Wenn du an Barbados denkst, fallen dir wahrscheinlich als erstes die schönen Strände ein. Und ja, die Strände sind wunderschön. Aber wer eine ganze Woche oder länger auf der Insel verbringt und nur am Meer liegt, verpasst einen grossen Teil von dem, was Barbados ausmacht. Es gibt so viele Barbados Ausflüge zu erleben.
Das Inselinnere ist grün, hügelig und überraschend vielfältig. Der Norden ist rau und windig und fühlt sich an wie eine andere Insel. Speightstown ist eine richtig schöne charmante Kleinstadt und im Osten peitschen hohe Wellen an die Klippen.
Wir haben uns für mehrere Barbados Ausflüge abseits der Küste aufgemacht. Barbados ist eine kleine Insel und in ein, zwei Wochen bleibt genug Zeit, auch das Inselinnere zu erkunden.
Hier kommen unsere Barbados Ausflüge, alle für gut befunden und zum nachreisen.
Was sind die besten Ausflüge auf Barbados abseits der Strände?
Barbados bietet weit mehr als Strand. Die besten Ausflüge ins Inselinnere und in den Norden auf einen Blick:
🌿 Welchman Hall Gully (St. Thomas): Tropischer Dschungelpfad mit wilden Affen und Aussichtspunkt. Täglich 9–16 Uhr, ab 6 USD für Kinder.
🏛️ Sunbury Plantation House (St. Philip): Einziges Plantation House mit geführter Tour durch alle Räume. Täglich 9–16:30 Uhr.
🏘️ Speightstown (Nordküste): Charmanteste Stadt auf Barbados, idealer Ausgangspunkt für den Norden. Arlington House Museum mit interaktiven Elementen.
🛒 Brighton Farmers Market (St. George): Lokaler Samstagmarkt auf dem Land. Jeden Samstag 6–10 Uhr.
🌊 Animal Flower Cave (St. Lucy): Nördlichster Punkt der Insel mit Atlantikblick. Kurzer Stop, die Aussicht lohnt sich.
Welchman Hall Gully: Dschungel, Affen und ein Spielplatz im Schatten
Auf Barbados gibt es einige tropische Gärten und Plätze, wo man Flora und Fauna bestaunen kann. Wir entscheiden uns für Welchman Hall Gully in der Gemeinde St. Thomas.
Gleich am Anfang, hinter dem Besucherzentrum, befindet sich der Aussichtspunkt auf die Ostküste mit einem weiten Blick über die Insel bis zum Atlantik.
Von dort führt ein knapp eineinhalb Kilometer langer Pfad durch eine tropische Schlucht, die einst das Dach einer riesigen Höhle war. Wir bemerken das, als wir genau hinschauen: An den Wänden sehen wir immer wieder Stalaktiten und Stalagmiten, die zeigen, dass man sich geologisch direkt über Harrison’s Cave befindet.
Das grosse Plus hier ist, dass der Spaziergang schön schattig ist, was an einem heissen Apriltag in Barbados Gold wert ist. Wir laufen durch Bambuswälder, an riesigen Tropengewächsen vorbei und Infotafeln entlang des Weges erklären Pflanzen, Tiere und die Geschichte des Ortes.
Warum wir aber eigentlich hier sind: die Affenbande. Eine grosse Truppe wilder Grüner Meerkatzen lebt hier, sie schwingen durch die Bäume, pflegen sich gegenseitig und kommen täglich auf einer eigens gebauten Fütterungsplattform vorbei. Wir haben Glück und entdecken sie während unserem Spaziergang durch die Schlucht und wir beobachten sie aus nächster Nähe.
Manchmal kommen sie durch die Schlucht zum Fütterungsplatz, wo man ihnen beim Essen zuschauen kann. Die Fütterungszeit ist zwischen 10:30 und 12 Uhr, das ist also der beste Zeitpunkt für den Besuch. An diesem Tag haben sie aber keine Lust, sondern turnen einfach vergnügt in den Bäumen rum. Das ist das Schöne hier, dass die Tiere nicht extra angefuttert werden.
