Weg mit dem Schrott – eine Langzeitreise ist perfekt um auszumisten!

Einer der grossen Vorteile einer Langzeitreise ist, dass du dich mit deinem Besitz auseinandersetzen musst. Du musst dich entscheiden, ob du deine Wohnung künden oder untervermieten willst und was du mit deinen verbleibenden Sachen anstellen willst. In den meisten Fällen wird bei einer Langzeitreise die Wohnung gekündigt und das Hab und Gut eingestellt.

Mein Rat: Weg mit deinem Besitz! Und zwar radikal. Mit allem.

Die Vorteile

1. Du kommst zu Geld für deine Reisekasse.

2. Endlich wirst du deinen alten Gerümpel los.

3. Befreiung von ganz viel Ballast.

4. Mehr Luft und Raum zum Leben.

5. Du kannst andere damit glücklich machen.

6. Weniger zum Einlagern während deiner Reise.

7. Gedankenfreiheit, da du dich um weniger sorgen musst.

 

Der Nachteil

Wenn du von deiner Langzeitreise zurückkommst, hast du kaum mehr Sachen. Das ist aber auch nur mit einem oberflächlichen Blick ein Nachteil. Denn: wenn du von deiner Langzeitreise zurückkommst und du wieder den gleichen Schrott um dich hast…. Willst du das wirklich? Denn dann hast du gelernt mit wenig auszukommen, du hast dich vielleicht auch verändert und möchtest auch deine Umgebung demnach gestalten und nicht wieder Jahre alten Ballast mit dir rumschleppen.

 

Wer besitzt hier wen?

Gehören deine Sachen wirklich dir oder sind es eher deine Sachen die dich besitzen? Wie sehr bist du von ihnen abhängig und wie viel deiner Lebenszeit verbringst du damit, dich um deinen Besitz zu kümmern und wie viel Zeit damit, dich darüber zu beklagen, dass du keine Zeit hast?
Was wäre, wenn du deinen Besitz so sehr reduzieren würdest, dass du dich nicht mehr allzeit darum kümmern müsstest? Was würdest du mit dieser Zeit anfangen? Würdest du mehr davon mit deiner Familie, deinen Freunden verbringen? Oder eher mehr Zeit für dich einplanen? Würdest du Abenteuer erleben, von denen du bisher nur geträumt hast?

Beantworte diese Fragen einmal für dich ganz persönlich. Wäre es nicht toll, dich nicht mehr von deinem Besitz steuern zu lassen?

 

Sammle Momente, nicht Dinge

An was du auf dem Sterbebett zurückdenken wirst, habe ich schon einmal angetönt, als es um das Warum meiner Langzeitreise ging. Ich will keine Bedauern äussern müssen und auch nicht daran denken müssen, was ich in meinem Leben alles verpasst habe. Ich werde dann wohl kaum an meine Kleider, Schuhe oder Möbel zurückdenken. Ich bin mir sicher, dass ich eher an Menschen, Begegnungen und erlebte Abenteuer zurückdenken werde (schau dir meine Bucket List an, wenn du wissen willst, was bei mir noch alles geplant ist). Werde ich wohl eher an meine Langzeitreise zurückdenken und all die spannenden Momente Revue passieren lassen oder an das letztens gekaufte Sofa?

 

Weg damit, es befreit unglaublich

Ich habe zwar nie viel besessen, ich bin auch das Gegenteil einer Sammlerin. Trotzdem häufen sich über die Jahre einige Dinge an, Dinge die auch sentimentalen Wert haben und die ich von Wohnung zu Wohnung mitgetragen habe, obwohl sie immer nur im Keller gelagert waren. Ich habe sie dann auch erst beim nächsten Umzug wieder angeschaut und es doch nicht übers Herz gebraucht, das Zeugs wegzuschmeissen.
Jetzt aber, vor einer Langzeitreise, ist die perfekte Chance dazu, mal reinen Tisch (oder Keller) zu machen. Ich war erbarmungslos.

Kleider: Da Mode wirklich nicht zu meinen Lieblingsthemen gehört und mein Kleiderschrank wohl bei jeder Fashionista einen Schreikrampf hervorrufen würde, hat sich das Thema für mich schnell erledigt. Was nicht auf dem Flohmarkt wegging, wanderte direkt in die Brockenstube. Ich hab mehr oder weniger wirklich nur noch das, was ich mit auf meine Reise nehme. Sonst noch eine Winterjacke und zwei, drei Stücke die ich hier deponiere. Aber Kleider einzustellen, wirklich? Wenn ich zurückkomme zieht das sowieso keiner mehr an und mein Geschmack hat sich vielleicht auch total verändert.

Möbel: Auch davon hab ich bis jetzt nicht viel besessen. Das meiste habe ich verkauft. Was ich behalten habe ist mein Bett, mein Schreibtisch, einen Küchentisch, eine Kommode und Lampen. Sonst ist alles weg. Denn ich weiss schon jetzt, dass ich  all das Zeugs nicht mehr will wenn ich zurückkomme. Weil es vielleicht dann auch gar nicht mehr in die neue Wohnung passt und ich nicht jahrelang die selben Möbel um mich haben will.

