Bhutan – Die Highlights im Land des Glücks

**Gastbeitrag von Beatrice Sonntag**

Bhutan ist ein Land, das vom üblichen touristischen Trampelpfad abweicht und nur wenige wirklich kennen. Eine davon ist Beatrice Sonntag. Sie erzählt in diesem Gastbeitrag von den Top Sehenswürdigkeiten eines Landes, welches erst seit den Siebzigerjahren für Ausländer zugänglich ist und ein Ministerium für Glück unterhält.

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Das Königreich Bhutan ist ein kleines Land im Himalaya, das lange Zeit wenig Beachtung fand und sich weitestgehend von der Außenwelt abgeschirmt hat. Heute entwickelt sich langsam ein sanfter Tourismus, auf den der Staat starken Einfluss nimmt.

Der Sinn der Einschränkungen liegt darin, die Kultur des Landes vor negativen Einflüssen zu bewahren und die Umwelt zu schützen. Ich habe mir im Frühjahr 2014 während einer Rundreise dieses schöne und noch sehr ursprüngliche Land angeschaut und dabei anerkennend festgestellt, dass der Umweltschutz tatsächlich gut funktioniert.

 

Hier meine fünf Highlights dieser Reise

 

Der Dzong in Punakha

Zu den in meinen Augen schönsten Gebäuden in Bhutan gehört der Dzong in Punakha. Ein Dzong ist eine Art Klosterfestung, in der seit über tausend Jahren sowohl die weltliche Verwaltung als auch ein Kloster mit Tempel untergebracht sind.

Der Dzong in Punakha liegt malerisch an einem Fluss und die dicken Festungsmauern des 180 Meter langen Gebäudes sind besonders eindrucksvoll. Bei einem Gang durch die drei Innenhöfe des Gebäudekomplexes kann man die kunstvollen Verzierungen und architektonischen Details, wie zum Beispiel die reich verzierten Holzfenster, bewundern und unter anderem den Haupttempel besichtigen. In einem der Innenhöfe fand 2011 die märchenhafte Hochzeit des fünften Königs mit seiner wunderhübschen Frau statt. Die Kulisse ist für solche Ereignisse bestens geeignet.

Der Dzong in Punakha

 

Das Tigernest

Wenn überhaupt ein Gebäude aus Bhutan zu so etwas wie Weltruhm gelangt ist, dann sicherlich das Tigernest in der Nähe von Paro. Der Taktshang Lhakhang, wie das Tigernest in der Landessprache Dzongka heißt, wurde in schwindelerregenden Höhen an einer fast unzugänglichen Stelle an den Fels gebaut. Beim etwa dreistündigen Aufstieg zu der 700 Meter oberhalb des Tals gelegenen wichtigen Pilgerstätte hat man viel Zeit, sich zu fragen, wie die Menschen im 17. Jahrhundert das ganze Baumaterial hier herauf geschafft haben. Der Ausblick von oben ist atemberaubend.

Beatrice Sonntag am Tigernest in Bhutan

 

Der Nationalzoo

Nummer drei unter den Top Five Sehenswürdigkeiten in Bhutan war für mich der Nationalzoo in Thimphu, der diese Bezeichnung eigentlich nicht verdient hat. Bei dem Zoo handelt es sich um zwei Gehege mit etwa zwanzig Tieren darin. Es wird nicht einmal Eintritt verlangt.

Das faszinierende an diesem winzigen Nationalzoo sind die Takine, von denen es in einem der Gehege mehrere Exemplare gibt. Der Takin ist das Nationaltier Bhutans und er sieht ungeheuer lustig aus. Das Tier wirkt wie eine Mischung aus einem Elch, einer Ziege und einem Hirsch. Diese pelzigen Gesellen können klettern wie Gemsen und sind im Hochgebirge des Himalaya zu Hause. Sie in freier Wildbahn anzutreffen ist kaum möglich, denn es gibt nicht viele von ihnen.

Ein Takin im Nationalzoo in Thimphu in Bhutan

 

Das Phobjika Tal

Als eines der Highlights in Bhutan habe ich auch das Phobjika Tal in Erinnerung. Hier in der Umgebung von Gangtey wirkt die Welt so friedlich und ruhig, dass man sofort glauben möchte, dass die Menschen in Bhutan die glücklichsten auf der Welt sind. Das Gefühl von Freiheit und Frieden, das auf jeden Besucher dieser idyllischen Natur zwischen kleinen Dörfern und Gehöften, Wäldern und Bergen abfärbt, ist schon Grund genug, um eine Reise nach Bhutan zu unternehmen.

