Island, das „Alcatraz von Irland“.
Genug Geschichte also, um viel zu lernen – und noch mehr zu erleben. Unsere Homebase in Irland ist Midleton, nur 15 Minuten entfernt. Hier sind wir 10 Tag mit Home Exchange*. Damit sind wir nah genug und wir haben Cobh gleich drei Mal besucht.
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Cobh, Irland
Farbenfrohes Cobh
Schon beim ersten Besuch zieht uns die Stadt in ihren Bann. Von der St. Colman’s Kathedrale blicken wir über das Hafenbecken: bunte Häuserreihen, ein Kreuzfahrtschiff am Pier und dahinter der Ozean: ein Postkartenmotiv.
Beim Spaziergang entdecken wir gemütliche Pubs, in denen die Menschen ihr Apero geniessen, kleine, feine Läden und einen Markt mit entspannter Atmosphäre.

Cobh mit der Kathedrale
Das Titanic Museum
Cobh war der letzte Hafen der Titanic. Der allerletzte Stopp, bevor das berühmte Schiff Kurs auf sein Schicksal nahm. Direkt am Pier tauchen wir im Titanic Experience Museum in diese Zeit ein.
Schon beim Eintritt wird es persönlich: Jede:r bekommt die Identität eines echten Passagiers. Plötzlich sind wir Teil der Geschichte. Originaldokumente, bewegende Bilder und detailgetreu rekonstruierte Räume machen diese Zeit greifbar.
Besonders beeindruckt sind wir vom originalen Holzpier, der heute nicht mehr betreten werden darf, aber vor dem Museum als stilles Mahnmal steht. Millionen von Auswanderern verliessen hier Irland, wurden zu den Schiffen gebracht, die sie in der Hoffnung auf ein besseres Leben über den Atlantik trugen.
Während der grossen Hungersnot, die zwischen 1845 und 1849 in Irland wütete, verhungerten über eine Million Menschen. Rund zwei Millionen wanderten aus, die meisten von ihnen von hier, aus Cobh.
Das Museum ist ein Must-Do. Tickets gibt es online. Am besten besucht man es, wenn kein Kreuzfahrtschiff im Hafen liegt.
INFO
- Website
- Kosten: 13 Euro pro erwachsene Person, 34 Euro für eine Familie mit zwei Kindern unter 12. Für einen Besuch vor 11 Uhr vormittags gibt’s 10%. Vorbuchung online mit Timeslot verbindlich, nur wenige Walk-Ins.
- Dauer: Ca. 45 Minuten.
Hafenrundfahrt selbst gefahren
Wenn wir die Kinder fragen, was ihnen in Irland am besten gefallen hat, sind sie sich einig: die Bootsfahrt im Hafen von Cobh.
Das Besondere: Wir sitzen zwar auf einer geführten Tour, dürfen das Boot aber selbst steuern. Zusammen mit zwei anderen Familien folgen wir unserem Guide, der uns die Geschichten hinter Inseln, Festungen und Seezeichen erzählt.
Die Kinder sind begeistert, wir ehrlich gesagt auch. Ein bisschen Abenteuer, ein bisschen Seebären-Romantik und jede Menge Fahrtwind im Gesicht. Höhepunkt: Jürgen entdeckt sogar Robben im Wasser.
INFO
- Website
- Kosten: 70 Euro für bis zu fünf Personen.
- Dauer: 1 Stunde.
- Bei anderen Anbietern gibt’s auch Boote die schneller fahren, da müssen die Kids aber über 8 Jahre alt sein.
Spike Island
Auf dieser Bootstour kommen wir auch an Spike Island vorbei, das wir später separat besuchen.
Die Fähre bringt uns zur einst gefürchteten Gefängnisinsel mitten im Hafen von Cobh. Schon die Überfahrt ist stimmungsvoll: Die Festungsmauern wachsen am Horizont, Möwen kreischen, der Himmel verzieht sich. Perfektes Gänsehautwetter.
Drinnen laufen wir durch ein Labyrinth aus Zellen, Kanonentürmen und langen Gängen. Manche Räume sind originalgetreu eingerichtet, Infotafeln erzählen Geschichten von Gefangenen, Fluchtversuchen, Isolation und von Mut und Wahnsinn.
Die Kinder hören gebannt zu. Wir sind beeindruckt, wie Irland seine Geschichte vermittelt: ehrlich, direkt, ohne Schnörkel. So 100%ig wohl ist mir aber nicht auf dieser Insel. Hier haben zu viele Schicksale ihr Ende gefunden und das hängt irgendwie immer noch in der Luft. Ich weiss dann nie, ob ich mir das nur einbilde und doch hinterlässt es immer ein kleines Frösteln.
INFO
- Website
- Kosten: Überfahrt mit der Fähre und Eintritt auf die Gefängnisinsel: 28 Euro pro Erwachsene Person, 75 Euro für eine Familie mit zwei Kindern unter 12.
- Dauer: Ca. 2 Stunden, kann aber auch bis zu vier Stunden sein für sehr Interessierte.
Der Markt von Cobh
Zurück in der Stadt bummeln wir über den kleinen, feinen Wochenmarkt. Selbstgemachte Marmeladen, handgestrickte Mützen, Seifen mit Lavendelduft. Eine Musikerin spielt irische Balladen auf ihrer Geige, daneben duftet es nach Scones und frisch geräuchertem Fisch. Zu essen gibt’s allerhand aus der ganzen Welt und wir geniessen die Stimmung, die Sonne und die Gespräche der Leute im herrlichen irischen Englisch.

So schön ist Cobh in Irland.
Cobh ist eine Stadt, die leicht im Schatten des bekannteren Cork übersehen wird. Doch sie hat unglaublich viel zu bieten: Geschichte, Atmosphäre, Farben und Herz. Für uns ist klar: Cobh ist jederzeit einen Besuch wert.






























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