Direkt am Eingang neben der Futterstation gibt es ausserdem einen hübschen Spielplatz im Schatten. Hier spielen die Kids noch etwas und warten auf die Affenbande, die sich aber nicht mehr blicken lässt.
- Adresse: Welchman Hall, St. Thomas
- Öffnungszeiten: Täglich 9 bis 16 Uhr, letzter Einlass 15:30 Uhr
- Eintritt: Erwachsene 15 USD, Kinder 5 bis 12 Jahre 7 USD, Kinder unter 5 Jahren gratis
- Website: Welchman Hall Gully
Sunbury Plantation House: Geschichte zum Anfassen
Das Sunbury Plantation House liegt im Süden der Insel in St. Philip und ist eines der eindrücklichsten historischen Gebäude auf Barbados. Es liegt ganz in der Nähe unserer ersten Unterkunft.
Mir ist die Geschichte eines Landes immer ein Anliegen und wir haben vorab auch mit den Kindern über die Sklaverei gesprochen. Zusammen besuchen wir also das ehemalige Gut eines Zuckerrohrbarons.
Das Haus wurde zwischen 1660 und 1670 erbaut, hat dicke Mauern aus lokalem Korallenstein und Ballaststeinen von englischen Schiffen und ist das einzige Plantation House auf Barbados, bei dem alle Räume öffentlich zugänglich sind.
Wir machen eine geführte Tour und sie ist richtig gut. Der Guide erzählt die Geschichte des Hauses sehr lebendig und wir haben genug Zeit, den Kids alles zu übersetzen.
Besonders interessiert sind sie am früheren Kinderzimmer und den Porzellanpuppen, mit denen die Mädchen der Plantagenbesitzer zu ausgewählten Zeiten spielen durften. Mit diesen Themen können sie als Kindern natürlich am meisten anfangen.
Das Innere ist mit Mahagoni-Antiquitäten eingerichtet, darunter ein über 270 Jahre alter Esstisch und im Keller befindet sich eine einzigartige Sammlung von Pferdekutschen. Die Kutschensammlung finden unsere Kinder überraschend faszinierend.
Ein kurzes Wort zur Geschichte: Dieses Gutshaus zeigt das Leben der Plantagenbesitzer, die wohlhabende bürgerliche Seite des Koloniallebens. Die Geschichte der versklavten Menschen, die hier gearbeitet haben, kommt dabei kaum vor. Diese Ungleichheit ist anscheinend bei allen Plantation Houses auf Barbados so.
Wir haben mit unseren Kindern darüber gesprochen, wer diese Felder bearbeitet hat und auch unter welchen Bedingungen und dass der Reichtum der Herren dieses Hauses durch die Arbeit der Sklaven gekommen ist.
Das gerade der Teil der Sklaverei einfach ausgeblendet wird, finde ich etwas eigenartig und sollte so nicht sein.
- Adresse: Sunbury, St. Philip
- Öffnungszeiten: Täglich 9 bis 16:30 Uhr, keine Voranmeldung nötig, einfach vorbeigehen
- Eintritt: Kinder bis 12 Jahre halber Preis, Kinder unter 4 Jahren gratis
- Website: Sunbury Plantation House
Speightstown: Unser Lieblingsort auf Barbados
Wenn wir jemandem einen Hub für eine Barbados-Reise empfehlen müssten, würden wir ohne Zögern Speightstown sagen. Wir haben drei Nächte hier verbracht und es ist zu unserem Lieblingsort auf der Insel geworden.
Speightstown ist nach Bridgetown die zweitgrösste Stadt Barbados, fühlt sich aber ganz anders an: kleiner, ruhiger und entspannter. Wir finden bunte Kolonialgebäude und eine entspannte Strandpromenade.
Die Westküste hat hier einen der schönsten Strände der ganzen Insel. Das Wasser ist ruhig und klar, der Strand breit und nie überfüllt und ist damit ideal für Familien und bestens geeignet zu schnorcheln.