Krimskrams: Alles weg. Was will ich mit dem kleinen, silbernen Kerzenständer, den ich vor fünf Jahren gekauft habe? Dem achten Kissenbezug? Dem hübschen Kugelschreiber? All das kleine Zeugs das rumliegt oder -steht ging weg. Verkauft, verschenkt oder weggeschmissen.

 

Wann beginnen?

Ich habe schon ungefähr ein Jahr vor Abreise damit begonnen, Dinge zu verkaufen. Unterschätze den Aufwand nicht. Auch wenn du denkst, du besitzt nicht viel, kommt doch einiges zusammen. Alles muss fotografiert, beschrieben und ausgeschrieben werden. Es muss mit potenziellen Käufern Kontakt aufgenommen werden und diese müssen alles abholen. Schreibe deine Dinge im Internet aus, in lokalen Einkaufszentren, organisiere einen Flohmarkt, verschenke es deinen Freunden. Jedes Stück das wegging, befreite mich ein bisschen mehr. Wieder etwas weniger. Wieder mehr Platz für Momente statt Dinge. Wieder ein bisschen mehr Leben anstatt Museum. Wieder ein bisschen freier.

Der Prozess des Weggebens, des Loslassens ist unglablich bereichernd. Bereichernd mit Lebenszeit, mit freien Gedanken, mit weniger Sorgen.

Eine Langzeitreise ist eine super Gelegenheit dich von deinen Dingen zu trennen. Aber auch wenn du nicht für längere Zeit oder vielleicht auch gar nicht verreist und dies trotzdem liest: Probiere es aus. Trenne dich von einem Möbel, einigen alten Kleidungsstücken, dem zweiten Geschirrset dass du sowieso nie brauchst und beobachte, was das bei dir für Wirkung zeigt.

Lass es mich wissen – ich bin gespannt auf deine Erfahrungen!

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11 Kommentare

  • Ich mache das unabhängig von Reisen in etwa 1 mal im Jahr, was überflüssig ist, wird abgestossen. Wofür muss der Mensch alles horten und sich zufüllen mit Zeug. Braucht kein Mensch so etwas….Wie hast du deine Weltreise finanziert?
    Gruss Dirk

  • Hey cool, ich habe den Artikel eben gelesen, 1200 im Monat ist schon die rechte Hausnummer würde ich sagen. Ich war letztes Jahr 3 Monate in Asien, da denkt man es ist billiger, aber wenn man tatsächlich jeden Tag etwas unternimmt, Bus fährt usw. geht das ganz schön ins Geld, auch wenn man pro (leckerem) Essen nur 1 Euro ausgibt. 🙂
    Gruss Dirk

  • HappyFace313 sagt:

    Klingt super! War letztens auf einem Flohmarkt, um mich von ganz vielen Dingen zu trennen, aber leider war der Flohmarkt an der Kundschaft vorbei organisiert und ich habe zwei Koffer mit Dingen wieder nach Hause geschleppt Was für ein Frust!
    Aber ja, Du hast Recht – entsorgen ist super!
    Liebe Grüsse 🙂

  • Ute sagt:

    Oh weh… das ist genau mein Thema im Moment und es schmerzt!! Ich habe lange im Schrank gehegte und gepflegte Dinge in der Hand und denke »Oh nein, das kann ich doch bestimmt noch mal gebrauchen« oder »Wenn ich mir das neu kaufen müsste, wird’s teuer. Also behalte ich’s doch lieber, oder?«. Ich hoffe, je weniger man hat, umso leichter wird es, den Rest auch noch loszuwerden. Buhuhuuuu…. Aber Danke für die Ermutigung, jetzt fällt es mir vielleicht etwas leichter 🙂

    • Sarah sagt:

      Mir ging’s am Anfang auch so. »Das könnte ich doch noch irgendwann gebrauchen«, war einer meiner liebsten Gedanken. Aber es ist genau so wie du sagst, mit der Zeit wird’s einfacher, mittlerweile ist bei mir fast alles weg. Und: es tut gut!
      Ich wünsche dir viel Erfolg beim Ausmisten!

  • Lydia sagt:

    Ich bin gerade dabei meinen Besitz zu reduzieren, dabei helfen mir Online-Flohmärkte und am 27. Juli wird es ein richtiger Flohmarkt. Ich hoffe wirklich, dass ich meinen Krempel loswerde.
    Für mich als Ossi und mit Eltern, die so gar nichs wegwerfen können, fällt es noch mal schwer loszulassen. Aber nachdem ich unzählige Blogs und Bücher dazu gelesen habe, bin ich nun bereit, Schritt für Schritt abzustossen 🙂
    Ja man sollte diesen Prozess nicht unterschätzen und der beginnt, wie fast alles im Kopf.
    Danke für den ermutigenden Beitrag.

  • […] Bevor ich auf Weltreise aufgebrochen bin, habe ich meinen Job und meine Wohnung gekündigt und alles verkauft. Das ist mir erstaunlicherweise überhaupt nicht schwer gefallen, es war eher eine Befreiung für […]

  • […] Überflüssige Dinge nach und nach verkaufen. […]

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