Das Phobjika Tal in Bhutan

 

Der Drukyel Dzong

In Bhutan sind die Dzongs, Klöster und Tempel, ein wichtiger Bestandteil des alltäglichen Lebens. Die Gebäude werden von den Mönchen in Schuss gehalten, liebevoll gepflegt und renoviert, wenn dies nötig wird. Das führt dazu, dass es so gut wie keine Ruinen gibt, sondern fast nur lebendige Denkmäler.

Eine von sehr wenigen Ruinen liegt westlich der Stadt Paro. Der Drukyel Dzong ist in den 50er Jahren abgebrannt und wurde im Gegensatz zur überwiegenden Mehrheit der historischen Gebäude nicht wieder aufgebaut. Heute ist diese Ruine des ehemaligen Dzongs eine touristische Attraktion.

Malerisch liegen die Grundmauern der einzelnen Gebäude auf einer Anhöhe über einer kleinen Ortschaft. Man kann an den zerfallenden Bauten sehr gut erkennen, wie der Dzong einst erbaut wurde und mit welchen Materialien und Methoden gearbeitet wurde. Außerdem hat man vom Drukyel Dzong aus einen guten Ausblick auf den Jomolhari, einen der über 7000 Meter hohen Berge des Himalaya.

Der Drukyel Dzong westlich von Paro in Bhutan

 

Reiseinformationen zu Bhutan

Über Bhutan und den Tourismus in diesem einst so verschlossenen Land gehen viele Gerüchte um. Wer eine Reise in das friedliche Königreich unternehmen möchte, der muss tatsächlich einige Dinge beachten.

  • Zunächst einmal muss man wissen, dass Individualtourismus nicht möglich ist. Jeder Reisegruppe oder jedem Reisenden wird ein bhutanischer Reiseführer zur Seite gestellt. Als Tourist darf man seine Reiseroute zwar selbst zusammenstellen, aber man darf sich nicht alleine im Land bewegen. Bis auf die Hochgebirgsregionen sind alle Landesteile zugänglich. Bergsteigen ist verboten.
  • Hat man sich eine Route ausgesucht, kann man eine Tour bei einer der zahlreichen Agenturen in Bhutan oder auch außerhalb buchen. Alle diese Agenturen sind dazu verpflichtet, das sogenannte „minimum daily package“ anzubieten. In diesem Packet sind in der Regel Flug, Hotels, Transport, Mahlzeiten und Eintrittspreise inbegriffen. Auch eine Pauschale von 65 US Dollar am Tag für die Unterstützung des nachhaltigen Tourismus in Bhutan ist enthalten. Der Betrag, den ein Tourist pro Tag in Bhutan zahlen muss, beläuft sich auf 200 Dollar in der Nebensaison (Dez.-Feb. und Juni-Aug.) und auf 250 Dollar in der Hauptsaison (März-Mai und Sep.-Nov.). Für eine 10-tägige Reise berechnen also fast alle Anbieter 2000 oder eben 2500 US Dollar. Nur selten wird von diesen Preise nach unten abgewichen. Zu beachten ist, dass die Agenturen in Deutschland meist sogar noch teurer sind. Wer des Englischen mächtig ist, tut gut daran, in Asien oder auch direkt in Bhutan nach einem Anbieter zu suchen.
  • Um nach Bhutan einzureisen, benötigt man ein Visum. Dieses kann nur von einer der zugelassenen Agenturen beantragt werden und wird immer dann gewährt, wenn eine Buchung für eine Reise vorliegt, die den Anforderungen entspricht. Das Visum wird mit einer Passkopie (Scan) beantragt und per E-Mail verschickt. Die bürokratischen Hürden sind vergleichsweise gering.

 


Abschließend bleibt mir nur noch ein Hinweis auf mein Buch „Asiens letzte Geheimnisse“ in dem ich von meiner Reise nach Bhutan berichte und auf einen Reiseführer, den ich über das kleine Königreich und seine Sehenswürdigkeiten geschrieben habe. Der Reiseführer heißt „Bhutan entdecken“ und enthält aktuelle Informationen auf Deutsch für alle, die das glücklichste Land der Welt erleben wollen.

Mehr Infos und Reisegeschichten findest du auch im Netz unter Bhutan entdecken und auf meinem Blog Beatrice Sonntag.

 

 

Warst du auch schon in Bhutan oder hast du noch Fragen? Was sind deine Highlights im Land des Glücks?

 

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