Abends belebt sich die Strandpromenade, Restaurants öffnen ihre Türen und die Stimmung ist locker entspannt. Bei Sonnenuntergang sitzen wir meistens am kleinen, lokalen Strand, essen bestellen beim Pizzamobil unser Essen und die Kids powern sich am Strand nochmal aus.
Speightstown ist ausserdem ein idealer Ausgangspunkt für Barbados Ausflüge in den Norden.
Arlington House Museum
Mitten in Speightstown liegt das Arlington House Museum. Es ist in einem restaurierten Gebäude aus dem 18. Jahrhundert untergebracht und zeigt auf drei Stockwerken interaktiv die Geschichte von Barbados: von den ersten Siedlern über die Zuckerrohrzeit bis zur Bedeutung von Speightstown als Handelshafen.
Eine ganze Etage dreht sich um Piraten, mit dem berühmten Gentleman-Piraten Stede Bonnet als Hauptfigur, der von seiner Zeit als Pirat und der Bedeutung von Speightstown erzählt. Für Kinder ist das natürlich Gold.
Die interaktiven Elemente sind gut gemacht, aber das Museum ist eher klein. Für einen Ausflug in der Mittagshitze aber genau das richtige.
- Adresse: Queen Street, Speightstown, St. Peter
- Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Samstag 9 bis 15 Uhr, Sonntag geschlossen
- Eintritt: Internationale Besucher 35 BBD, Kinder 5 bis 12 Jahre 15 BBD, Kinder unter 5 Jahren gratis
- Website: Arlington House Museum
Haymans Market
Auf dem Weg in den Süden legen wir einen Stopp im Haymans Market ein. Das ist eine grosse überdachte Halle mit Kunsthandwerk, lokalen Produkten und einem erstaunlich breiten Foodangebot. Von Schoggigipfeli bis Iced Matcha Latte ist alles zu haben.
Es ist kein klassischer Bauernmarkt, sondern ein kuratierter Markt mit Café-Atmosphäre. Es lohnt sich besonders, falls du auf der Suche nach hochwertigen Souveniers bist.
- Adresse: Haymans Market, St. Peter, Barbados
- Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr
- Eintritt: Kostenlos
- Website: Haymans Market
Brighton Farmers Market: Samstagmorgen auf der Plantage
Der Brighton Farmers Market findet jeden Samstagmorgen auf dem Gelände der Brighton Plantation in St. George statt, rund 15 Minuten von Bridgetown entfernt. Der Markt läuft seit über 20 Jahren und ist ein echter Treffpunkt, in erster Linie aber für Expats, wie es scheint.
Auch hier gibt es frisches Obst und Gemüse direkt von der Plantage, Kunsthandwerk, Schmuck und selbstgemachte Kosmetik. An verschiedenen Ständen finden wir Essen von anderen Karibikinseln und frisch gebrühter Kaffee.
Es gibt einen Rasen mit vielen Bäumen und einem kleinen Spielbereich für Kinder. Viele Familien und Freund:innen frühstücken und plaudern hier.
Wichtig: Der Markt ist früh vorbei. Um zehn Uhr leert es sich merklich. Wer die beste Auswahl will, ist um sieben Uhr da.
- Adresse: Brighton Plantation, St. George
- Öffnungszeiten: Jeden Samstag 6 bis 10 Uhr, bei jedem Wetter
- Eintritt: Kostenlos
Der nördlichste Punkt: Animal Flower Cave und Harrison’s Point Lighthouse
Der nördlichste Punkt von Barbados ist eine schroffe, windige Landschaft, die sich stark von der ruhigen Westküste unterscheidet. Hier peitscht der Atlantik ans Ufer und die Wellen, die gegen die Felsen schlagen, sind beeindruckend.
Animal Flower Cave heisst der nördlichste Punkt offiziell, benannt nach kleinen Seeanemonen, die in den Felsenpools leben. Man kann die Höhle von innen besichtigen, aber wir lassen das bleiben. Es lohnt sich schlicht nicht genug und alle Barbados Ausflüge kosten Eintritt, auch diese Höhle.
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Von der Aussichtsplattform hat man einen weiten Blick auf den Atlantik, und das allein ist schon den Stopp wert. Wir stehen lange am Rand und schauen zu.
Ich finde das Gefühl auch immer sehr speziell, von so einem Punkt auf den Ozean zu schauen und zu wissen, dass da lange Zeit nichts mehr kommt und irgendwann dann der afrikanische Kontinent.
Gleich in der Nähe liegt der Harrison’s Point Lighthouse, ein weisser Leuchtturm mit schöner Aussicht. Kein grosses Erlebnis, aber ein schöner Stopp auf dem Weg zurück nach Speightstown.
- Adresse Animal Flower Cave: River Bay, St. Lucy
- Öffnungszeiten Cave: 9.30 – 16.00
- Eintritt: Erwachsene 40 BBD, Kinder unter 12 Jahren 20 BBD
- Website: Animal Flowers Cave
Mit dem Auto oder dem Bus: Wie man die Insel am besten erkundet
Alle diese Barbados Ausflüge in diesem Artikel haben wir mit dem Mietwagen gemacht, was uns die grösste Flexibiliät geboten hat.
Barbados hat Linksverkehr, was anfangs etwas ungewohnt ist. Wir gewöhnen uns aber immer schnell daran. Die grösste Herausforderung ist das Abbiegen an Kreuzungen, nicht die Geradeausfahrt. Die Fahrer:innen auf Barbados sind ausgesprochen rücksichtsvoll, ein kurzes Hupen bedeutet Danke, nicht Ärger, und das entspannt das Fahren enorm.
Die Strassen im Westen der Insel sind gut ausgebaut und angenehm zu fahren, auch wenn es immer etwas Stau gibt.
Im Osten und im Inselinnern sieht das anders aus. Dort gibt es viele Schlaglöcher und enge Kurven. Langsam fahren und aufmerksam bleiben, dann ist es kein Problem. Wir empfehlen, Fahrten in der Dunkelheit besser zu vermeiden.
Wie seit Jahren miteten wir auch auf Barbados via Sunny Cars einen Mietwagen und es läuft alles problemlos.
Wenn du für Ausflüge auf Barbados lieber den Bus nimmst: Das Busnetz auf Barbados ist überraschend gut und viele der Orte in diesem Artikel sind mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar.
Du brauchst aber mehr Zeit, mehr Flexibilität, und manchmal etwas Geduld. Mit kleinen Kindern ist der Mietwagen die entspanntere Lösung.
Welche Barbados Ausflüge es noch zu entdecken gibt
Barbados hat mehr zu bieten als wir in zwölf Tagen gesehen haben. Ein paar Orte und Erlebnisse die auf unserer Liste für die nächste Reise stehen:
- Der Oistins Fish Market lebt vor allem freitagabends. Die ganze Stadt trifft sich, es gibt frischen Fisch vom Grill, Musik und eine Atmosphäre, die man so schnell nicht vergisst. Wir sind diesmal leider erst Samstags angekommen.
- Rum-Destillerien: Neben Mount Gay gibt es Foursquare und St. Nicholas Abbey, beide sehr sehenswert und mit ganz eigenem Charakter.
- Botanische Gärten: Hunte’s Gardens und der Flower Forest sind für Naturliebhaber:innen einen Besuch wert, besonders wenn einem Welchman Hall Gully gefallen hat.
Fazit: Barbados Ausflüge lohnen sich auch abseits der Strände
Wer denkt Barbados ist eine reine Strandreise, verpasst einiges. Das Inselinnere, der Norden und die kleinen Städte abseits der Küste geben der Insel und ihrer Geschichte mit Barbados Ausflügen nochmals etwas Tiefe und einen anderen Blickwinkel.
Unsere Kinder erinnern sich an die Affen in der Gully, an die Kutschensammlung in Sunbury und an die Piratengeschichten in Speightstown genauso lebhaft, wie an die schönsten Strände. Unsere Barbados Ausflüge haben sich allesamt mehr als gelohnt.
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